Seit Ende der 1920er-Jahre schwelte in Österreich der Konflikt zwischen der Regierung Dollfuß und der sozialistischen Arbeiterschaft. Nachdem sich die Arbeiter Anfang 1934 in Oberösterreich gegen die Räumung eines Waffenlagers des Republikanischen Schutzbundes gewehrt hatten, griff der Konflikt rasch auf andere Industriezentren Österreichs über. Steirische Brennpunkte der Februarkämpfe waren insbesondere Bruck und Kapfenberg sowie der Raum Graz. Österreichweit forderten die Februarkämpfe mehrere Hundert Todesopfer.
Die Kämpfe fanden von 12. bis 15. Februar 1934 statt. In Bruck hatte der Schutzbund anfangs Erfolge, aber die regierungstreue Heimwehr bekam Unterstützung durch das Militär, die Schutzbündler mussten fliehen. Koloman Wallisch, dem steirischen Anführer dieser Kämpfe, gelang zusammen mit seiner Frau und einigen Getreuen die Flucht aus Bruck in die Berge in Richtung Süden. Sie schlugen sich über den Hochanger und die Mugel in Richtung Liezen durch, aber nachdem sein Aufenthaltsort verraten worden war, wurde Wallisch am 18. Februar nahe Liezen gefasst und schon am nächsten Tag in Leoben hingerichtet.
Gedenkjahr
Vor 90 Jahren wurde in den Straßen von Bruck gekämpft
Im Gedenken an die Februarkämpfe 1934 werden in den nächsten Wochen zahlreiche Veranstaltungen abgehalten. Der Auftakt erfolgt diesen Donnerstag mit einer Diskussion in St. Lorenzen.
© Ulf Tomaschek