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Kopftuch-VerbotIGGÖ: "Steirische SPÖ springt auf Populismus-Zug auf"

Aus Sicht der Islamischen Glaubensgemeinschaft wäre es notwendig, soziale Unterschied zu bekämpfen und nicht Kleidungsvorschriften zu erlassen.

© AP
 

Mit Bedauern nehmen die Vertreterinnen und Vertreter der Islamischen Glaubensgemeinschaft den Vorstoß der
steirischen Sozialdemokratie, ein Kopftuchverbot in der Unterstufe
einzuführen, zur Kenntnis. "Statt sich schützend vor Musliminnen, die im Bildungsbereich von Diskriminierung bedroht sind, zu stellen,
steigt die steirische SPÖ auf den Populismus-Zug auf", hält der
Vorsitzende der islamischen Religionsgemeinde Steiermark Ali Kurtgöz in einer Aussendung der IGGÖ fest.

"Ein Kopftuchverbot scheint laut Ansicht von so manchen
Politikern, das Allheilmittel für alle unsere Probleme im
Bildungsbereich zu sein. Kinder von Familien aus niedrigeren
Einkommensschichten haben, wie viele Studien belegen, weiterhin nicht dieselben Startbedingungen und Chancen im österreichischen
Bildungssystem, die Ergebnisse für Österreich in den PISA-Tests sind
weiterhin bescheiden und es wurden aktuell mit Schulstart
Deutschförderklassen eingeführt, die noch völlig unausgegoren sind." Die Antwort der Politik auf all diese Probleme laute
"Kopftuch-Verbot". Statt mit Symbolpolitik und Ausgrenzung Politik
auf dem Rücken von Minderheiten zu machen, sollten die Politikerinnen und Politiker anfangen sachlich an Lösungen zu arbeiten", kritisiert der Präsident der islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich, Ibrahim Olgun, die aktuellen politischen Geschehnisse in der Steiermark.

"Dass von der Sozialdemokratie ein derartiger Vorstoß kommt ist
besonders bedauerlich. Dies zeigt leider eindeutig, dass die
Ausgrenzungspolitik gegenüber Musliminnen mittlerweile in der Mitte
der Gesellschaft und Politik angekommen ist", konstatiert Kurtgöz.
Die IGGÖ wird sich weiterhin für ein diskriminierungsfreies
Bildungssystem einsetzen und jedes Mädchen und jede Frau, unabhängig davon, ob Sie ein Kopftuch trägt oder nicht, in ihrem Streben nach Bildung unterstützen. "Wir brauchen starke sowie gut ausgebildete Musliminnen in unserer Gesellschaft, die für sich selbst das Wort ergreifen und als Role-Models dienen. Die IGGÖ wird daher Frauen, die von derartigen Maßnahmen diskriminiert werden, mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln unterstützen, um Ihnen zu ihrem Recht auf Bildung zu verhelfen", stellt Olgun abschließend klar.

Kommentare (3)

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KarlZoech
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Mustafa Kemal, genannt Atatürk ("Vater der Türken") führte in der Türkei die lateinische Schrift und westliche Bekleidung ein.

Ebenso war in der kemalistischen, laiizistischen Türkei das Tragen von Kopftüchern an Schulen für Schülerinnen und Lehrerinnen verboten, ebenso an Universitäten für Studentinnen und Professorinnen.

Geändert wurde dies leider unter dem islamisch-konservativen Präsidenten Erdogan, welcher die Türkei rückwärts führt, sich auf die Stimmen der konservativen Landbevölkerung (in der Türkei "schwarze Türken" genannt, wegen der schwarzen Kopftücher älterer Frauen) stützt.

Unsere Politik braucht sich nur auf Atatürk berufen beim Thema Kopftuch.
Und wem es hier ohne Kopftuch so schlecht geht, der bzw. die darf ja gerne ins gelobte Land des Herrn Erdogan gehen. Allerdings hat die gebildete, aufgeklärte städtische Bevölkerung in der Türkei mit denen auch keine große Freude....

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Sam125
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Kopftuch-Verbot

Ja IGGÖ, jetzt werden sich hoffentlich auch die Mädchen richtig entfalten können! Und warum sind, oder besser gesagt waren die jungen Frauen, bis vor ein paar Jahren in der Türkei, so gebildet und aufgeschlossen in jede Richtung? Atatürck müsste daher auch für ihre Glaubensgemeinschaft hier in Österreich ein Vorbild sein! Aber was macht ihr?

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Sam125
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Kopftuch-Verbot

SPÖ und das Kopftuchverbot! Besser spät als gar nie! Ich kann und konnte in den letzten Jahren nicht verstehen, wie die Sozialisten über die PFAFFEN schimpfen konnten und sie im Gegenzug, gleich wie die Grünen übrigens auch, vor der Islamischen Glaubensgemeinschaft einen Kniefall zu machen! Wie Herr Kern, selbst einmal gesagt hat, dass es ein Fehler ist, einer Intoleranten Gesellschaft gegenüber mit falscher Toleranz zu begegnen! Da halte ich mich lieber an den Dalai Lama, der meinte, dass Europa uns Europäern gehören soll!! Allerdings war mein größtes Vorbild in Sachen Politik für die Menschen, hier in Österreich Bruno Kreisky und der würde sich im Grab umdrehen, wenn er sehen müsste, was hier in Österreich und ganz Europa gerade geschieht!

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