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KulturschätzeRote Kreuze und ihre vielfältige Bedeutung

Christliche Kreuze als alte Markierungspunkte in den Mürztaler Wäldern.

Ein typisches rotes Kreuz am Feistritzberg in Langenwang
Ein typisches rotes Kreuz am Feistritzberg in Langenwang © Dobrovolny
 

Das Phänomen der roten Kreuze zeigt, dass die unzähligen Marterl und Bildstöcke nicht auf den religiösen Aspekt reduziert werden sollen. In den Mürztaler Wäldern finden sich etliche rote Holzkreuze, deren Bedeutung in Vergessenheit geraten ist.

Der verstorbene Kindberger Heimatforscher Hubert Stolla hat sich intensiv damit beschäftigt. Er verwies auf die englische Maßeinheit „Rood“, mit der das Land vermessen wurde. Ein Rod oder Rood entspricht 5,5 Yards, 16,5 Fuß oder 5,029 Meter. Stolla nahm an, dass mit dem Rod-Maß Pfähle gesetzt worden sind, die als Rodpfähle oder Rodkreuze bezeichnet wurden.
Die Standorte der roten Kreuze werden auch in Verbindung mit den Gerichtsbezirksgrenzen gebracht. Die Roten Kreuze im Mürztal sind kein Einzelfall, in Österreich konnten rund 530 dieser Kreuze nachgewiesen werden. Man findet sie auch in Süddeutschland, der Schweiz, in Südtirol, Böhmen und der Bretagne.

Es ist anzunehmen, dass die Mürztaler roten Kreuze zu einem weitläufigen Markierungssystem gehören, das noch intensiv untersucht werden müsste. Geomantische Forschungen sehen diese christlichen Kreuze auch als Markierungspunkte, die in Beziehung zu sakralen Bauten stehen könnten.
Im Mürztal findet man rote Kreuze in Spital/Semmering, am Feistritzberg in Langenwang, auf der Kathreiner Alm, in der Veitsch, nahe der Stanglalm – und in der Rot-Kreuz-Siedlung in Mitterdorf erinnert eine Installation daran.

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