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SemmeringGhegas Mauern werden wie neu

Am Semmering werden derzeit Viadukte saniert und Geleise erneuert. Wegen des Denkmalschutzes ist das gar nicht so einfach.

Das mächtige Viadukt über den Wagnergraben ist eingerüstet, die Brüstung wurde abgebaut
Das mächtige Viadukt über den Wagnergraben ist eingerüstet, die Brüstung wurde abgebaut © ÖBB/Wolf Johann
 

Über die 164 Jahre alte Ghega-Bahnstrecke rollen täglich 180 Züge. Meist solche, für die diese Bahn nicht gebaut worden ist. Gerade bei den Güterzügen hat sich das Gewicht und damit die Belastung für die Anlagen vervielfacht. Wind und Wetter tragen zur Erosion der Natursteinanlagen bei. Damit die Geleise, Brücken und Viadukte der Belastung standhalten, müssen sie regelmäßig instand gesetzt werden. Weil man aber die Bahnstrecke nicht schließen kann, muss das Schritt für Schritt gehen.

Im Jahr 2016 wurde eine Revitalisierung gestartet, die bis 2020 läuft. Heuer und 2019 sind drei große Viadukte an der Reihe, und zwar über den Wagnergraben in Ybbsitz (714 Meter lang), den Gamperlgraben (111 Meter lang, 37 Meter hoch, zwei Stockwerke) und den Rumplergraben (756 Meter lang).

Logistische Herausforderung

Weil die Viadukte unter Denkmalschutz stehen, müssen die Brüstungsmauern schonend abgebaut und nummeriert werden. Danach werden sie in einem Steinmetzbetrieb saniert und an derselben Stelle wieder eingebaut, wo sie vorher waren. Bei insgesamt 1464 Steinen mit einem Gewicht von 1,5 bis 8 Tonnen ist das eine große logistische Herausforderung.

Die Außenansicht des Viadukts muss unverändert bleiben, das verlangt der Denkmalschutz. Deshalb muss man alle Steine erhalten, denn Ersatz gibt es nicht, die Steinmetzbetriebe aus dem 19 Jahrhundert existieren längst nicht mehr. Ist die Brüstungsmauer weg, kommt darunter eine „lastverteilende Stahlbeton-Tragwerksplatte“, die von einer elastischen Dämmplatte unterlegt ist. Diese Konstruktion sorgt dafür, dass das enorme Gewicht heutiger Güterzüge besser auf den Untergrund verteilt wird. Auch eine neue Entwässerung wird eingebaut, um die Frostschäden zu verringern. Überdies werden im ganzen Viadukt neun Meter lange Stahlanker in den Stein zementiert, die die Viadukte für alle Zukunft zusammenhalten sollen.

Die Brüstung entlang der Geleise wird abgebaut, die Steine werden nummeriert, saniert und dann wieder exakt gleich aufgesetzt
Die Brüstung entlang der Geleise wird abgebaut, die Steine werden nummeriert, saniert und dann wieder exakt gleich aufgesetzt Foto © ÖBB/Wolf Johann

Bis Freitag dieser Woche sowie nächste Woche von 18. bis 22. Juni ist wegen der Arbeiten kein Zugverkehr möglich. Zwischen Mürzzuschlag und Payerbach wird ein Schienenersatzverkehr geführt. Infos erhält man in den Bahnhöfen, an den Haltestellen sowie im Internet unter www.oebb.at.

 

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