Mit Handschuhen, Mundschutz und Kopfbedeckung bekleidet, stehen drei Mitarbeiter in einer der drei Produktionshallen. Sie sind gerade damit beschäftigt, ein neues Produkt für Babys und Kinder in die entsprechenden Verpackungen zu füllen. Weil es noch in den Kinderschuhen steckt – also erst gerade auf den Markt gekommen ist – ist die Stückzahl noch klein genug, um es auf diese Weise abzufüllen. Bei vielen anderen der im Sortiment befindlichen 69 Produkte ist das anders. In Spitzenzeiten, wie jetzt in den Wochen vor Weihnachten, verlassen täglich bis zu 30.000 Pakete das oststeirische St. Johann in der Haide, wo das Headquarter von Ringana steht.

Was vor 27 Jahren noch nahezu exotisch war, nämlich Frischekosmetik herzustellen, ist heute zum Trend geworden. „Wir versenden in 34 Länder, seit Oktober sind wir ganz neu in Mexiko“, erzählt Firmenchef Andreas Wilfinger und sagt: „Das ist Teil unserer Expansionsstrategie. Wir wollen Amerika von der Mitte aus beginnen.“ Dabei ist gerade eine solche Expansion nicht ganz einfach. Nimmt die Entfernung zu, wird die Frische zum Thema. Dabei spielt Ringana die Paketlogistik in die Karten. „Das hat sich unglaublich verändert. Auch international haben wir da keine Herausforderungen mehr“, ist Wilfinger froh. Hinzu kommen die Versand-HUBs in Bozen, Girona und auf Gran Canaria.

Strenge Kontrollen

Bis die Kosmetikprodukte allerdings dort landen, müssen sie strenge Kontrollen durchlaufen. Eine der ersten ist dabei die Chefetage. „Wir probieren das Produktportfolio in einer ganz frühen Phase aus. Das ist Chef- und Chefinnensache und macht unglaublich viel Spaß“, sagt Wilfinger. Gibt es von dort das Okay und ist das Produkt einmal im Sortiment, kommt es, selbst wenn es abgefüllt ist, noch nicht in den Verkauf. Es folgt ein sensorischer Test, wo unter anderem Geruch und Optik analysiert werden, danach werden die Produkte sekundär verpackt, heißt, mit Banderole oder in einem kleinen Handtuch. Erst wenn dann auch noch die Analyseergebnisse der jeweiligen Charge im Haus sind, steht die Ampel auf Grün und die Produkte sind freigegeben. „Sie liegen dann schon in den HUBs auf und können sofort in den Verkauf gehen.“

Die strengen Kontrollen machen es auch erforderlich, dass hygienisch auf höchstem Standard gearbeitet wird. „Was einmal drinnen ist, geht nicht mehr hinaus“, weiß Wilfinger. Deshalb sind in bestimmten Bereichen bei den Mitarbeitern nicht einmal Schmuck oder Make-up erlaubt. Um das sicherzustellen, werden die Mitarbeiter über bestimmte Räume „eingeschleust“.

„Cooles Angebot an Rohstoffen“

Das funktioniert problemlos. In die Karten spielt Ringana derzeit aber neben der jahrelangen Erfahrung und dem Alleinstellungsmerkmal der Frischekosmetik am Markt auch das Angebot an Rohstoffen. „Durch einen größeren Markt der Naturkosmetik ist das Angebot an coolen Rohstoffen exorbitant gestiegen“, freut sich der Ringana-Chef, will aber sein Sortiment deswegen nicht erweitern. „Ich war immer stolz auf ‚nur‘ 57 Produkte. Mittlerweile sind es 69, das ist fast eine Spur zu viel.“ Der Grund: Weil alle Chargen frisch erzeugt werden müssen, sei die Schmalheit des Sortiments essenziell. „Wir können nicht auf allen Hochzeiten tanzen.“

An den angebotenen Produkten wird hingegen stetig gefeilt, manchmal auch ein Update gemacht. „Bei vielen ist das aber auch gar nicht notwendig“, sagt Wilfinger. Und das Geheimnis des Erfolges? Das ist nicht zuletzt der Einsatz von hochpotenten, antioxidativen Wirkstoffen aus der Natur in allen Ringana-Produkten. „Wir verzichten auf viele Dinge, die andere, die im Regal stehen, brauchen. Das gibt uns den Erfolg und damit begeistern wir unsere Kunden.“

Firmenchef Andreas Wilfinger freut sich über die neue Baby- und Kinderlinie und die Öffnung des Marktes in Mexiko
Firmenchef Andreas Wilfinger freut sich über die neue Baby- und Kinderlinie und die Öffnung des Marktes in Mexiko © Ringana