In vielen Fällen verbindet man Urlaub mit einem üppigen Buffet. Nicht so bei dieser Art, zu verreisen. Wer in diesen Hotels für eine Auszeit einkehrt, besinnt sich auf das Wesentliche. Es wird gefastet – auf dem Teller und im Glas. „Wir sind wegen unserer Ernährungsphilosophie quasi prädestiniert dafür. Mit der leichten, basischen Küche, die wir ohnehin anbieten“, so Roman Wilfinger vom Ring Bio Hotel in Hartberg.

Zum Thema Fasten habe man aktuell mehrere Varianten im Angebot. Detox-Tage bis Wochen. Es gibt aber auch Fasten-Impulstage. „Für die Einsteiger zum Hineinzuschnuppern. Die Nachfrage ist relativ gut. In der Fastenzeit, aber auch allgemein im Frühjahr“, so der Hotelchef, der selbst ausgebildeter Fastentrainer ist.

Der Großteil der Gäste, die eine Auszeit samt geplantem und begleiteten Verzicht buchen, seien aber nicht die vom Kardiologen geschickten Manager kurz vor dem Infarkt, sondern jene, die ohnehin schon gesundheitsbewusst leben. „Sie befassen sich mit dem Thema und bringen durchaus auch Vorwissen mit. Ich würde sagen, dass zwei Drittel weibliche Gäste, ein Drittel männliche Gäste zu uns kommen.“

Von der Frühstückspension zum Fastenhaus

Sie hatten selbst gesundheitliche Probleme und sind so auf das Thema Fasten gestoßen: Roswitha und Robert Dunst, die das Fastenhaus Dunst in Miesenbach bei Birkfeld führen. „Es hat uns geholfen. Dann haben wir es anfangs auch in unserer Frühstückspension angeboten“, erklärt Robert Dunst. Von 2005 bis 2008 wurden Pensions- und Fastengäste parallel versorgt. „Das ging gar nicht. Seither haben wir uns aufs Fasten spezialisiert.“

In das Haus, das über 13 Zimmer verfügt und Platz für 18 Personen bietet, kommt „ein buntes Gefüge“. Häufig sind es jedoch die, denen der Arzt nahelegt, die gesundheitliche Notbremse zu ziehen. „Einige kämpfen auch mit Burnout“, so der 68-Jährige.

Angeboten wird das Fasten nach Dr. Buchinger. „Eine Trinkkur, bei der man zwischen 200 und 300 Kilokalorien am Tag in flüssiger Form zu sich nimmt.“ Dies ist in zwei Paketen möglich – acht Tage (Standard) oder zwölf Tage (XL). „Das Frühjahr und die Fastenzeit haben natürlich mehr Zuspruch als der Rest des Jahres. Wobei es auch im Herbst Spitzen gibt.“ Derzeit arbeiten im Fastenhaus Dunst fünf Personen. „Wir wollen aber bald in Pension gehen und wir hoffen, dass unser jüngerer Sohn einsteigt.“

Larimar – Wellness und Basenfasten

Auch Johann Haberl, Inhaber des Larimar in Stegersbach , kennt die Vorzüge des Fastens. „Wir haben gesehen, dass durch das Fasten bei Menschen mit leichten und mittelschweren gesundheitlichen Problemen die Selbstheilungskräfte des Körpers massiv angeregt werden“, so Haberl, der selbst regelmäßig fastet. Daher habe man bereits seit 15 Jahren unterschiedliche Pakete im Angebot (Detox-Leberkur, Intervall-Basenfasten, F.X.-Mayr-Kur) „Zu uns kommen die Gesundheitsbewussten und damit überwiegend Frauen.“

Nicht nur von der Entgiftung des Körpers, würde man profitieren, so Haberl, sondern auch vom Gewichtverlust. „Wenn jemand sieben Tage da ist, verliert er im Schnitt vier Kilo.“ In dem Haus gibt es dafür auch einen eigenen Restaurantbereich für die Fastengäste. „Es kann nicht sein, dass am Nebentisch jemand sitzt, der ein Bier oder eine Flasche Wein trinkt und daneben muss man sein basisches Menü essen.“