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Türken als ''Landplage''Wir sollen nicht die Geschichte umschreiben, sondern die Arbeitsblätter

Die Geschichte umschreiben? Oder gar auslöschen? Die Reaktionen auf die Kritik an dem Arbeitsblatt für Achtjährige, in dem "Türken" als "Landplage" gelehrt werden, sind entlarvend.

Dom Gottesplagenbild Mausoleum
Das "Gottesplagenbild" wurde um 1480 an der Außenmauer des Grazer Doms angebracht © Gerald Winter-Pölsler
 

Da werden gleich die ganz großen Kanonen hervorgeholt, um die Kritik an einem Arbeitsblatt für achtjährige Kinder zu kontern. "Sollen wir die Geschichte auslöschen?", wird da gefragt. Oder die grausamen Taten, die vor gut 500 Jahren passiert sind, weichzeichnen?? Oder überhaupt das historische Fresko am Grazer Dom übermalen, das die "drei Gottesplagen" darstellt???

Kommentare (6)
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duesenwerni
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Zwischen 1473 (erste Einfälle der Türken bzw. Osmanen ...

... in Ungarn, Kärnten und der südlichen Steiermark bzw. heutiges Slowenien) und 1683 (Sieg des christlichen Entsatzheeres über das osmanische Heer vor Wien) kam es zu einem - um es politisch korrekt auszudrücken - "regen interkulturellen Austausch" mit den Truppen der Hohen Pforte, der von der betroffenen Bevölkerung ob seiner Auswirkungen auf deren Lebensgrundlage durchaus als "Landplage" empfunden werden konnte und 1485 neben Heuschrecken und Pest seinen Niederschlag im "Landplagenbild" fand.
Damit müssen wohl oder übel auch die Nachkommen von Einwanderern aus der heutigen Türkei leben.
Wie auch wir daran erinnert werden (müssen), zu welchen Untaten unsere Vorfahren im 1000jährigen Reich fähig waren.

HASENADI
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Nachdem mehr als 50x gepostet wurde,

sind beim ersten Artikel zu diesem Thema plötzlich keine Kommentare mehr möglich...🤔 hoffentlich lags nicht an meinem, dem letzten Post...🤐

Mein Graz
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Zum ersten Artikel schrieb ich einen Beitrag

"Dieses Arbeitsblatt scheint aus der Zeit meiner Volksschulzeit zu stammen.
Damals, und das ist Jahrzehnte her, wurden die Türken als "Landplage" bezeichnet, und es war schon damals unpassend.

Gerade heute, wo um Integration gerungen wird dürfen solche Bezeichnungen für Menschen oder Menschengruppen nicht mehr vorkommen.
Wie soll sich ein junger Türke, eine junge Türkin fühlen, wenn sie lesen muss, ihre Vorfahren waren "Plagen"? Da kann sich nur Abneigung entwickeln - niemals ein positives Miteinander.

Es muss und darf die Geschichte nicht umgeschrieben werden. ABER es muss eine Wortwahl gefunden werden, die die Vorfahren von Menschen nicht verunglimpft, und da ist es völlig einerlei, woher die Menschen stammen.

Um 20:00 Uhr
13 👍 : 👎 51
Und keine einzige Antwort...

Plantago
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Ja, und wie fühlen wir uns,

wenn man uns ständig die Nazi-Zeit vorwirft? Eine Zeit, die die meisten von uns gar nicht erlebt haben. Hier darf gerne auch "eine Wortwahl gefunden werden, die die Vorfahren von Menschen nicht verunglimpft".

Mein Graz
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@Plantago

Wer wirft "uns" (wobei die Frage auftaucht: wer ist "uns"?) die Nazi-Zeit vor?

Mir persönlich hat sie noch niemand vorgeworfen!

Das geschieht wohl eher bei denen, die diese Zeit wieder gerne auferstehen lassen würden, oder?

berndhoedl
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der letzte Absatz des Artikels triffts....

Wenn es dem Allgemeinbefinden dient, schreibt man halt anstatt Türken einfach Osmanen.

Und dann möcht ich eines noch klar fest gestellt wissen.

Primitive Aussagen, sei es von links, sowie auch von rechts kommend, sind nicht nur unnötig, sondern auch auf das Schärfste zu verurteilen.
Und es spricht auch nicht gerade von Intelligenz, auf Facebook rechtlich bedenkliche Hasstiraden los zu lassen.
Also ihr vielen linken Poster, nicht alle Personen welche eure Politik nicht mögen sind automatisch gleich im selben Topf mit Idioten zu werfen - das gleich vorneweg, weil gleich wieder die eh schon bekannten Grünposter den 3. letzten Absatz im Artikel zum Anlass nehmen werden, um pauschal alle dem rechten Politikspektrum Zugehörigen, fehlende Intelligenz unterstellen werden.