Feuerwehren im DauereinsatzHagel und Regenflut: Schwere Unwetter in der Steiermark

Gewitter und Starkregen in der Süd- und Südoststeiermark. Auf dem Gaberl ging Hagel nieder. Graz wurde besonders getroffen.

© Thomas Zeiler/Feuerwehr Apfelberg
 

Hagel, Regen und Gewitter haben den Süden und Südosten der Steiermark am Montagnachmittag und am -abend heimgesucht. Der Grund dafür: Die Steiermark liegt zum Wochenstart im Nahbereich eines Tiefdruckgebietes über dem Mittelmeer. Es schickt vom Süden her feuchtere Luftmassen auch in unser Land.

Merklich schwül-feuchte Luft hatte sich schon in den Morgenstunden über den südlichen Teilen des Landes ausgebreitet. Gegen Nachmittag ging es dann mit den Unwettern los. Auf dem Gaberl ging bereits Hagel nieder. Auf dem Packabschnitt musste die Asfinag mit einem Räumfahrzeug ausrücken. Die Feuerwehren wurden zu mehreren Einsätzen alarmiert.

Die Wildoner Feuerwehr rettete drei Menschen aus Wurzingbach. Und in Kalsdorf mussten zwei Menschen aus ihrem Keller gerettet werden.

Foto © FF Kalsdorf

Kräftige Regenschauer mit eingelagerten Gewittern und Hagelschauern zogen über das Murtal. Besonders schwer fielen dabei die Regenfälle über der Stadt Knittelfeld und Spielberg aus. Durch die enormen Regenmengen binnen kürzester Zeit wurde eine Eisenbahnunterführung in der Mitte des Stadtgebietes rund einen halben Meter überschwemmt, schildert Einsatzleiter Oberbrandinspektor Walter Leitold von der Feuerwehr Knittelfeld.

Unwetter: Gewitter und Überflutungen

Die Gewitterwolken breiten sich aus und treiben dabei den Saharastaub vor sich her.

Patrick Reinprecht

Aufgenommen wurden die Bilder von Patrick Reinprecht.

Patrick Reinprecht

Die Wolken sind in Deutschlandsberg in Blickrichtung Lannach zu sehen.

Patrick Reinprecht
Patrick Reinprecht

Wegen des Unwetters kam es zu zahlreichen Feuerwehreinsätzen. Knittelfeld und Spielberg wurden besonders stark getroffen.

Thomas Zeiler/Feuerwehr Apfelberg
Thomas Zeiler/Feuerwehr Apfelberg
Thomas Zeiler/Feuerwehr Apfelberg
Thomas Zeiler/Feuerwehr Apfelberg
Thomas Zeiler/Feuerwehr Apfelberg
Thomas Zeiler/Feuerwehr Apfelberg
Thomas Zeiler/Feuerwehr Apfelberg

Hagel auch in Graz

Rieger
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Mit Schanzwerkzeug wurde versucht, die Ablagerungen, die sich vor den Kanälen angesammelt hatten, zu entfernen so Leitold weiter. Nach rund einer Stunde konnte die Straße wieder für den Verkehr freigegeben werden. Parallel dazu rückte ein Teil der Mannschaft von der Einsatzstelle ab um einen Keller auszupumpen. Fast zeitgleich zu diesen Einsätzen wurde die Feuerwehr Spielberg ebenfalls zu einem überfluteten Keller eines Mehrparteinwohnhauses gerufen. Insgesamt standen an diesem Nachmittag 44 Feuerwehrmänner im Einsatz.

Auch in der Süd- und Weststeiermark gab es zahlreiche Einsätze wegen Hochwasser und Schlamm.

Starkes Unwetter in Graz

Es war insgesamt ein schwerer Arbeitstag für die steirischen Feuerwehren. "Besonders Graz und Umgebung sowie der Bezirk Leibnitz sind stark betroffen", sagte Thomas Meier vom Landesfeuerwehrverband Steiermark am späten Montagabend. Da waren bereits insgesamt 37 Freiwilligen Feuerwehren zu 100 Einsätzen ausgerückt. "Die Tendenz ist steigend. Es wird eine lange Nacht werden", sagte Meier. Er schätzte, dass das Unwetter noch bis Mitternacht toben würde.

In Graz prasselte der  Regen ab dem späteren Nachmittag heftig nieder. Straßen wurden überflutet. In manchen Teilen der Stadt hagelte es. Die Feuerwehr kämpfte gegen die Wassermassen. Besonders schlimm sah es im Citypark aus, wie ein Facebook-Video zeigt.

Die Tiefgarage des Cityparks wurde ebenfalls überschwemmt.
Roman Sixl Die Tiefgarage des Cityparks in Graz
Die Tiefgarage des Cityparks in Graz © Roman Sixl

Für Chaos sorgte das Gewitter auch am Flughafen Graz-Thalerhof: Die Flüge ab Berlin, Zürich, Istanbul und Zürich mussten nach Wien umgeleitet werden, Düsseldorf und Stuttgart fielen aus. Einzig das Flugzeug ab München landete um 19.20 Uhr am Thalerhof - Passagiere berichteten von einem recht abenteuerlichen Landeanflug, nach dem sogar ausnahmsweise geklatscht wurde. Danach durften die Fluggäste allerdings zunächst nicht aussteigen - die Gefahr wegen Blitzschlag war zu groß.

 

 

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