JubiläumSeit sieben Jahrzehnten am Ball

Bis zum Vorjahr stand Norbert Rauszig am Tennisplatz. Er ist Gründungsmitglied des TC Judenburg, der seit 70 Jahren besteht. Von Höhen und Tiefen, Umzügen und Aufwinden.

Am Norbert-Rauszig-Platz, dem „Center-Court“ in Murdorf: Norbert Rauszig und Werner Marischnig © Michaela Egger
 

Gemütlich ist es auf der Terrasse des TC Judenburg in Murdorf. Kantinenchefin Gerlinde Simbürger serviert Kaffee, auf den angrenzenden Plätzen fliegen die Bälle hin und her. Zwei ältere Semester matchen sich auf dem Norbert-Rauszig-Platz, „unserem Center-Court“, wie Obmann Werner Marischnig schmunzelt.

Der Namensgeber, Norbert Rauszig, sitzt ebenfalls mit uns am Tisch. Der Mann ist 92 Jahre alt und seit der Gründung beim TC Judenburg, der heuer sein 70-Jahr-Jubiläum feiert. Der „Norbert-Rauszig-Platz“ war ein Geschenk zum 90. Geburtstag. „Früher war das ein sehr elitärer Sport, mit meiner Wenigkeit hat sich das aufgehört“, lacht der 92-Jährige, der auf ein sportliches Leben (Skifahren, Schwimmen, Turnen, Skispringen, ...) zurückblickt und bis zum Vorjahr noch den Schläger geschwungen hat.

Im Tennis holte er etliche Landes- und Staatsmeistertitel, der ehemalige Mitarbeiter der ÖDK war auch bei internationalen Turnieren am Start.

Auf der Murdorfer Anlage, einst Heimat des 2012 aufgelösten TC Murdorf, ist der TC Judenburg erst seit 2015 angesiedelt. Davor spielten die Mitglieder in Oberweg, wo es immer wieder Überschwemmungen gegeben hat, die Anlage von Unwettern schwer beschädigt wurde.

Seit 2004 ist Werner Marischnig Obmann des Vereins, der bei seiner Gründung 19 Mitglieder hatte. Heute sind es 124. „Mein Bestreben ist es, den Club in Schuss zu halten, damit ich ihn später mit gutem Gewissen übergeben kann“, so Marischnig. So wurde in seiner Ära etwa eine Fotovoltaikanlage errichtet. Außerdem eine Zisterne, über die zwei Plätze mit Regenwasser bewässert werden: „Das ist einzigartig in der Steiermark“, sagt Marischnig.

Rückblick: 70 Jahre TC Judenburg

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Sepp Simbürger gesellt sich zur Runde. Der Mann von Gerlinde ist Platzwart und Trainer. Seit mehr als 40 Jahren ist das Paar im Tennisgeschehen aktiv. „Ich habe aber nie gespielt“, schmunzelt Gerlinde. Sie versorgt lieber die Sportler in ihrer Kantine, ein „gemütliches Volk“, wie die Kantinenchefin betont.

Sepp Simbürger präsentierte ein Shirt von Dominic Thiem und einen Schläger, den das aktuelle Aushängeschild des österreichischen Tennissports im Vorjahr bei den US Open im Einsatz hatte. 2006 spielte Thiem als Jugendlicher bei einer österreichischen Meisterschaft in Knittelfeld. Seither, Simbürger war damals Turnierleiter, sind die beiden Familien miteinander verbunden. „Das Leiberl habe ich zum Geburtstag bekommen“, erzählt Simbürger.

Spitzensportler Thiem ist laut Werner Marischnig wichtiger Werbeträger für den Tennissport. „In seinem Sog spürt man einen Aufwind“, so der Obmann. Dennoch: Wie andere Sportvereine kämpft auch der TC Judenburg mit Nachwuchsproblemen. „Tennis ist ein wunderbarer Sport. Er hält fit und man ist am Platz für sich selbst verantwortlich“, so Obmann Marischnig.

Früher gab es noch Ballbuben. In einem Schreiben an die Mitglieder vom 24. Mai 1948 steht unter anderem unter den Bestimmungen geschrieben: „Den Ballbuben gebührt für die Spielstunde 1 Schilling Stundenlohn. Die Spielteilnehmer haben diesen Betrag gemeinsam aufzubringen und sogleich nach beendetem Spiel den Buben auszufolgen.“ Norbert Rauszic: „Wenn sie nichts zu tun hatten, haben sie gespielt. Aus ihnen sind alles gute Spieler geworden“.

Den „weißen Sport“ kann man allerdings in jedem Alter anfangen: „Ein bisschen Ballgefühl kann aber nicht schaden“, schmunzelt der Obmann. Apropos weißer Sport: „Die Mitglieder werden gebeten, wenn möglich nur in weißer Tenniskleidung zu spielen. Zu stärker frequentierten Spielzeiten ist das Spielen mit nacktem Oberkörper verboten.“ Ebenfalls ein Auszug aus der Mitteilung aus dem Jahr 1948. Das Jubiläum, bei dem es natürlich auch einen Rückblick geben wird, feiert der Verein am 22. September.

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