Heimat ist Tiefe und nicht Enge“, zitiert Bernd Prettenthaler. Für den 55-Jährigen ist dies aber kein Kalenderspruch, sondern gelebte Realität: Denn der Stiwoller unterrichtet nicht nur Volksmusik an der Musikschule Ligist und moderiert für Chöre, Kapellen – und heute Abend unseren „Steirer helfen Steirern“-Abend. Immer wieder macht er sich auch auf, um fremde Länder und ihre Musik kennenzulernen. „Besonders begeistert haben mich die Indios in Ecuador und die schwedische Volksmusik.“

Die Liebe zu den Noten wurde ihm in die Wiege gelegt: „Ich habe mit meiner Mutter und meinen Geschwistern immer viel gesungen.“ Schon als Bub lernte er Geige, Harmonika, Hackbrett und Klarinette. Gitarre und Bassgeige brachte er sich selber bei. „Mit 13 habe ich meinen ersten Auftritt bei einem Ball.“ Auch seine beiden Söhne, 11 und 13 Jahre alt, sind mit dem Vater mittlerweile in musikalischer Mission unterwegs. „Es ist schön zu sehen, wie die Jungen weitermachen.“ Auf ihre eigene Art: „Es geht darum, Altes zu bewahren, aber auch Neues zuzulassen.“ Er mache auch die Erfahrung, dass Musik Kinder ruhiger, umgänglicher und sensibler mache. Prettenthaler geht auch regelmäßig in Schulen, um dort mit den Kindern Volkslieder und -tänze einzustudieren. „Für mich ist das ein Auseinandersetzen mit Heimat, es heißt aber auch verwurzelt sein und dadurch Halt finden.“

Die Kraft für seine Arbeit zieht Prettenthaler aus der Musik – „es gibt immer wieder Momente, die man genießen kann“ –, aber auch aus der Natur: „Wir haben einen 41 Hektar großen Hof. Da ist jeder Tag ein bewusstes leben mit der Natur.“ Seine nächsten Pläne? Barbara-Feier, Krampus, das Neujahrsgeigen gemeinsam mit seinen Söhnen, Sendungen für Servus-TV – Prettenthaler war schon öfters bei „Hoagascht“ zu Gast – und 2016 „Folklore Global“ – ein Festival, das seit 20 Jahren musikalisch die Welt nach Stiwoll holt.