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Großer AndrangFachleute kritisieren verpflichtende Sprachkurse

Integration und bald auch Mindestsicherung sind an Deutschkenntnisse gekoppelt. Leiterin eines Grazer Sprachinstitutes kritisiert "Chaos" und "Panik".

Gaby Cloos
Gaby Cloos © kk
 

Ende Mai hat die Kurz-Strache-Regierung die Eckpunkte der neuen, einheitlichen Mindestsicherung eingezeichnet. Neben der Wartefrist für Nicht-Österreicher (fünf Jahre) sticht der geplante „Arbeits-qualifizierungsbonus“ (300 Euro) ins Auge.
Dieses Geld soll es für Asyl- und subsidiär Schutzberechtigte erst bei Deutschkenntnissen auf B1-Niveau samt Werte-Testung geben. Später sollen auch weitere Bezieher solche Kenntnisse belegen.

Dieses Vorhaben und das im Herbst 2017 novellierte Integrationsgesetz münden im „Chaos“ und sorgen mitunter für „Panik“, schildert Gaby Cloos vom Grazer Institut „Sprache & Kultur“. Viele Nicht-Österreicher, zumeist Migranten, aber auch Asylberechtigte, wollen jetzt rasch den Kurs machen. Tenor: Aufenthalts-/ Niederlassungsbewilligung hängen daran.

Aber die Plätze sind begrenzt, besonders in der Peripherie. Noch dazu hat der Bund die Mittel für Kurse gestrafft. Das bestätigt man auch im Land (Ressort Doris Kampus, SPÖ).

Überhaupt sei der B1-Kurs durchaus anspruchsvoll, selbst für jene, die seit Jahren in Österreich arbeiten: „Die Leute fallen aus allen Wolken“, berichtet Cloos. Aus ihrer Sicht ist der Test auch „unlogisch“, da mit Werte-Fragen vermischt. In den Übungsbeispielen geht es etwa um Gewalt am Ehemann. Oder darum, ob man bei Unterstützung des AMS krankenversichert ist.

„Wie soll das jemand, der von der Schicht erledigt zum Kurs kommt, wissen?“, fragt sich Cloos. Freilich bejaht sie, dass Integration nur mit Kenntnis der Werte und Sprache funktioniert. Gelernt werden müsse aber „individuell, auf die Ziele des Menschen abgestimmt“. Das bevorzugt auch das AMS Steiermark, wie man auf Anfrage hin mitteilt.

Sprachkurse

Die Grundlage bildet der „Gemeinsame europäische Referenzrahmen für Sprachen“.

Eingestuft wird das Niveau in A (1 und 2), B (1 und 2) sowie C (1 und 2). Das Spektrum reicht vom Anfänger mit elementaren Kenntnissen bis zum Vollprofi.

B1-Niveau ist seit dem Vorjahr für die Integrationsprüfung notwendig. Und künftig für einen „Arbeitsqualifizierungsbonus“ (Mindest-sicherung neu).

Kommentare (4)

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altbayer
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zu simpel gestrickt .....

Ich bin zu simpel gestrickt, um den Beitrag richtig zu interpretieren, aber......
Jetzt müssen die armen Asylberechtigten wirklich Deutsch und unsere Werte lernen, damit sie volle Mindestsicherung bekommen?
- und auf einmal wollen Alle den Deutschkurs machen?
Wollten sie es den Deutsch- und Wertekurs vorher vielleicht nicht machen?
...und den armen Menschen kann nicht zugemutet werden, dass sie nach der Schicht (angen. Arbeit) zum Deutschkurs gehen. Wie viele Österreicher wählen den 2.Bildungsweg und manchen Abendmatura, gehen in die FH oder studieren berufsbegleitend - denen darf das zugemutet werden.
Wenn ich nicht ganz falsch liege (ihr wisst ja, simpel gestrickt) : Wenn jemand wirklich arbeitet, wird er in den meisten Fällen keine Mindestsicherung beziehen
- es kann also für diese arbeitenden Menschen keine Abstriche bei der Mindestsicherung geben
- verlieren sie ihren Job, dann gibt es Arbeitslose, also keine Mindestsicherung - in dieser Zeit wäre eine Deutsch- und Wertekurs sicher möglich - oder ???

Das verstehe ich jetzt nicht, aber ich bin ja simpel gestrickt !!

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Mein Graz
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@altbayer

Bitte lies noch einmal nach:
Die Mittel wurden gekürzt, also gibt es weniger Kurse.
Das Niveau ist bei B1 - was über dem Können liegt, das jetzt für den Alltag benötigt wird.
Die Fragen, die da beantwortet werden müssen, haben mit dem Sprachkönnen nichts zu tun, die Fragen zum Verständnis unserer Sitten und Gebräuche sollten nicht an einen Sprachkurs angehängt werden!

Da wird doch von euch Migrations-Gegnern immer behauptet, dass die Menschen die kommen ein so niedriges Niveau haben. Und dann erwartet ihr, dass die nach einem Arbeitstag noch so aufnahmefähig sind, dass sie sich eine schwer zu erlernende Sprache aneignen?
Denn die Leute, die die Abendmatura machen, haben doch sicher ein anderes Niveau, wenn eure Meinung über die Zuwanderer stimmen sollte!

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altbayer
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@Mein Graz

Ich bin kein Migrationsgegner, nur sollte Integration vernünftig erfolgen.
Eine Integrationsarbeit von gutgläubigen, blauäugigen NGO-Mitarbeitern wird nie zu einer wirklichen Integration führen.
Der Migrant muss sich an die Leistungsgesellschaft, die in Europa nun einmal herrscht anpassen, dazu muss der Migrant alle Möglichkeiten bekommen - UND DIESE AUCH NUTZEN.
Also liebe NGOs, bitte nicht mit dem Migranten zum Arzt mitgehen, damit er eine Entschuldigung (Krankenbestätigung)für den versäumten Deutschkurs bekommt - "tritts eam anfoch in Oa...." .

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Mein Graz
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@altbayer

Der Migrant muss alle Möglichkeiten bekommen - und warum werden dann die Mittel gekürzt und Deutschkurse gestrichen?
Und wenn NGO's solche Kurse dann anbieten, geht die Regierung auf die Veranstalter los?

Erklär mir das mal!

Im Übrigen ist dein Posting KEINE Antwort auf mein Statement, sondern wieder einmal nur allgemeines Wischi-Waschi, Dreckschleudern und unbewiesene Behauptungen.

Ehrlich wäre es von dir und deinesgleichen zu sagen: ja, wir wollen DIE nicht bei uns, die sollen sich schleichen. Aber dazu seid ihr alle zu feig.

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