Eisenerz ist immer wieder von Naturereignissen betroffen, die große Schäden anrichten. Lawinenabgänge ließen den Kölchgraben und den Augraben im Ortsteil Trofeng in den vergangenen Jahren zu den gefährdeten Gebieten von Eisenerz werden, wobei der diesjährige Winter wegen der geringen Schneelage für Entspannung sorgte. Auf einer Fläche von fünf Hektar wird derzeit an einem großangelegten Lawinenschutz gebaut, der in diesem Bereich seit langem von den Stadtverantwortlichen gewünscht und auch gefordert wurde. Umgesetzt wird das Projekt von der Wildbach- und Lawinenverbauung „Die Wildbach“.

„Seit dem Vorjahr wird am Südhang des Pfaffensteins und im Bereich Kölchgraben gearbeitet. Der Start hat sich verzögert, weil die Verbauung Tollinggraben in Leoben vorgezogen werden musste. Jetzt geht es aber dahin“, freut sich der Eisenerzer Bürgermeister Thomas Rauninger. Und auch die ursprünglich geplante Bauzeit von zehn Jahren werde, laut seinen Informationen, verkürzt. „Die Gesamtbauzeit soll maximal acht Jahre betragen“, bemerkt er.

Mehrere Lawinen Richtung Siedlungsgebiet

Notwendig geworden war das große Verbauungsprojekt unter anderem durch eine fatale Nassschneelawine im Februar 2009 im Bereich Kölchgraben. Dort kam es immer wieder zu Abgängen, die Evakuierungen von Gebäuden im Auslaufbereich der Lawine notwendig machten. Auch die B 115, die Eisenstraße, ist in diesem Bereich seit vielen Jahren gefährdet gewesen. Im Februar 2020 mussten bei einer ähnlichen Wetterlage nach starken Schneefällen aus Sicherheitsgründen Teile des Ortsteils Trofeng evakuiert werden.

2019 wurden im Auslaufbereich des Kölchgrabens in Eisenerz Privathäuser wie auch Unternehmen wegen Lawinengefahr evakuiert
2019 wurden im Auslaufbereich des Kölchgrabens in Eisenerz Privathäuser wie auch Unternehmen wegen Lawinengefahr evakuiert © Kk

Die Kölchgrabenlawine war somit „eines von vier ausgeprägten Lawineneinzugsgebieten am Südhang des 1871 Meter hohen Pfaffensteines“, wurde von der Wildbach- und Lawinenverbauung Anfang der 2020er-Jahre bescheinigt. „Vor allem bei den im Winter vorherrschenden Nordwestwetterlagen mit heftigem Wind und starkem Schneefall kommt es in der dem Wind abgewandten Seite des Pfaffensteines immer wieder zu labil gelagerten extremen Triebschneeansammlungen“, präzisierten die Experten.

Nach einigen Anträgen seitens der Stadtgemeinde Eisenerz wurde schließlich das Projekt Kölchgrabenlawine für 2022 ins Verbauungsprogramm der Wildbach- und Lawinenverbauung „Die Wildbach“ aufgenommen. Fünf Millionen Euro wurden dafür veranschlagt. Geplant waren eine Lawinenanbruchverbauung auf einer Fläche von 3,54 Hektar mit 216 Stahlstützwerken, 180 Zwischenbalkengarnituren sowie eine Schnee- und Windmessanlage. Baubeginn war 2025 und die Dauer bis zur Fertigstellung war in einer ersten Projektplanung auf zehn Jahre anberaumt. Doch nun wurde der Zeitplan aktualisiert und mit einer Fertigstellung ist spätestens 2033 zu rechnen, also maximal acht Jahre nach Baubeginn.