Falsche Polizisten 66-Jährige übergab Betrügern Goldmünzen im Wert von 100.000 Euro

Betrügerin gab sich als eine vom Gericht beauftrage Person aus und erbeutete von einer 66-Jährigen dadurch Goldmünzen im Wert von 100.000 Euro. Einige Pensionisten wurden in Graz und Leoben gestern Opfer solcher Betrugsversuche.

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Eine 66-jährige Frau überreichte der Betrügerin Goldmünzen im Wert von 100.000 Euro (Sujetbild) © stock.adobe.com (Aleksey Mnogosmyslov)
 

In Graz und Leoben wurden am Montag mehrere Pensionisten Opfer von Betrugsversuchen durch „falsche Polizisten“. In einem Fall in Leoben erbeuteten die Betrüger gar einen sechsstelligen Euro-Betrag von einer 66-Jährigen. Alleine in Leoben wurden am Montag sieben solcher Betrugsversuche registriert.

Gegenüber der 66-Jährigen gaben die Täter an, dass ihre Tochter ins Gefängnis komme, wenn sie nicht bezahle. Die eingeschüchterte Frau übergab einer Tatverdächtigen, die sich als eine vom Gericht beauftragte Person ausgab, Goldmünzen im Wert von etwa 100.000 Euro. Die etwa 1,60 bis 1,65 Meter große Frau mit dunklen Haaren und einem schwarzen Mund-Nasen-Schutz nahm die Wertgegenstände hastig entgegen und flüchtete, sie wurde als „südländischer Typ“ beschrieben. Die Ermittlungen laufen.

Wimmernde Frauenstimme im Hintergrund

In Graz reagierten einige Pensionisten am Montag richtig: Sie beendeten das Telefonat sofort und verständigten die Polizei. „Ich kenne diese Masche bereits aus den Medien“, so eine 74-jährige Grazerin, die den Betrugsversuch abwenden konnte und auf keine Geldforderungen einging.

Immer öfter geraten auch Smartphone-Besitzer ins Visier der Betrüger. Dabei werden oftmals Kurznachrichten (SMS) mit unterschiedlichsten Maschen verschickt, wobei dazu verleitet wird, einen mitgesendeten Link zu öffnen oder eine App zu installieren. Eine 43-jährigen Grazerin wurde vor einigen Tagen via SMS aufgefordert, eine „DHL-App“ am Mobiltelefon zu installieren. Ein Löschen der App gelang erst nach mehrmaligen Versuchen. Am Montag bemerkte die Frau, dass ihr Konto überzogen wurde und offenbar mehrere zehntausend Euro unrechtmäßig abgebucht worden waren. Die Ermittlungen sind auch in diesem Fall im Gange.

Tipps von der Polizei

  • Bedenken Sie bei Erhalt der SMS: Wie authentisch sind Absender und Inhalt
  • Prüfen Sie die SMS auf Rechtschreib- und Grammatikfehler: Cyberkriminelle agieren oftmals international und nutzen Übersetzungstools, was den Texten anzumerken ist
  • Kontrollieren Sie die Telefonnummer des Absenders, um sicherzustellen, dass sie wirklich zum angegebenen Unternehmen gehört
  • Beachten Sie auch, dass auch scheinbar echte Nummern nicht automatisch eine authentische Nachricht bedeuten. Betrüger sind oft in der Lage, andere Telefonnummern (oder Mail-Adressen) vorzutäuschen.
  • Installieren Sie Anti-Schadsoftwareprogramme und halten Sie diese am aktuellsten Stand

Vortäuschen von Notsituationen

Oft warnte die Polizei bereits vor betrügerischen Anrufen, bei denen sich Unbekannte mit meist hochdeutschem Dialekt als österreichische Polizisten ausgaben und angebliche Notsituationen von Angehörigen vortäuschen, um an Bargeld und Wertgegenstände zu gelangen. So auch am Montag. Vor allem in Graz und Leoben traten Unbekannte telefonisch mit älteren Personen in Kontakt. Dabei gaben sie sich als Kriminalbeamte oder Polizisten aus und teilten mit, dass die Tochter oder Nichte einen Verkehrsunfall verursacht hätte und die Versicherung abgelaufen wäre. In der Folge forderten die Betrüger horrende Bargeldbeträge. Zum Teil versuchten sie sogar durch wimmernde Frauenstimmen im Hintergrund die Notsituation glaubwürdiger erscheinen zu lassen.

Was tun, wenn Sie auf den Link geklickt haben

  • Haben Sie den Link bereits aufgerufen (möglicherweise Drive-By Infektion) oder die gesamte Schadsoftware installiert, aktivieren Sie den Flugmodus, um das Endgerät aus dem Mobilfunknetz zu nehmen. Dadurch kann das weitere Versenden von SMS und eine Kommunikation mit anderen Geräten verhindert werden
  • Durch das Zurücksetzen auf Werkseinstellungen kann die Schadsoftware entfernt werden. Ein einfaches Löschen der Applikation ist zu wenig
  • Informieren Sie im Falle einer Installation der Schadsoftware Ihren Mobilfunkprovider und auch Finanzdienstleister über den Vorfall
  • Prüfen Sie Ihr Bankkonto und Ihre Zahlungsdaten genau
     

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