Mehr als 20 bis 25 Prozent der Jugendlichen in Österreich zeigen laut Studien psychisch belastende Symptome. Sichtbar werden diese häufig im Schulalltag. Genau hier soll das Projekt „fit4SCHOOL“ ansetzen, das professionelle psychotherapeutische Beratung direkt an Schulstandorten anbietet.
Vorgestellt wurde das Konzept von Ingrid Jagiello, Vorsitzende des Steirischen Landesverbands für Psychotherapie. Ziel sei es, frühzeitig zu helfen, bevor Krisen eskalieren. „Schule ist der Lebensraum junger Menschen. Unterstützung darf nicht an Wartezeiten oder Stigmatisierung scheitern“, so Jagiello.
Einmal pro Woche Besuch vom Therapeuten
Konkret sieht das Modell vor, dass einmal wöchentlich eine Psychotherapeutin oder ein Psychotherapeut für vier Stunden an der Schule präsent ist. Die Einbindung erfolgt in Abstimmung mit Direktion und Schulgemeinschaftsausschuss. Die Beratungen dauern je nach Bedarf zwischen zehn und fünfzig Minuten. Der Zugang ist niederschwellig und kostenfrei. Lehrkräfte können Kontakte anregen, gleichzeitig können sich Schülerinnen, Schüler und Eltern direkt melden.
Inhaltlich verbindet „fit4SCHOOL“ Prävention mit konkreter Krisenintervention. Neben der Förderung von Selbstwert, emotionaler Stabilität und Resilienz umfasst das Angebot auch diagnostische Einschätzungen und gegebenenfalls Weitervermittlungen an Fachärztinnen, Psychotherapeuten oder klinische Psychologinnen.
Jagiello betont den präventiven Ansatz: „Frühzeitige Unterstützung kann Leid mindern und langfristige Folgen verhindern.“
Neos unterstützen Forderung
Unterstützung erhält die Initiative auch aus der Politik. Der Murtaler Neos-Gemeindesprecher Robert Reif spricht sich für eine flächendeckende Umsetzung in der gesamten Steiermark aus. Psychische Hilfe dürfe nicht vom Engagement einzelner Schulen abhängen, sondern müsse Standard werden.
Die Neos fordern eine klare Finanzierung und Zuständigkeit zwischen Land, Bildungsdirektion und Gesundheitssystem. Reif beziffert die Kosten mit rund 14.000 Euro pro Schule und Jahr und plädiert für transparente Kriterien, eine Evaluierung der Wirkung sowie verbindliche Kooperationen zwischen Schule, Eltern und psychosozialen Einrichtungen.