Weil man innerhalb der Pensionsversicherungsanstalt stark über eine Zusammenlegung der Reha-Zentren Aflenz und St. Radegund nachdenkt, gehen die politischen Wellen derzeit weit über den Bezirk Bruck-Mürzzuschlag hinaus hoch. Die Bürgermeister der Region Hochschwab-Süd fordern ein Standortbekenntnis von der PVA, auf Landesebene ruft Gesundheitslandesrat Karlheinz Kornhäusl dazu auf, die Schließung zu verhindern.

Zutritt ohne Zustimmung untersagt

Von Seiten der SPÖ wollen Max Lercher und Stefan Hofer kommende Woche an einer Mitarbeiterversammlung im Reha-Zentrum teilnehmen, um sich mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vor Ort auszutauschen und deren Sorgen zu hören. Dazu kommt es allerdings nicht: In einer Mitteilung, die dem Turnauer Bürgermeister Hofer vorliegt, wurde der Betriebsrätin des Reha-Zentrums untersagt, die Politiker auf das Gelände in Aflenz einzuladen.

Das Reha-Zentrum in Aflenz
Das Reha-Zentrum in Aflenz © KLZ / Barbara Rechberger

Der Zutritt von Politikern sowie Medienvertretern zum Grundstück sei „ohne vorherige Zustimmung nicht zulässig“, teilt man mit. Bei Hofer sorgt das für Irritation, aber„wir werden uns von unserem Ansinnen nicht abbringen lassen und das in anderer Form abhalten.“ Wie sein Aflenzer Amtskollege Hubert Lenger (ÖVP) betont auch er den überparteilichen Zusammenhalt für das Reha-Zentrum und kritisiert den geplanten Schritt scharf: „Da hängen 135 Arbeitsplätze und Einzelschicksale dran, vor allem von Frauen.“

Verschlechterung von Lebensrealitäten

Die Sozialdemokraten haben dementsprechend einen Antrag zur möglichen Schließung für den steirischen Landtag vorbereitet: „Die mögliche Zusammenlegung mit dem Standort in St. Radegund würde den Verlust von mehr als 130 Arbeitsplätzen für die Region bedeuten und für viele Betroffene die Lebensrealitäten deutlich verschlechtern“, heißt es darin.

Im Angesicht dessen brauche es einen Schulterschluss der Verantwortlichen, meint die SPÖ und beantragt: „Die Landesregierung wird aufgefordert, sich bei der Pensionsversicherung und der Bundesregierung dafür einzusetzen, die Schließungsabsichten für das Reha-Zentrum Aflenz sofort zurückzunehmen und im Sinne der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, der Region und der Patientinnen und Patienten eine langfristige Standortgarantie in derzeitiger Form abzugeben.“