Es war indirekt ein Produkt von Corona: 2020 gründete der Ö1-Moderator und Kulturschaffende das Klimakulturfestival „Markt der Zukunft“ weil ihm „die Jammerei auf die Nerven ging“, die angesichts der pandemischen Situation herrschte. Mittlerweile geht das vorausschauende, an einen interdisziplinären „Think Tank“ erinnernde Ereignis in Graz dieser Tage in die fünfte Runde.

Ein Steirer ist Wolfgang Schlag erst seit drei Jahren. Damals nämlich beschloss er, aus Wien, wo er seit 1986 beim ORF arbeitete und legendäre Sendungen wie die Ö3-Musicbox, Diagonal und das TV-Kulturmagazin „10 ½“, den Vorgänger des Kulturmontags, betreute, in die Steiermark auszuwandern; genauer gesagt, nach Groß Sankt Florian, wo die Familie seiner Mutter ihre Wurzeln hat.

Geboren wurde er in Waidhofen an der Ybbs. Früh zog es ihn zur Musik, dennoch studierte zuerst an der Wirtschaftsuniversität Wien und wechselte noch während des Studiums zum Journalismus. 1997 war er einer der Gründer des renommierten Weltmusikfestivals Glatt und Verkehrt in Krems. 2006 arbeitete er (im Mozartjahr) mit US-Theaterlegende Peter Sellars. Von 2005 bis 2019 kuratierte er bei den Wiener Festwochen und arbeitete gleichzeitig beim Dreiländer-Kulturfestival „Xong“. (Südtirol/Schweiz/Nordtirol). 2011 verlieh ihm die Stadt Wien das Goldene Verdienstzeichen. Zuletzt holte ihn die Europäische Kulturhauptstadt Bad Ischl Salzkammergut als externen Kurator für Musik.

Mit Ö1 ist übrigens morgen (Freitag) Schluss, wenn Wolfgang Schlag seine letzten „Spielräume“ –eine Hommage an Randy Newmans prophetisches Album „Good Old Boys“ – moderieren wird. Langeweile wird ihn auch in der Pension kaum plagen, ist doch der Markt der Zukunft, den er gemeinsam mit seiner Partnerin Birgit Lurz betreut, praktisch zu einem Ganzjahresprojekt geworden. Und wer weiß, zu welchen Ohrenfreuden der Neo-Steirer seinen neuen, engeren Landsleuten noch verhelfen wird.