In Zeiten, in denen Schicksalsschläge das Leben durchkreuzen, sich Rat- und Hoffnungslosigkeit breitmachen, sind vor allem die, die einem Mut und Motivation zusprechen, ein ganz, ganz wichtiger Teil.

Im Fall von Sebastian (Name wurde von der Redaktion geändert) kommt diese Unterstützung neben seiner Familie zu einem großen Teil von seiner Schulklasse. Im April des heurigen Jahres musst er aufgrund unerwarteter körperlicher Beschwerden in die Kinderklinik Graz aufgenommen werden, er erlitt multiple Thrombosen im Gehirn. Was folgte, waren binnen weniger Tage völliger Bewegungsverlust, Aussetzen der Atmung und weiterer lebenswichtiger Reflexe. Derzeit läuft seine Kommunikation nur über die Augen - er kann weder sprechen noch hören. Nach einer intensiven Betreuung in Graz wurde Sebastian in eine neuropädiatrische Reha-Klinik nach Bayern verlegt, um ihn dort besser therapieren zu können. Seine Mutter weicht dort nicht von seiner Seite. Ziel ist es, dass die Bereiche des Gehirns wieder durchblutet werden, um wichtige Körperfunktionen wiederzuerlangen.

Seit über sechs Monaten kämpft er sich nun zurück, macht bereits Fortschritte, wie die Ärzte berichten, und kann sogar seinen Grazer Klassenkameraden schon Briefe schreiben, in denen er sich für die großartige Unterstützung bedankt „Liebe 2A! Danke für die tollen Geschichten. Leider muss ich noch eine Zeit lang in Deutschland bleiben, aber ich bekomme einen elektrischen Rollstuhl. Dann kann ich hoffentlich wieder in die Schule! Ich vermisse euch sehr!"

Der Briefwechsel mit seiner Klasse gibt dem 11-Jährigen Kraft
Der Briefwechsel mit seiner Klasse gibt dem 11-Jährigen Kraft © kk
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Aus Bayern lässt er seine Klasse wissen, wie hilfreich ihre Unterstützung für ihn sei. "Es ist schön zu wissen, dass sie mich nicht vergessen haben". Die sozialen Kontakte zu Gleichaltrigen stabilisieren ihn emotional und geben ihm neue Kraft, um für seine Genesung weiterzukämpfen. 

Im September 2018 ist er in das neue Grazer Gymnasium eingetreten, seine Lehrer und Mitschüler beschreiben ihn als konsequenten, fröhlichen, liebenswürdigen und vor allem empathischen Menschen, der dem Klassenverband nun sehr abgehe. Sebastian selbst freut sich schon wieder auf Graz, wie er selbst erzählt. Sobald die Therapie abgeschlossen ist, soll es nach erhoffter Besserung wieder in die Steiermark zurückgehen, wo die Familie ihn schon sehnsüchtig erwartet.

Finanzielle Hürden stehen nach seiner Rückkehr allerdings sofort ins Haus: Er benötigt einen elektrischen Rollstuhl mit den Geräten zur künstlichen Ernährung und Beatmung, eine Betreuung, die die 600 vom Staat vorgesehen Stunden überschreitet. Er braucht eine 24-Stunden-Pflege. Er benötigt einen Computer zur Kommunikation, den er mit seinen Augen steuern kann. Die Familie muss in eine andere, eine barrierefreie Wohnung umziehen, sie muss sich ein neues Auto anschaffen. Viele finanzielle Belastungen, die diese Familie nicht alleine tragen kann.

Wir hoffen, dass für diesen jungen Menschen und seine Familie eine großzügige Unterstützung möglich sein wird, um ihnen den Alltag und den Weg zurück in ein gemeinsames Leben als Familie zu erleichtern.