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Ein doppeltes Heimspiel

Der international tätige Bassbariton Thomas Tatzl, ein gebürtiger Aflenzer, gibt am Freitag ein Benefizkonzert für den Karner in Aflenz.

© APA
 

Wäre es nach seinen ursprünglichen Berufszielen gegangen, hätte der Aflenzer Thomas Tatzl ein Betriebswirtschaftsstudium absolviert und wäre mit selber am Keyboard begleiteten Popsongs tingeln gegangen. So konnte man den Hak-Absolventen in früheren Jahren auf dem Aflenzer Marktfest hören, aber auch bis nach Kärnten hatte es den jungen Popbarden verschlagen. Die Initialzündung für ein Gesangsstudium kam durch einen Besuch an der Grazer Musikuniversität, wo er erkannte, dass man "Musik machen kann und darf, und das als Hauptberuf", wie es der inzwischen international gefragte Bassbariton formulierte. Auch ein Besuch der Grazer Oper mit Mozarts "Figaro" wurde zum Schlüsselerlebnis, dass sich Tatzl entschloss, die Aufnahmsprüfung für Gesang zu versuchen.

"Blut geleckt habe ich ja eigentlich schon bei der Musicalproduktion ,Elisabeth' im Brucker Stadtsaal", erzählt der heute 33-Jährige. Dort stand er als Sänger erstmals auf der Bühne. Eine Gesangsausbildung bei Sigrid Rennert an der Musikschule Bruck folgte. Bald konnte der inzwischen zum Bassbariton mutierte Sänger bei der ersten szenischen Aufführung im Brucker Rathaushof in der Rolle des Colas in Mozarts Jugendoper "Bastien und Bastienne" reüssieren.

Tatzl wechselte nach einem Jahr an der Grazer Musikuniversität nach Wien, wo er mit Karlheinz Hanser den idealen Stimmbildungslehrer gefunden hatte. Auch der weltbekannte Sänger Robert Holl zählte zu den Lehrenden, von denen der junge Sänger profitierte. Zwei Jahre lang hatte Tatzl ein Engagement an der Züricher Oper, ein weiteres festes Engagement strebt er derzeit nicht an. "Ich möchte mich neben der Oper verstärkt mit dem Liedgesang und den Oratorienpartien auseinandersetzen", skizziert er seine sängerische Zukunft. Im Opernbereich ist er spätestens seit seinem Auftritt in der von Peter von Winter komponierten Fortsetzung der "Zauberflöte" als Papageno bei den Salzburger Festspielen kein Unbekannter. "Die Rolle war für mich eine große Herausforderung, da sie stimmlich höher liegt als die Partie bei Mozart", bekennt Tatzl der kürzlich als mozartscher Papageno in Valencia zu hören war. In der gleichen Rolle wird er im nächsten Jahr in Turin auftreten.

Zwischen seinen internationalen Verpflichtungen findet er immer wieder Zeit, in seinem Heimatort Liederabende zu geben. "So etwa einmal im Jahr möchte ich schon in Aflenz auftreten", meint Tatzl. Der nächste Auftritt in der Heimat findet am 16. August um 18 Uhr in der Pfarrkirche Aflenz statt, ein Benefizkonzert für die Renovierung des Karners. Für Tatzl ein doppeltes Heimspiel, war er doch sieben Jahre lang in der Aflenzer Kirche als Ministrant tätig.

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