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"Radikal Neues"So will der Stadtchef Bruck retten

Bürgermeister verzichtet auf Dienstwagen, die Stadtpolizei wird abgeschafft, die Kläranlage kommt zum Mürzverband, auch Stadtwerke, Wohnungen und Stadtforst sind ein Thema.

Bürgermeister Peter Koch will Bruck auf vielen Ebenen umkrempeln. Es gibt dabei keine Tabus
Bürgermeister Peter Koch will Bruck auf vielen Ebenen umkrempeln. Es gibt dabei keine Tabus © Pototschnig Franz
 

Ein Jahr ist Peter Koch nun Bürgermeister von Bruck. Bei einem Pressegespräch ging es am Montag aber nicht um dieses Jahr, sondern um die Zukunft der Stadt – und da bleibt kein Stein auf dem anderen. Unter dem Titel „Aufbruch Bruck“ will Koch damit aufhören, „Besitzstände zu wahren und ewig zu verwalten, sondern Visionen aufzeigen und radikal Neues versuchen“.

Das beginnt bei der Verwaltung: Noch diese Woche wird die Stadtpolizei abgeschafft – sie besteht ohnehin nur noch aus einem Beamten. Die Zahl der Abteilungen wird drastisch reduziert, so werden etwa der Wirtschaftsbetrieb, Kanal, Wasser und Gärtnerei unter „Infrastruktur“ zusammengeführt. Das Amt wird digitalisiert, damit man nicht ständig „Akten von A nach B tragen und wieder zurücktragen muss“, wie Koch sagte. Aus den vier städtischen GmbHs werden zwei, und die Kläranlage soll dem Mürzverband einverleibt werden: „Das sind Profis und entlasten die Stadt Bruck.“

Mehr Fachleute ohne Parteibuch

Auch die politischen Referenten soll um ein Drittel weniger werden und externe Fachleute sollen mehr Gehör finden – ohne Parteibuch: „Wir können es uns nicht erlauben, auf eine einzige gute Idee zu verzichten, egal, von wem sie kommt.“

Ein großer Brocken ist das Budget. Gleichsam symbolisch verzichtet Koch ab sofort auf den Dienstwagen, das Leasingfahrzeug wird zurückgegeben und durch ein E-Auto ersetzt.

Auch bei den Gemeindewohnungen gibt es ganz neue Töne: Zehn Prozent von ihnen stehen leer, und wenn die Stadt es nicht schafft, sie zu vermieten, will Koch die Kooperation mit einer Wohnbaugenossenschaft suchen. Ebenso bei den Stadtwerken, die „zukunftsfit“ werden sollen, um dann eine Beteiligung anzustreben.

Waldflächen werden angeboten

Bruck besitzt 1800 Hektar Wald, der künftig intensiver bewirtschaftet werden soll, kleinere Stücke könne man durchaus den umliegenden Bauern anbieten, ohne das Erholungsgebiet zu beeinträchtigen, so Koch. Noch heuer will er fünf bis sechs Mountainbikestrecken öffentlich machen. Die Neue Mittelschule wird erneuert und soll zum „Bildungscampus“ werden.

Koch will auch die Zusammenarbeit in der Region forcieren, vor allem mit Kapfenberg und Leoben, aber auch im Großraum Trofaiach bis Mürzzuschlag. Mit der gescheiterten Fusion Bruck-Kapfenberg habe man „eine Chance vertan“.

All dies ist laut Koch keineswegs als Kritik an seinen Vorgängern gemeint: „Das Leben wird nach vorne gelebt und nach hinten verstanden.“

Kommentare (2)

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schetzgo
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Klingt gut - viel Glück

Immerhin ein Anfang

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erzberg2
1
14
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Das könnte Zukunft haben,

wenn er nicht an den eigenen Parteifreunden scheitert. Dazu gibt es leider zu viele Beispiele, Vordenker mögen die Genossen nicht.

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