Sie bereiten Theaterstücke vor, beeindrucken mit aufwendigen Ausstellungen, schreiben Musicals, organisieren Benefiz-Shows und andere karitative Projekte – was unsere Schülerinnen und Schüler auch abseits des strikten Lehrplans leisten, ist enorm. Und es zeigt, wie viel Kreativität in ihnen steckt.

Zum Schulschluss wollten wir deshalb die Projekte der Schulen in Graz und Umgebung vor den Vorhang holen.

HTL Ortweinschule

Am Donnerstag, 7. Juli, feiert der Kurzfilm "Felix" Premiere im Schubert-Kino (19 Uhr). Dabei handelt es sich um eine Produktion der HTL Ortweinschule (Abteilung Film und MulitmediaArt), die die Geschichte eines Jungen erzählt, der um seinen kranken Opa bangt und um sein Schwein Felix. Beide sind krank. Felix würde ihm gern sein Herz schenken.

Die berührende Geschichte unter der Regie von Nora Puntigam ist eine Produktion von Leonie Potoschnig. Die Dreharbeiten fanden in einem Bauernhof in Fischbach statt. In den Hauptrollen agieren Fabio Kaufmann (Felix), Anton Kaufmann (Wilhelm) und Anna Sophie Krenn (Carina) sowie das Schwein Lore.

Am Donnerstag, 7. Juli, feiert der Kurzfilm "Felix" Premiere im Schubert-Kino
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Volksschule Mariatrost: engagierte Sammler

Unglaubliche 42.000 Kunststoffstöpsel (etwa von Plastikflaschen und Milchpackerln) sammelten die rund 200 Kinder, deren Eltern und Lehrer der Volksschule Mariatrost in diesem Schuljahr. Diese Säcke überreichten die Kinder und die verantwortliche Lehrerin Romy Höfer kürzlich Roland Pulsinger, Präsident des Rotary Clubs Gleisdorf.

Diese Plastikverschlüsse werden an eine Recyclingfirma verkauft, die daraus ein Granulat zur Produktion von Plastikteilen herstellt. Mit dem Geld wird das Projekt "End Polio Now" unterstützt: In Ländern wie Afghanistan und Pakistan gibt es gratis Polio-Impfaktionen. Im konkreten Fall können mit dem Erlös der gesammelten Stöpsel 84 Impfungen finanziert werden.

Die fleißigen Kinder mit Lehrerin Romy Höfer
© KK

Musikgymnasium Dreihackengasse: "Kwela, Kwela!"

Sie musizierten, sangen und tanzten als Tiere der Savanne: Unter der Leitung von Siegfried Kleemair entführten Schülerinnen und Schüler der Unterstufe des Musikgymnasiums Dreihackengasse Ende Juni das Publikum nach Afrika – beim Musical "Kwela, Kwela!". Was so viel bedeutet wie "Hinauf, hinauf!".

Die Schülerinnen und Schüler als Tiere der Savanna
Die Schülerinnen und Schüler als Tiere der Savanna
© Robert Fischer

BG Rein: Theater und (Kunst-)Geschichte schreiben

Schülerinnen und Schüler der Theaterwerkstattgruppe des BG Rein erweckten am Freitag, dem 1. Juli, mit Monologen und Kreativtexten die französische Malerin und Vertreterin der naiven Malerei in Frankreich, Seraphine Louis (1864-1942), auf offener Bühne wieder zum Leben. "Seraphine und das Recht, etwas Besonderes zu sein" – das war der Titel des Stücks. Auch das Bühnenbild wurde im Rahmen des fächerübergreifenden Kunstprojekts selbst gestaltet und war vom Malstil der Künstlerin inspiriert. Mit Improvisationstechniken, kreativem Schreiben und Chorarbeit erarbeiteten sich die Schülerinnen und Schüler ein ganz neues Theaterstück.

Die Schüler bei der Theateraufführung von "Seraphine und das Recht, etwas Besonderes zu sein"
Die Schüler bei der Theateraufführung von "Seraphine und das Recht, etwas Besonderes zu sein"
© Sabine Gass

MS & ORG Laßnitzhöhe: Bühnenunterricht

Von der Auseinandersetzung mit dem Text bis zur Präsentation auf der Bühne im Theater am Ortweinplatz: Schülerinnen und Schüler der MS & ORG Laßnitzhöhe holten für das Projekt "Magical Portraits" – unter der Regie von Eva Scheibelhofer – den Literaturunterricht buchstäblich vor den Vorhang.

Schülerinnen und Schüler der MS & ORG Laßnitzhöhe setzten Magical Portraits auf der Bühne des TaO um
Schülerinnen und Schüler der MS & ORG Laßnitzhöhe setzten Magical Portraits auf der Bühne des TaO um
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Borg Dreierschützengasse: taktvoller Abschluss

Nach der Coronapause konnten die Musikklassen des Borg Dreierschützengasse heuer endlich wieder die Bühne zum Schulschluss rocken. Die jungen Künstlerinnen und Künstler begeisterten dabei bei mehreren Konzerten – und wechselten taktvoll zwischen Pop, Klassik und Jazz.

Tolle Performances beim traditionellen Abschlusskonzert der Musik-Klassen des BORG Dreierschützengasse
Tolle Performances beim traditionellen Abschlusskonzert der Musik-Klassen des Borg Dreierschützengasse
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Borg Monsberger: ein Musical über Graz und Frau Schraube

Graz 2072: Der Meeresspiegel ist massiv angestiegen, ein Damm schützt die Stadt vor dem südsteirischen Pazifik, Krokodile schwimmen in der Mur und Bürgermeisterin Sigrid Schraube, die nach einer Politpause in den 20er-Jahren wieder Chefin der Stadt ist, will unbedingt eine U-Bahn bauen. Das ist das Setting des Musicals "Urban Jungle" des Borg Monsberger, das am 1. Juli Premiere feierte.

Wie die Beschreibung schon vermuten lässt, handelt es sich um ein satirisches Stück über Graz, wie es in einem Albtraum-Szenario in 50 Jahren aussehen könnte. "Monty Python trifft George Orwell" fasst Regisseur Robert Persché zusammen. "Wir haben alles, was Graz ausmacht, humorvoll verarbeitet."

Die Idee stammt von Lehrer Gerhard Feichtinger, aber "es hat sich zu einer Co-Produktion mit Robert Persché entwickelt und auch die Schüler hatten großen Einfluss auf das Stück", wie Feichtinger erklärt. Auf der Bühne stehen 40 Schülerinnen und Schüler des Musical-Zweigs des Borg Monsberger, die Hauptrollen übernimmt die 7A-Klasse. "Aber ohne die fünfte und sechste Klasse hätten wir es nicht geschafft", bedankt sich stellvertretend die 16-jährige Clara Wallner aus der 7A.

Probearbeiten für das Musical "Urban Jungle"
Probearbeiten für das Musical "Urban Jungle"
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VS Kumberg: karitative Show der Volksschüler

In Zusammenarbeit mit der Gemeinde Kumberg und der Stadtgemeinde Weiz legten die Schülerinnen und Schüler der Volksschule Kumberg nach einem gesamten Schuljahr Vorbereitung im Stronachsaal (Kunsthaus Weiz) eine Theatershow hin. Beide Vorstellungen waren ausverkauft. Organisiert wurde alles von Brigitta Blantz-Stefan, Lehrerin an der Volksschule. Eintritt gab es keinen – dafür ging der Erlös der freiwilligen Spenden an die Caritas (Ukraine-Hilfe). Seit dem Jahr 2000 sammelte die VS Kumberg bereits 162.888,88 Euro für gute Zwecke.

Die VS Kumberg ist bekannt für ihre Spendenaktionen
Die VS Kumberg ist bekannt für ihre Spendenaktionen
© Jürgen Fuchs

VS Graz-Engelsdorf: digital – einfach genial, analog – auch en vogue

Unter diesem Motto stand der 20. April an der Volksschule Engelsdorf. Bei verschiedenen Stationen lernten die Kinder, wie man eine Postkarte schreibt und was eine Briefmarke ist, durften Offline-Coding ausprobieren oder mussten einen Orientierungslauf nach Plan absolvieren. Der Austausch untereinander, das Sammeln sozialer Erfahrungen und das Ausprobieren im analogen und digitalen Bereich, war ein voller Lernerfolg, laut den Lehrern.

Die Kinder hatten beim Offline Coding offensichtlich Spaß
Die Kinder hatten beim Offline-Coding offensichtlich Spaß
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Sport-MS Deutschfeistritz, Gym Rein: Blick auf Schulprojekte

Mit der Projektwoche "Ökolog" nahm sich die Sport-Mittelschule Deutschfeistritz des Umweltthemas an. Nach der Präsentation des Projekts versprach Direktorin Gabriele Aufinger-Gmeinböck weitere ähnliche Projekte.

Auch im BG Rein war viel los: Auf Initiative des Rotary-Clubs fand nach mehrjähriger Pause wieder eine Berufsorientierungs- und Bildungsmesse statt.

Graz: ein internationaler Schüleraustausch und eine "grüne Reise"

Die HLW für Sozialmanagement der Caritas ist heuer erstmals Teil eines internationalen Fremdsprachenprogramms. Der Schüleraustausch, von der University of Indiana (USA) initiiert, bringt Schülerinnen und Schüler aus Chile, China, Frankreich, Japan, Mexiko und Spanien nach Graz. Das Programm fördert das interkulturelle Verständnis und verbessert die Sprachkenntnisse.

Die jungen Leute wohnen bei Gastfamilien, um in den österreichischen Alltag einzutauchen und das Leben der Menschen hier kennenzulernen. Die amerikanischen Jugendlichen im Alter von 15 bis 18 Jahren sind seit Anfang Juni in Graz und werden auch ein Sozialpraktikum beim Vinzidorf absolvieren und gemeinsam mit der HLW für Sozialmanagement eine interkulturelle Unterrichtseinheit gestalten.

Amerikanische Schüler an der HLW in Graz
Amerikanische Schüler an der HLW in Graz
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Ebenfalls auf Reisen waren Schülerinnen und Schüler der Modellschule – und zwar ohne Flugzeug. "Sie haben darauf bestanden, per Nachtzug nach Brüssel und weiter nach London zu fahren", erzählt Direktorin Sabine Hüttl-Zeder.

Die Reise war Teil eines Erasmus-Programmes mit Schulen aus England und Portugal und stand unter dem Motto "SOS Earth". "Es ist möglich, die Erde zu retten, und mein erster Schritt dazu ist ökologisches Reisen", sagt stellvertretend Schülerin Marie Tiefenbrunner. Wobei schnell Hürden auftauchten: Es gibt keine zentrale Buchungsplattform und letztlich ist das nachhaltige Reisen per Zug teurer als Fliegen.

Die Schülerinnen und Schüler der Modellschule reisten mit dem Zug
Die Schülerinnen und Schüler der Modellschule reisten mit dem Zug
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Bischöfliches Gymnasium Augustinum: Spendenlauf für die Ukraine

Das Bischöfliche Gymnasium Augustinum ging am 8. April für die Aktion "LAUFerstehen – Run 4 Ukraine" am Sportplatz des Augustinums an den Start. Insgesamt wurde in 20 Minuten eine Gesamtstrecke von 420 km zurückgelegt und somit eine Spendensumme von 12.933,50 Euro erlaufen. Die Läuferinnen und Läufer suchten sich im Vorfeld ihre Sponsoren, die die Möglichkeit hatten, einen bestimmten Betrag für jede gelaufene Runde ihres Läufers oder einen Pauschalbetrag zu spenden. Die volle Summe wurde an die Caritas überwiesen. Am 6. Juli findet dann im Rahmen des schuleigenen Sportfestes die Urkundenüberreichung der Caritas statt.

12.933,50 Euro konnten die Schülerinnen und Schüler des Bischöflichen Gymnasium Augustinum erlaufen
12.933,50 Euro konnten die Schülerinnen und Schüler des Bischöflichen Gymnasiums Augustinum erlaufen
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HIB Liebenau: Laufen für den guten Zweck

Am 1. Juli 2022 fand die Aktion "LaufWunder" der youngCaritas an der HIB Liebenau statt. Die Schülerinnen und Schüler sammelten für die Ukraine-Hilfe der Caritas fleißig Spenden und liefen noch dazu eine Strecke von ca. 1500 Kilometer (genau waren es 1495 km), die für die Distanz zwischen Liebenau und Kiew steht. 7777 Euro konnten mit dieser Spendenaktion gesammelt werden. Die Spenden werden in der Ukraine, in den angrenzenden Nachbarländern und auch hier in der Steiermark verwendet.

"Auf die Plätze, fertig, los" hieß es für die Läuferinnen und Läufer der HIB Liebenau
"Auf die Plätze, fertig, los" hieß es für die Läuferinnen und Läufer der HIB Liebenau
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