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Reparatur-Café

Die letzte Chance für Elektrogeräte

Seit 2013 werden beim Reparatur-Café des ISGS Kapfenberg Haushaltsgeräte repariert. Weil die Nachfrage so groß ist, arbeitet man nun mit Jugend am Werk zusammen. Von Marco Mitterböck

Manfred Kayer, Gottfried Spanblöchl und Roman Steinwender (von links) sind mit viel Einsatz bei der Sache
Manfred Kayer, Gottfried Spanblöchl und Roman Steinwender (von links) sind mit viel Einsatz bei der Sache © Marco Mitterböck
 

Ein lauter Knall oder ein blinkendes Warnlicht, schon ist die Freude am Elektrogerät wie weggeblasen. Wenn plötzlich gar nichts mehr geht, sind Reparatur-Cafés oft ein günstiger Ausweg, um das geliebte Elektrogerät doch noch am Leben zu erhalten. Seit 2013 widmet sich Gottfried Spanblöchl mit seinen Mitstreitern im ISGS Kapfenberg kleineren und größeren technischen Problemen. „Anfangs war dieser Service noch für finanziell schwächere und ältere Menschen gedacht, mittlerweile nimmt ihn aber schon ein gemischtes Publikum an“, erzählt Spanblöchl.

Die Arbeit geht den drei engagierten Herren vom ISGS dabei nicht aus, schließlich findet sich in den Wohnungen so manch zickiges Haushaltsgerät. Die häufigsten Fehlerquellen? Elektrische Bauteile, Schalter, Kondensatoren oder der klassische Kabelbruch. Manchmal fehlt eine Schraube, ab und zu ist aber auch nur die Batterie falsch eingelegt. „Diesen Fehler können wir schnell beheben“, sagt ISGS-Geschäftsführer Werner Klaus und schmunzelt. Ob Mixer, Staubsauger, Kettensäge oder Heckenschere, nichts wird unversucht gelassen – Unterhaltungselektronik, dazu zählen etwa Videorekorder, wird jedoch nicht repariert. „Wir wollen den Neukauf vermeiden, es wird in unserer modernen Gesellschaft ohnehin schon genug weggeworfen“, erläutert Spanblöchl.

Wir wollen den Neukauf vermeiden. Es wird in unserer Gesellschaft ohnehin schon genug weggeworfen 

Gottfried Spanblöchl

Vor allem die Kaffeemaschine genießt einen Sonderstatus unter den technischen Errungenschaften, macht ihr doch auch kalkhaltiges Wasser zu schaffen. „Es sind oft hochwertige Maschinen dabei, da kostet die Reparatur 300 Euro“, erzählt Spanblöchl. Seinen Service kann man hingegen kostenlos annehmen, einzig eine Spendenkasse gibt es.

Diese steht seit April jedoch nicht mehr am alten Standort im ISGS, sondern bei Jugend am Werk. Dorthin ist das Reparatur-Café übersiedelt, nachdem die Nachfrage kontinuierlich zugenommen hatte. „Wir haben mit Roman Steinwender einen Kunden, der sehr gerne repariert und schon im ISGS mitgeholfen hat“, erzählt Zweigstellenleiterin Claudia Weiss. Somit lag es auf der Hand, das Reparatur-Café bei Jugend am Werk anzusiedeln. Aus dieser Zusammenarbeit ergibt sich gleich auf mehreren Ebenen ein Nutzen.

Auf diese Weise kommen Leute in die Räumlichkeiten von Jugend am Werk, die bislang dort noch nicht zu Gast waren. „Manche Besucher treten zum ersten Mal mit Menschen mit Behinderung in Kontakt. Da werden Barrieren abgebaut“, sagt Weiss und spricht von einer inklusiven Gesellschaft, die vom gegenseitigen Austausch geprägt ist.

Neue Herausforderungen

Letztlich profitieren von dieser Zusammenarbeit aber nicht nur jene Kunden von Jugend am Werk, die sich für Technik interessieren. Weil zu einem Reparatur-Café natürlich Kaffee und Kuchen gehören, ist auch die Küchentruppe gefordert. „Fremde Leute sind eine neue Herausforderung“, sagt Weiss.

Die nächste Herausforderung steht beim Reparatur-Café am 16. Juni (von 9 bis 12 Uhr) an, bevor die Sommerpause beginnt.

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