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Der Gerettete spricht"Am Mittwoch begann mein drittes Leben"

Peter Fritz aus Kapfenberg kam beim Kettenauflegen unter sein Auto. Er rief 45 Minuten um Hilfe, bis ein Wanderer vorbeikam und Alarm schlug.

Peter Fritz kann nach seinem glimpflich verlaufenen Abenteuer schon wieder lachen
Peter Fritz kann nach seinem glimpflich verlaufenen Abenteuer schon wieder lachen © (c) Pototschnig Franz
 

Der Kapfenberger Pensionist Peter Fritz (69) sitzt gemütlich im Wohnzimmer seiner Kapfenberger Wohnung und winkt mit der Ambulanzkarte: "Viel hat nicht gefehlt und ich würde nicht mehr da sitzen. Das war schon das zweite Mal, dass ich knapp mit dem Leben davongekommen bin." Das erste Mal war es ein schwerer Verkehrsunfall 1992 im Gratkorntunnel. Peter Fritz brauchte damals drei Jahre, bis er sich ins Leben zurückkämpfte und wieder ins Berufsleben einsteigen konnte.

Diesmal war es eine Verkettung unglücklicher Umstände, erzählt der 69-Jährige: "Ich hatte mir am Mittwoch Schneeketten für meinen neuen VW Fox gekauft und fuhr dann in den Graschnitzgraben in St. Marein, um sie eventuell gleich zu testen." Kurz vor 14 Uhr war er in Richtung einer Jausenstation unterwegs und dachte sich: "Ach was, ich probier's ohne Ketten."

Zu spät für die Ketten

Aber das war ein Fehler, wie er bald merkte: "Es kam ein Steilstück und die Straße war völlig vereist. Ich kam ins Rutschen und das Auto drehte sich gegen den ausgeschobenen Schnee am linken Straßenrand. Ich dachte: Jetzt ist es Zeit für die Ketten." Er zog die Handbremse an, ließ den Motor laufen und warf die Kette über das rechte Vorderrad. Das ging noch leicht, aber ans linke Vorderrad kam er schon schwerer heran. Als er sich zwischen Auto und Schneehaufen zwängte, begann das Auto plötzlich zu rutschen. Peter Fritz: "Ich wollte ins Auto springen, um es aufzuhalten. Aber brachte nur das rechte Bein hinein, rutschte aus, und der linke Fuß kam unter das Vorderrad."

Die FF St. Marein legte am Rotkreuzwagen Ketten an, damit der Patient rasch abtransportiert werden konnte
Die FF St. Marein legte am Rotkreuzwagen Ketten an, damit der Patient rasch abtransportiert werden konnte Foto © Rotes Kreuz Bruck-Mürzzuschlag, Thomas Kammerhofer

Da kam das Auto zum Stillstand, Fritz lag in verrenkter Stellung zwischen dem Auto und dem verdichteten Schnee eingeklemmt. Er konnte aber ins Auto greifen und die Hupe betätigen: "Ich hupte und schrie um Hilfe, aber niemand hörte mich. Ich versuchte die Notrufnummern 112 und 144, kam aber nirgends durch. Und mir wurde immer kälter."

Beim dritten Vaterunser kam Hilfe

Was geht einem da durch den Kopf? Fritz: "Ich war vor knapp 30 Jahren Mitbegründer des Brucker Notarztsystems und wusste: Ich muss Zehen, Finger und Körper bewegen, sonst erfriere ich. Dabei hupte und rief ich weiter um Hilfe, ohne Erfolg." Dann begann er zu beten: "Ich habe drei Vaterunser gebetet, und beim dritten kam ein Wanderer vorbei, ein früherer Kollege vom Roten Kreuz." Dieser rief das Rote Kreuz, das aber nicht bis zur Unfallstelle fahren konnte. Also wurde die Feuerwehr St. Marein alarmiert, die das Auto von Fritz wegschleppte und ihn befreite.

"Ich hatte nur noch 33 Grad Körpertemperatur, aber der Rettungswagen war warm vorgeheizt und ich wurde dick in Alufolie verpackt", lacht Peter Fritz und zeigt seinen Fuß. Im Knie hat er Bänderverletzungen, außerdem ist das Bein blau angelaufen, aber sonst geht's ihm gut. Er dankt allen Helfern beim Roten Kreuz, dem Notarzt, der Feuerwehr, vor allem aber dem Wanderer Norbert K., der ihn gefunden hat: "Ich werde zwar erst im Juni 70, aber ich kann meinen Geburtstag jetzt schon vorfeiern."

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