Eine 89-jährige Frau aus dem Bezirk Mürzzuschlag ist offenbar Opfer von dreisten Anlagebetrügern geworden. Die Frau war beim Surfen im Internet auf die Anzeige einer weltweit tätigen Kryptobörse aufmerksam geworden. Da sich die Frau dafür interessierte, ihr Vermögen gewinnbringend anzulegen, klickte sie auf den Link und vereinbarte in weiterer Folge ein telefonisches Beratungsgespräch mit einem Vertreter der Firma. Die Folgen kamen sie teuer zu stehen: Die Steirerin überwies innerhalb von zehn Monaten 43-mal Geld auf verschiedene Bankkonten in ganz Europa. Sie verlor dabei fast ihr gesamtes Erspartes, es soll sich um einen höheren sechsstelligen Betrag handeln.
Schadsoftware selbst installiert
Mehrmals telefonierte die Frau laut Polizei mit ihrem ominösen „Anlageberater“. Der konnte laut Polizei sein Opfer derart manipulieren, dass die betagte Frau selbst eine Software auf ihrem Laptop installierte. Dadurch war es den Betrügern möglich, aus der Ferne auf den Computer der 89-Jährigen zuzugreifen. So kam es von Februar bis Dezember zu Überweisungen auf verschiedene Konten in Litauen, Großbritannien, Deutschland und anderen europäischen Staaten. Das Geld dürfte wohl für immer verloren sein. Vor wenigen Tagen ging die 89-Jährige gemeinsam mit Familienangehörigen zur Polizei, um Anzeige zu erstatten. Den Polizisten war rasch klar, dass die Frau einem Anlagebetrug (der Fachbegriff lautet „Cyber-Trading-Fraud“) zum Opfer gefallen war. Jetzt laufen weitere Ermittlungen.