AccessControl ac = AccessControl.getAccessControl(request);

Steirerin des TagesAn der Spitze von 3000 Hochschulexperten

Mit ganz Europa vernetzt: Sabine Pendl von der Uni Graz wurde als erste Österreicherin Präsidentin des europäischen Uni-Netzwerkes EAIE.

Sabine Pendl ist schon aus familiären Gründen kosmopolitisch © EAIE/www.vegeldaniel.com
 

Es ist eine ganz besondere Mission, in der die Grazerin Sabine Pendl seit einigen Wochen unterwegs ist: Als Präsidentin des europaweiten Netzwerkes „European Association for International Education“ steht sie als erste Österreicherin einer Gruppe von rund 3000 Experten vor, die an Europas Hochschulen mit dem Thema Internationalisierung befasst sind. „Es geht beispielsweise um Fragen, wie man einen Lehrplan so aufziehen kann, dass er international attraktiv wird“, erklärt Pendl.

Doch die Organisation, die heuer ihr 30-jähriges Jubiläum feiert und ihren Sitz in Amsterdam hat, muss sich auch viel heikleren Fragen stellen, die an den europäischen Universitäten aktuell sind: So hält derzeit der „Brexit“ gerade auch die Hochschulen mit ihren vielfältigen Kooperationen in Atem.

Heikel sind auch viele Fragen, die mit dem Thema Migration zusammenhängen. So sucht man beispielsweise gemeinsam Lösungen, dass bestimmte Uni-Kurse bereits online von Migranten aus den Auffanglagern heraus besucht werden können. Oder: Wie kann man Tests gestalten, mit denen man überprüfen kann, ob Personen ohne Dokumente tatsächlich eine behauptete Ausbildung haben? Das Thema Migration ist Pendl überhaupt ein großes Anliegen, mit Sorge beobachtet sie fremdenfeindliche Tendenzen in ganz Europa.

Die gebürtige Grazerin hat eine lange Erfahrung auf diesem Feld. Sogar familiär ist sie quasi kosmopolitisch geprägt, stammte doch ihre Mutter aus der Bukowina. Pendl studierte Anglistik und Geografie an der Uni Graz, hat aber schon während des Studiums nebenher Spezial-Führungen für Uni-Gäste aus dem Ausland gemacht. Nach einem halben Jahr Mitarbeit beim Österreichischen Austauschdienst (OeAD), der Agentur für Mobilität und Kooperation in Bildung und Forschung, bewarb sie sich für eine Stelle im Büro für Internationale Beziehungen an der Universität Graz. Seit 20 Jahren ist sie dort auch Leiterin.

Privat steht für Pendl die Familie im Vordergrund, ihre Tochter hat allerdings mit Elektrotechnik einen ganz anderen Berufsweg gewählt. Sport nimmt seit jeher einen wichtigen Platz für Pendl ein: Sei es beim Judo (Schwarzer Gürtel), sei es beim Marathonlauf. Im Sommer steht Windsurfen, im Winter Skifahren am Aktivitätskalender. Wenn sie nächste Woche nach San Francisco reist, um US-Kollegen zu treffen, hat die Grazerin wie immer die Laufschuhe eingepackt. Als Präsidentin wird sie bis 2020 überhaupt viel reisen. Ihr Glück: „Das Problem des Jetlags kenne ich eigentlich nicht.“

Zur Person

Sabine Pendl, 1967 in Graz geboren, studierte hier Anglistik und Geografie und kam dann zum Büro für Internationale Beziehungen, das sie seit 20 Jahren leitet. Jetzt ist sie als erste Österreicherin zwei Jahre lang Präsidentin des europäischen Netzwerkes EAIE.

Diskutieren Sie mit - posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung! Kommentieren