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FürstenfeldStadt-App: Kosten und Vergabe sorgten für hitzige Debatte

Die Kosten einer geplanten Stadt-App sowie das Vergabeverfahren des Projekts stießen Teile der Fürstenfelder Opposition sauer auf. Die VP wehrte sich.

Der Gemeinderat diskutierte über die Stadt-App © Kirin Kohlhauser
 

Keinen Schongang legte Montagabend die Opposition bei der ersten Gemeinderatssitzung von Franz Jost (VP) als Fürstenfelder Bürgermeister ein. Zwei Themen sorgten zwischen der VP und Teilen der SP sowie den Grünen für zeitweise dicke Luft: die Auftragsvergabe einer geplanten Stadt-App an ein Jungunternehmen sowie abermals die Bebauung der Schalk-Gründe.

Eine Grazer Firma wurde mehrheitlich vom Gemeinderat für die Konzipierung und Programmierung einer Stadt-App beauftragt. Teile der Opposition stimmten dagegen. Das Dienstprogramm soll laut Jost mehrere Serviceleistungen bündeln und als "Einkaufs-, Erlebnis- und Genussplattform" verstanden werden.

Serviceplattform

So soll es etwa Bürgern neben der Reservierung eines Tisches in Restaurants der Stadt möglich sein, ein Parkticket zu lösen oder den Kalender der Müllabfuhr abzurufen. "Damit bleibt Fürstenfeld innovativ und unterscheidet sich deutlich von anderen Städten in der Oststeiermark", sagte Jost. Das Projektteam hat bereits mit der Entwicklung begonnen.

Kostenpunkt der App: 90.000 Euro; zusätzlich fallen jährlich Wartungskosten in der Höhe von 12.000 Euro an. Finanziert wird die Applikation von der Stadt, der Arge Werbegemeinschaft, dem Tourismusverband und den Stadtwerken. Wobei die Gemeinde mit 49.500 Euro den größten finanziellen Brocken stemmt.

Kritik an Projekt

Für Teile der Opposition eine zu große Investition. "Was ist, wenn in der Entwicklung etwas schiefgeht? Dann sind 90.000 Euro zu viel investiert", sagte Michael Prantl (SP), der sich für günstigere Varianten aussprach, auf die er in seinen Recherchen gestoßen war. Diese seien "deutlich unter" dem vorliegenden Angebot "manche sogar unter 10.000 Euro". "Wir sind grundsätzlich für eine App, aber nicht um diesen Preis." Zudem stößt Prantl das Firmengeflecht des Grazer Unternehmens sauer auf. Demnach sei einer der Gesellschafter ein Sportwettenabieter, gegen den gerade ermittelt werde, sagte er.

Schützenhilfe bekam der Sozialdemokrat von Grünen-Gemeinderat Harald Peindl, der vor allem das Vergabeverfahren kritisierte und Intransparenz witterte. Die Opposition sei in den Vergabeprozess nicht eingebunden gewesen und nicht richtig informiert worden, monierte er. "Wir wissen nicht einmal, ob es mehrere Anbieter gegeben hat."

Fürstenfeld muss nicht immer Erster sein.

Harald Peindl, Grünen-Gemeinderat
Peindl stellte gar die Sinnhaftigkeit des ganzen Projekts infrage. "Wer braucht diese App jetzt in der Stadt?", fragte er ins Plenum. Der Markt solle sich zunächst einmal entwickeln und wenn gute Ergebnisse dabei entstünden, könne man ja zuschlagen, so seine Idee. "Fürstenfeld muss nicht immer Erster sein."

Ein Vorstoß, der nicht nur den VP-Mandataren, sondern auch Christian Schandor (FP) missfiel. "Gegen die Digitalisierung kann man sich nicht verwehren, egal ob Alt oder Jung", sagte er in Richtung Peindl. Fürstenfeld müsse weiterhin die Rolle des Vorreiters einnehmen, so sein Appell. Seine Fraktion habe ebenso die Projektkosten prüfen lassen: "Bei einer App, die so umfangreich programmiert wird, sind die Kosten gerechtfertigt", rechnete Schandor vor.

Ähnlicher Meinung ist auch VP-Vizebürgermeister Hermann Großschedl, der die Kritik an der Projektvergabe zurückwies. "Ihr wisst seit Jahren, dass wir eine App haben wollen, und jetzt tut ihr so, als ob ihr zum ersten Mal davon hören würdet", schoss er in Richtung Opposition. Die Firma wolle die App zu einem Vorzeigeprojekt machen. "Das kann für uns nur gut sein."

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