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Von Afrika in die USA und den Oman

Karl-Heinz Schein, Lehrer des Alten Gymnasiums in Leoben, ging im vergangenen Schuljahr auf Weltreise und gibt kurze Einblick.

Afrika, Malawi: Die erste Destination seiner Weltreise © Karl-Heinz Schein
 

Sich ein Jahr zurückziehen, nicht zur Arbeit gehen, sondern eine Weltreise machen, klingt nach einem Wunschgedanken. Doch diesen hat sich Karl-Heinz Schein aus Leoben zur Realität gemacht. „Nimm dir Zeit für deine Träume, bevor die Zeit deine Träume nimmt“, dachte er sich bei der Entscheidung, hier in Leoben alles stehen und liegen zu lassen, und die Welt zu erkunden. Doch ganz so war es nicht: „Ich war immer ungefähr drei Wochen unterwegs und zwei Wochen zuhause.“

Durch ein „Sabbatical“ war ihm diese Weltreise möglich. Es gebe dabei verschiedene Arten. Eine Möglichkeit, wie sie auch Schein nutzte, ist, dass man fünf Jahre mit 80-prozentigem Gehalt arbeitet und dann ein Jahr mit 80-prozentigem Gehalt sozusagen Urlaub hat. „Ich bin sehr demütig und dankbar, dass ich so etwas machen konnte“, erzählt er.

Jeder Ort ist eine Reise wert

Auch ohne die Unterstützung seiner Frau und Kinder, wäre es nicht möglich gewesen. „Ich will nie sagen müssen, ich hätte es machen können“, erzählt Schein. Und so fiel ihm die Entscheidung nicht schwer, diesen Weg zu gehen. Doch umso schwieriger war es, sich für Orte zu entscheiden, die er entdecken und bereisen wollte. Aber man könne nichts falsch machen, da jede Reise etwas besonderes sei. Im Endeffekt war es eine Weltreise voller Erfahrungen und Eindrücke, die er nicht mehr missen möchte.

 

"Ich will nie sagen müssen, ich hätte es machen können" Foto © Karl-Heinz Schein

Eine Safarireise durch Afrika bildetet den Auftakt seiner Weltreise. Weiter ging es zu einer Wanderreise durch die Nationalparks in den Südwesten der USA. Auf Expedition war er im Süden von Marokko. Dann wurden Erlebnisse in Indien gesammelt: „Ein 10-jähriger Bub, ganz zerlumpt und ohne Schuhe mit einem Stab in der Hand, passte auf seine Schafe auf. Er hat sie mir gezeigt und wollte, dass ich Fotos davon mach. Es war ein sehr harmonischer Moment.“

Schein ging im vergangenen Schuljahr auf Weltreise Foto © Karl-Heinz Schein

Tag 11 auf deiner Weltreise in Masai Mara, Afrika Foto © Karl-Heinz Schein

In Neuseeland feierte er seinen Geburtstag im Jänner: „Zum ersten Mal war Sommer zu meinem Geburtstag.“ Der Oman wurde im Jeep bereist. Und noch schwärmt er von seinen Eindrücken im Iran: „Dort lernte ich die freundlichsten Menschen kennen.“ Auch Europa stand auf seiner Liste: „Ich war in Süditalien von Neapel bis Bari und entlang der Amalfiküste unterwegs.“

Ein Leben im Jetzt

Am letzten Abschnitt wurde Schein von seinem Sohn begleitet. Im Sommer waren sie gemeinsam auf Expedition quer durch Afrika. Mit Afrika bringt Schein sofort glückstrahlende Kinder in Verbindung. Die Zeit zwischen den Reisen verbrachte er dort wo es am Schönsten sei: Daheim mit seiner Familie. „Zuhause ist es doch am Schönsten“, meint er. Außerdem brauche man Zeit, um die Eindrücke verarbeiten zu können. „Ich glaube aber, dass es auch eine Typfrage ist. Ich lebe mein Leben im Jetzt, und so bin ich schnell wieder bereit für Neues.“

 Ausgeruht, und von seinen Erfahrungen bereichert, ging es immer weiter zur nächsten Destination. „Die Reise beginnt am Flughafen, wo man von der Reiseleitung erwartet wird.“ Bei jedem Abschnitt lernte Schein neue Menschen kennen: „Man ist dann mit ungefähr 20 fremden Personen auf engem Raum. Dabei sollte man aufgeschlossen und kommunikativ sein.“

Ein rollendes Hotel

Jede seiner Reisen wurde mit Rotel Tours in Angriff genommen. Das Besondere dabei : Es handelt sich um ein rollendes Hotel. „Der Busfahrer kocht am Abend und man schläft im hinteren Teil des Busses.“ Eine deutschsprachige Reiseleitung bringt den Reisenden Land und Leute der Destination näher. „Es geht sehr zügig voran und man muss oft früh aufstehen. Das Unternehmen will viel bieten und zeigen“, erzählt Schein. Übernachtet wurde entweder am Campingplatz, im Bus oder in Zelten in der freien Natur. „Viele meinen, man braucht danach noch einen Urlaub, um die ganzen Eindrücke zu verarbeiten.“ Er hat seine Art zu Reisen genau mit diesem Unternehmen gefunden: „Ich machte schon 16 Reisen, davon waren zehn im letzten Jahr.“

Ein rollendes Hotel - Jede seiner Reisen wurde mit Rotel Tours in Angriff genommen Foto © Karl-Heinz Schein

Kanada und der Westen der USA waren die ersten Ziele, die er mit Rotel Tours im Jahr 2013 kennenlernte. Seitdem war er entweder alleine, mit Freunden oder Familie unterwegs. Und es ist noch lange nicht Schluss: „Ich warte nur noch auf den neuen Katalog.“ Island und die Mongolei stehen dabei ganz oben auf seiner Liste. Nun steht aber der Schulalltag als Lehrperson am Programm. Es sei überhaupt kein Problem gewesen, wieder in den Beruf einzusteigen.

Viel zu erzählen

„Reisen ist für den Lehrberuf ideal. Ich kann meinen Schülerinnen und Schülern so viel von meinem Erlebten erzählen.“ Davon wird er aber nicht nur seinen Schülern, sondern auch allen Interessierten bei Vorträgen erzählen. „Ich habe bereits eine Vortragsserie im Kopf und meinem Herzen und in Ansätzen auf meinem Computer“, so Schein.

In Vorträgen möchte er von seinen Erlebnissen erzählen Foto © Katarina Jelicic

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