Es ging doch schneller als erwartet: Nach einem Felssturz musste die B 20 (Mariazellerstraße) in der Vorwoche komplett gesperrt werden. Zahlreiche Felsbrocken hatten sich vom Hang gelöst und waren in die Schutzverbauungen und zum Teil sogar auf die Fahrbahn gerollt. Eine Entscheidung, wie und wann die Straße wieder geöffnet wird, kündigte man für Ende dieser Woche an.

Nun überbrachte Verkehrslandesrätin Claudia Holzer die gute Nachricht aber bereits am Mittwochnachmittag, nachdem der Gefahrenbereich erneut von einem Geologen begutachtet worden war: „Die B 20 kann ab heute spätestens 19 Uhr zumindest wieder einspurig mit Ampelregelung befahren werden.“

Verkehrslandesrätin Claudia Holzer gab bekannt, dass die B 20 bereits am Mittwochabend wieder geöffnet wird
Verkehrslandesrätin Claudia Holzer gab bekannt, dass die B 20 bereits am Mittwochabend wieder geöffnet wird © Klz / Stefan Pajman

Das sorgt vor allem bei Pendlerinnen und Pendlern für große Erleichterung, die während der Sperre den Umweg über den Pogusch auf sich nehmen mussten. Weil sich dorthin auch der Schwerverkehr verlagerte, wurde die Fahrt über die L 123 (Stollinggrabenstraße) dabei für viele zur Geduldsprobe und zum Schauplatz von riskanten Überholmanövern.

Sprengungen und Helikopterflüge

Um für Erleichterung zu sorgen, war einiges an Arbeit notwendig: Zunächst wurden lose Felsblöcke teils gesprengt und manuell beräumt, während umgestürzte Bäume und Wurzelstöcke aus dem Gefahrenbereich entfernt wurden. Auch ein Hubschrauber stand im Einsatz und flog Sicherungsnetze in den Thörlgraben ein.

Die Schutzverbauungen wurden vom Felssturz in Mitleidenschaft gezogen
Die Schutzverbauungen wurden vom Felssturz in Mitleidenschaft gezogen © Fachabteilung Straßenerhaltungsdienst

„Auf einer Länge von rund 60 Metern wurden drei Meter hohe, temporäre Sicherungsnetze an Bäumen befestigt, zudem wurden und werden aktuell noch entlang der B 20 in einem 140 Meter langen Abschnitt Betonleitwände aufgestellt", erläutert Holzer und bedankt sich bei den beteiligten Firmen und dem Straßenerhaltungsdienst, die auch am Wochenende auf Hochtouren arbeiteten.

Teilsperre bis Juni

Getan ist es damit allerdings noch nicht: Um die Gefahrenstelle für die Zukunft sicher zu bekommen, erfolgte bereits eine geologisch-geotechnische Detailkartierung des betroffenen Bereichs. Die bestehenden Schutzverbauungen wurden ebenfalls auf ihre Tragfähigkeit überprüft.

Geologen haben den Hang genau unter die Lupe genommen
Geologen haben den Hang genau unter die Lupe genommen © Fachabteilung Straßenerhaltungsdienst

„Mit diesen Daten können wir nun die Dimensionierung und Planung einer dauerhaften Schutzmaßnahme angehen. Bis zur Umsetzung voraussichtlich im Juni bleibt der Abschnitt halbseitig gesperrt“, erklärt Projektleiter Markus Adam von der Abteilung 16 des Landes Steiermark für Verkehr und Landeshochbau die weiteren Schritte.