Wohn- und GrundstückspreiseWie leistbar ist Graz eigentlich noch?

Ist die KPÖ auf Platz eins gewählt worden, "weil sich viele in Graz das Leben nicht mehr leisten können?" Ein Blick auf Wohnpreisentwicklungen.

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Ein Überblick über die Entwicklungen in der Stadt.
Ein Überblick über die Entwicklungen in der Stadt. © Juergen Fuchs
 

Vor einer Woche wurde die KPÖ von 28,8 Prozent der Grazer zur Nummer eins gewählt – seither suchen 100 Prozent nach einer Erklärung. In Parteizentralen, an Stammtischen und in Redaktionen. Eine der häufigsten Diagnosen: „Weil sich viele Grazer das Leben kaum noch leisten können“, wollten Betroffene (und andere, denen dieser Umstand zumindest bewusst ist) „KPÖ-Wohltäterin“ Elke Kahr wählen.

Kommentare (14)
melahide
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Anleger und Co

Das Hauptproblem am Wohnungsmarkt sind die Anleger. In unserem Hause suchen einige Parteien "größere" Wohnungen. Am liebsten 4-5 Zimmer. Am besten mit Garten. Gibt es in Graz in der Form nicht. Bei Neubauprojekten sind die Wohnungen gleich an Anleger und Investoren vergeben. So in die Richtung... ich schaue es mir an. "Geben Sie mir zwei Tage Zeit, damit ich die Finanzierung klären kann". Steht schon einer dahinter. "ich nimm die Wohnung und zahl gleich bar"... Wohnen soll einmal die Grundbedürfnisse der Menschen befriedigen. Jemand der selber in einer Wohnung wohnen möchte sollte einen Vorzug gegenüber Anlegern haben.

altbayer
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Vermieten ?

Ich habe von meinem Vater eine Wohnung geerbt.
ca. 70m2, mit Fixkosten ca. 240,- Euro im Monat.
Alle neuen Installationen (Bad, WC, Elektro und Gastherme) haben ca, 30,000 Euro gekostet.
Ich schätze einmal, um die Wohnung vermieten zu können, benötige ich noch einmal 20.000,- Euros (Küche, Böden,....).
Da wären wir bei ca. 50.000,- Renovierungskosten.
Bei einer Mietobergrenze von 7 Euro pro m2 würde ich 490,-. Euro Miete im Monat bekommen -die 240 Euro Fixkosten bleiben 250Euro Einnahmen übrig.
Versteuert ca. die Hälfte.
Von ca. 1500,- Euro netto im Jahr müsste ich als böser Vermieter dann noch alle Reparaturen bezahlen- und hätte die Ungewissheit überhaupt meine Miete zu bekommen - da bleibt nichts übrig.
Da lasse ich die Wohnung lieber ein paar Jahre leer stehen, bis ein eigenes Kind einziehen kann.

heinzleh.
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Vermieten

Glückwunsch zu Ihrer Entscheidung nicht zu vermieten. Wir haben unsere Wohnung mehrmals vermietet, nur Scherereien und immer eine versaute Wohnung zurück bekommen.

menatwork
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die 240€ Fixkosten heißen bei uns Betriebskosten

und werden gewöhnlich vom Mieter bezahlt, von 490 € Miete würden Ihnen also 490 € Einnahmen überbleiben, abzüglich der zu tätigenden Rücklagen für Reparaturen, das wars aber auch schon.

Das wüssten Sie, wenn Sie tatsächlich schon mal vermietet hätten und sich nicht künstlich armrechnen würden. Die andere Seite der Medaille ist, dass der Mieter bei einer Nettomiete von 9,30 bereits über 1000 € brutto bezahlen muss. (70*9,30*120%+240 BK)

Tatsächlich ist das Geschäft mit Wohnraum eines, das - außerhalb von spekulativen Phasen wie derzeit - meist mindestens einen, oft zwei Verlierer produziert. Weshalb es besser in den Händen von gemeinnützigen Genossenschaften oder in der öffentlichen Hand liegt und nicht dem privaten Markt alleine überlassen werden darf.

calcit
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Und wenn sie eine Ahnung hätten würden sie wissen, dass die 490€ Miete auch nicht brutto...

...für netto ist. Wenn sie ein korrekter Vermieter sind müssen sie auf jeden Fall noch Einkommenssteuer zahlen, weiters die entsprechenden Kreditrückzahlungen - weil Renovierungskosten von 30.000 bis 50.000 Euro stemmen sie auch nicht so einfach. Und wenn sie Pech haben ist nach fünf Jahren der Herd kaputt oder der Mieter zieht aus und dann können sie gleich locker 2000.- fürs Ausmalen hinblätter - den soviel kostet das wenn sie es ordentlich mit einem Maler machen. Und diese ´"Kleinigkeiten" sind bei weiten nicht von einer Rücklage für Reparaturen gedeckt... Und was sie da für eine Miete zusammenrechen stimmt auch nicht - wir vermieten Wohnungen am Schillerplatz um 670.-- für 70m²... mehr bekommen sie nicht... Also diese Horrorrechnugen stimmen auch nicht...

schmeisser8045
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Steuerberater

Die Investitionen setzen sie über ca. 20 Jahre von der Steuer ab, selbes gilt für die Kapitalkosten.
Round about 240€ / monat.

D.h von den 490 sind nur mehr 250 zu versteuern.
Und diese vermutlich bei ihnennauch nicht mit 50% sondern weniger.

altbayer
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Lesen

@Calcit
Vorher lesen ....
..." versteuert ca. die Hälfte..." - ich bin schon ein korrekter Steuerzahler.
... also sprechen wir von 125-150,- Euro im Monat
=> ca. 2000,- im Jahr (da sind die Reparaturen vielleicht schon höher)

@menatwork
Die Fixkosten setzten sich aus den Allgemeinkosten (Strom., Wasser, Reinigung- und Grünpflegedienst) und den Reparaturrücklagen zusammen.
Da ist noch keine Heizungs- und Stromkosten für die Wohnung enthalten.

menatwork
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Wohnkosten=Gesamtmiete (Kaltmiete+BK+HK+Ust.) + Strom

@altbayer: aber genau diese allgemeinen Kosten wälzt ja jeder Vermieter in Form von Betriebskosten auf die Mieter ab, Sie wären der erste, der das aus der eigentlichen Miete selbst bezahlt.

Es bestätigt sich aber, was ich zu Anfang schrieb: Äpfel und Birnen und unpräzise Definitionen führen zu mehr Verwirrung als Erkenntnis. Es geht eben nicht hervor, ob von Nettomiete oder Gesamtmiete die Rede ist.

Zooropa
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Graz liegt in allen zugänglichen Statistiken bei den Mieten im Vergleich zu anderen Landeshauptstätten mit ähnlicher Wirtschaftsleistung weit günstiger.

Was Graz darüber hinaus unterschiedet ist das hohe Angebot in fast allen Kategorien.

Aber das passt halt nicht zum zT medial immer noch dauernd kolportierten Bild der "Wohnungsnot", das der KPÖ derart in die Hände gespielt hat.

Die Situation ist klarer Weise ein positiver Effekt des erheblichen Wohnbaus in Graz. Von einem Mangel kann nicht die Rede sein, außer man ist der Meinung, dass das Wohnen a priori überhaupt nichts kosten sollte. Wo wir wieder bei den Kommunisten wären...

menatwork
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Äpfel und Birnen

Wenn man zuerst mit Durchschnittspreisen für Immobilien beginnt, kann man nicht bei der "gedachten" Gegenüberstellung der Einkommensentwicklung auf den Median ausweichen, das ist unsauber.

Des weiteren sollte man für alle Positionen schon die selbe Zeitspanne verwenden, einer Mietentwicklung ab 2005 kann man nicht die Lohnentwicklung ab 2000 gegenüberstellen, auch das ist unsauber.

Bei ordentlicher Berechnung kommt heraus, dass Mieten und Kaufpreise deutlich schneller steigen als die Einkommen. Eigentlich eh nix neues und Graz kein Sonderfall, auf jeden Fall aber was, was in die falschen Richtung läuft.

menatwork
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2714 Euro brutto sind 1.889,96 netto

denn natürlich sollte man auch brutto mit netto nicht einfach durcheinandermischen, aber das geht aus dem Artikel nicht hervor, ebensowenig ob man sich auf Wohnkosten brutto oder Nettomieten bezieht.

altbayer
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Bestes Argument....

Das beste Argument für die Wahl habe ich letzte Woche in einem Gespräch zweier Männer in Arbeitsmontur mitgekommen.
Das hatte nichts mit Wohnungspreis zu tun.
Da meinte doch ein Arbeiter:" Ich habe die Kommunisten gewählt, die schauen auf die eigenen Leute. Beim Putin ist es so, die wollen keine Ausländer, die schauen nur auf die eigenen Leute!" -
Man kann sich vorstellen, von welcher Partei diese KPÖ Stimmen stammen, oder nicht?

rauchch
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OT, aber wozu

die ausführliche Beschreibung der Männer "in Arbeitsmontur"??

Ragnar Lodbrok
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Die ÖVP schaut auch auf die eigenen

Leut, deswegen sind sie keine Kommunisten. Die Fpö? Die eigenen Leute zuerst - auch keine Kommunisten. Sowas aber auch... Empathie und soziale Kompetenz kann man nicht lernen...