Fast 100 Jahre nach seinem Bau bekommt das Diemlacher Freizeitheim in der Grazer Straße eine neue Aufgabe: Ab Freitag sollen dort nämlich neun Kinder und Jugendliche in der sozialpädagogischen Wohngemeinschaft „KAP WG“ der Kinderfreunde Steiermark einziehen. Dieses familenergänzende Angebot richtet sich an junge Menschen im Alter zwischen 10 und 18 Jahren, die aufgrund einer belasteten familiären Situation professionelle Beratung brauchen.
Schon vor dem Einzug der Jugendlichen fanden sich am Montagvormittag zahlreiche Gäste aus Politik, Verwaltung und Sozialbereich zur Eröffnung ein. Kapfenbergs Vizebürgermeisterin Monika Vukelic-Auer zeigte sich in diesem Rahmen glücklich über die neue Funktion für das geschichtsträchtige Haus: „Hoffentlich wird es in Zukunft mit Leben und Lachen gefüllt.“
Diesem Gedanken schlossen sich auch die anderen Ehrengäste an. Gerade in herausfordernden Zeiten für die Kinder- und Jugendhilfe sei „jeder Euro gut investiert“, meinte etwa Andreas Bergmann, der Bezirkshauptmann Bernhard Preiner bei der Eröffnung vertrat.
Platz sich auszuleben
„Wir würden uns eine Welt wünschen, in der solche Einrichtungen eigentlich nicht nötig sind. Die Wohngemeinschaft soll für die Kinder ein neues Zuhause sein, wo sie ihre schwere Vergangenheit ablösen können“, erklärte unterdessen Wolfgang Moitzi, Nationalratsabgeordneter und Landesvorsitzender der steirischen Kinderfreunde.
Ähnlich sah es Landesrat Hannes Amesbauer: „Gut, dass es künftig diesen Ort gibt, wo Kinder die Möglichkeit haben, Kind zu sein.“ Dem Team der Kinderfreunde sprach er entsprechend seine Glückwünsche aus und lobte die Einrichtung: „Danke, dass ihr Verantwortung im Sinne der Schwächsten übernehmt. Es schaut super aus.“
Begleitung rund um die Uhr
Die Arbeit in der Wohngemeinschaft orientiert sich an den Grundsätzen der UN-Kinderrechtskonvention sowie am steiermärkischen Kinder- und Jugendhilfegesetz. Ein professionelles Team aus Sozialpädagoginnen und Pädagogen, Psychologinnen und Psychologen, sowie Sozialarbeiterinnen und -arbeitern begleitet die jungen Menschen dort rund um die Uhr.
Deren Enthusiasmus und Freude bei den ersten Besichtigungen haben bei der örtlichen Leiterin Julia Singer bereits Eindruck hinterlassen: „Das hat sich sehr in mein Herz gebrannt. Die Kinder und Jugendlichen sitzen praktisch schon auf Koffern, viele haben am Ende gefragt, ob sie schon dableiben dürfen.“