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LeobenÄrger rund um Kündigung des Kleingartens

Ohne Angabe von Gründen sei Pachtvertrag für Garten in Leoben gekündigt worden, klagt dessen Nutzer. Stadt zitiert Beschwerden von Nachbarn.

Im Jahr 2014 begannen Alex Zotter und seine Lebensgefährtin, den Garten herzurichten © KK
 

Den Schrebergarten seiner Lebensgefährtin am Leobener Obritzfeldweg hat Alex Zotter schon vor Monaten geräumt. Auch die Gartenhütte ist mittlerweile verkauft. Zotter möchte das Kapitel für sich aber trotzdem nicht einfach ganz sang- und klanglos schließen. Was er wolle, sei „nur Gerechtigkeit“.

Aber der Reihe nach: Im August 2017 bekam Zotters Lebensgefährtin als Pächterin von der Stadtgemeinde Leoben eine Kündigung des Vertrages ins Haus – ohne Angabe von Gründen. Ihm sei bewusst, dass das rechtlich zulässig sei, aber dennoch habe er wissen wollen, warum es zu dieser Kündigung gekommen sei. Bei der Stadtgemeinde Leoben habe er darauf keine Antwort bekommen. Er ist absolut überzeugt: „Wir haben nichts Verbotenes getan. Das können wir belegen.“

Unterschriftenaktion

Was Zotter sehr wohl einräumt: Ja, es habe immer wieder Unstimmigkeiten mit den Nachbarn in der Kleingartensiedlung gegeben. Das habe 2015 angefangen, ein Jahr, nachdem seine Lebensgefährtin den Garten zugewiesen bekommen habe. „Wir haben uns für gewisse Dinge stark gemacht, die aber auch andere Leute in der Siedlung wollten“, sagt Zotter. Bald sei er als „Revoluzzer“ verschrien gewesen: „Unser Engagement für Ruhe, Sauberkeit und Ordnung in der Siedlung hat die Leute gegen uns aufgebracht. Das ist uns auf den Kopf gefallen“, meint Zotter. Letztlich starteten Nachbarn eine Unterschriftenaktion gegen Zotter: „Die Leute wollten uns wieder weg haben.“

Was Zotter aufregt, ist, dass er sich nichts zuschulden habe kommen lassen und gekündigt wurde, während seiner Meinung nach viele Nachbarn Regeln der städtischen Kleingartenordnung oft einfach missachten würden. „Ich kann das mit Fotos ganz genau belegen“, erklärt Zotter.

Vorwürfe erhoben

Und erhebt seinerseits Vorwürfe gegen die Stadtgemeinde Leoben: „Es gibt keine Kontrollen, die Gemeinde schaut bei verschiedenen Missständen weg, anstatt sie aufzuheben. Das kann so nicht sein“, wettert Zotter. Er lasse es sich nicht gefallen, dass er als Störenfried hingestellt werde: „Ich war Bauernopfer für die Ruhe in der Gartenanlage.“ Die Stadtgemeinde habe seiner Lebensgefährtin den Pachtvertrag gekündigt, um sich nicht mit etlichen anderen Pächtern „anlegen“ zu müssen, mutmaßt Zotter.

Alex Zotter will die Sache nicht auf sich beruhen lassen Foto © Andreas Schöberl-Negishi

Diese Vorwürfe weist Maximilian Jäger, Vizebürgermeister von Leoben, scharf zurück: „Er war sicher kein Bauernopfer für irgendetwas. Herr Zotter ist mit vielen Menschen in der Anlage angeeckt. Sie haben sich über Zotter und sein Verhalten ihnen gegenüber beschwert“, erklärt Jäger auf Anfrage der Kleinen Zeitung. Zotter habe sich „nicht gemeinschaftsdienlich“ verhalten: „Ich vertrete da das Prinzip ,Das Gemeinwohl geht über das Einzelwohl‘. In diesem Sinn haben wir die Konsequenzen gezogen“, so Jäger.

Nichts zu Ohren gekommen

Die Stadtgemeinde mache sich in solchen Fällen nur bemerkbar, „wenn es grobe Beschwerden gibt.“ Das sei in dem Fall Zotters so gewesen: „Sonst hätten wir uns mit der Sache nie befasst und vielleicht gar keine Kenntnis davon erhalten“, so Jäger. Zum Vorwurf Zotters, dass die Stadtgemeinde über diverse Missstände hinwegsehe, meint er: „Ich habe keinerlei Kenntnis davon, dass in dieser Siedlung Missstände gibt. Es sind mir keinerlei Beschwerden in diese Richtung zu Ohren gekommen.“

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