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Weniger MüllGraz startet Pfandsystem für Coffee-to-go-Becher

Im Kampf gegen wachsende Müllberge startet die Stadt Graz mit Gastronomen ein Pfandsystem für Kaffeebecher zum Mitnehmen.

Ab Dezember startet das Grazer "Backcup"-System
Ab Dezember startet das Grazer "Backcup"-System © KLZ/KANIZAJ
 

Sage und schreibe 1000 Coffee-to-go-Becher werden allein im Grazer Innenstadtbereich (zwischen Hauptplatz und Jakominiplatz) in die Mistkübel geworfen – pro Tag. Diese Müllberge einer Wegwerfgesellschaft kann man vielerorts bestaunen: Angesichts von 7,6 Millionen „Papphäferln“, die in Deutschland täglich weggeschmissen werden, schrieb die Zeitschrift „Stern“ gar vom „Feind in deiner Hand“.

In Graz jedenfalls versucht man nun, das Ruder herumzureißen – und serviert zu diesem Zweck eine schmackhafte Melange aus Genuss und Umweltbewusstsein: Wie Stadträtin Tina Wirnsberger (Grüne) der Kleinen Zeitung verrät, startet am 1. Dezember ein neues Pfandsystem für Coffee-to-go-Becher.

Unter der Marke „Backcup“ rollt folgendes System vom Stapel: Neben dem Preis für den gewünschten Tee oder Kaffee bezahlt der Kunde einen Euro als Pfand für den Backcup-Behälter. Gibt er diesen nach der Konsumation wieder retour – entweder bei der ersten „Anlaufstelle“ oder bei einem anderen teilnehmenden Café und Lokal –, erhält er den Euro zurück.

Müllberg

1000 Coffee-to-go-Becher werden pro Tag (!) in Graz allein zwischen Haupt- und Jakominiplatz in Mistkübel geworfen. Das ergab 2017 eine vom Grazer Umweltamt in Auftrag gegebene Analyse.

Gereinigt werden sämtliche Becher von der Firma allesEvent“, so Umweltstadträtin Wirnsberger, die ankündigt, in einem ersten Schritt 3000 Stück in der Grazer Gastronomie in Umlauf zu bringen – bei Bedarf Schritt für Schritt auch mehr.

Bleibt die Frage, welche Gastronomen mit an Bord sind. „Die Betreiber des Kunsthauscafés und der beiden verpackungsfreien Geschäfte Gramm sowie Dekagramm haben bereits fix zugesagt“, verrät Alexandra Loidl vom Grazer Umweltamt. Darüber hinaus seien aber auch die seit Monaten geführten Gespräche mit den Inhabern namhafter Grazer Cafés und Konditoreien „schon weit fortgeschritten, da gibt es ein großes Interesse“.

Stadträtin Wirnsberger mit dem Backcup-Pfandbecher
Stadträtin Wirnsberger mit dem Backcup-Pfandbecher Foto © KK

Zum Glück, so Loidl: „Wir wollen den Grazern eine umweltfreundliche Alternative und einen weiteren Anreiz zur Abfallvermeidung bieten.“
Wirnsberger ergänzt, dass die Stadt Graz im Pilotjahr alle Kosten trage – und dass sie mit dem Backcup-System „österreichweit eine Umweltpionierin“ sei.

In dieser Hinsicht kann sich die Eigeninitiative mancher Gastronomen aber ohnehin schon sehen lassen: Wie viele Kollegen versprechen auch die Betreiber der Tribeka-Cafés ein Gratisgetränk, wenn der Sammelpass voll ist – wer nun den eigenen Mehrwegbecher mitbringt, erhält als „Belohnung“ gleich zwei Stempel auf einmal.
Solche Rabatte gewährt auch die Beanery in der Zinzendorfgasse. Und darüber hinaus auch verschiedene Mehrwegbehälter, die man kaufen und befüllen lassen kann.

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