Als multidisziplinärer Künstler bewegt sich Josef Lederer souverän zwischen Bildhauerei, Objektkunst, Malerei und Grafik. In seinen Arbeiten hebt er auf humoristische Weise die Skurrilitäten des Alltags hervor, ohne dabei jahrtausendealte Werte der Menschlichkeit, des Miteinanders, der Liebe zu vergessen.

Denn Lederer ist zwar vom Menschen belustigt, aber er macht ihn nicht lächerlich. So zeichnet er in seinem Schaffen von sich selbst das Bild eines Künstlers, der die Welt liebt und als „einen großen Organismus“ versteht.

Unter dem Titel „auszugs.weise“, stellt er im Kleine Zeitung Regionalbüro in Hartberg nun einige seiner Werke aus den Zyklen „Liebe kommt nicht. Liebe geht nicht. Liebe ist.“, „Alles war einmal ganz. Alles wird einmal ganz.“ und „Confessiones.“ aus. Die Ausstellung eröffnet am 5. März um 18 Uhr in der Alleegasse 8.

Spirituell und erdverbunden

Geboren 1967, wächst Lederer auf dem elterlichen Bauernhof in Burgau auf, umringt von Tieren, handwerklicher Tätigkeit und den Jahreszeiten, die die Arbeit auf einem Hof bestimmen. Nach der Volksschule besucht er das Bischöfliche Seminar und Gymnasium Graz, wo er 1986 maturiert.

Es folgt das Studium der katholischen Theologie, das ihn erstmals auch zur intensiven Auseinandersetzung mit der Malerei führt. Parallel engagiert er sich bei GLOBAL 2000, einer Umweltorganisation, die sich unter anderem gegen Atomkraftwerke stark macht. Außerdem ist er Teil der Katholischen Jungschar und Jugend, denn Jesus ist ihm seit jeher „sehr sympathisch“.

Neber seiner Frau und der Tochter, sind Katzen die wichtigsten Begleiter Josef Lederers auf seiner „Hof.Kunst.Baustelle“ in Burgau
Neber seiner Frau und der Tochter, sind Katzen die wichtigsten Begleiter Josef Lederers auf seiner „Hof.Kunst.Baustelle“ in Burgau © Josef Lederer

Künstler & Bio-Bauer

Folgerichtig also, dass er von 1992 bis 1994 als Sozialpädagoge am Bischöflichen Seminar Graz arbeitet. Kurz darauf vertieft er seinen künstlerischen Schaffenshunger und lässt sich an der Berufsakademie für Grafik und Design am WIFI Graz ausbilden.

Nach seinem Zivildienst bei der Lebenshilfe Bad Radkersburg wirkt er von 1996 bis einschließlich 1999 beim Aufbau der Arbeitsassistenz Südsteiermark mit. Zu dieser Zeit beschäftigt er sich bereits intensiv mit Bronze‑Kleinplastiken – eine Leidenschaft, die bis heute anhält.

Pünktlich zur Jahrtausendwende übernimmt Lederer den elterlichen Bio-Bauernhof und gewinnt damit neuen Gestaltungsraum hinzu. Er nennt ihn „Hof.Kunst.Baustelle“ – einen Ort, an dem Landwirtschaft, Spiritualität und Kunst ineinanderfließen.