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,Passgenaue Hilfe'Gutscheine statt Bargeld: Neue Regeln bei Grazer "SozialCard"

Die Grazer ÖVP-FPÖ-Koalition stellt das Beihilfensystem um: Inhaber der "SozialCard" erhalten kein Bargeld mehr, dafür aber Gutscheine.

12.700 Grazer besitzen die "SozialCard"
12.700 Grazer besitzen die "SozialCard" © Stadt Graz
 

"Mehr Treffsicherheit, Passgenauigkeit und Zweckmäßigkeit": Unter diesem Motto reformiert die ÖVP-FPÖ-Koalition in Graz ja die sogenannte "SozialCard". Mithilfe dieser Karte erhalten ja finanziell schlechter gestellte Grazerinnen und Grazer nicht nur einen ermäßigten Eintritt bei Freizeit- und Kultureinrichtungen, sondern tatsächlich auch direkte finanzielle Hilfe. All das als freiwillige Unterstützung seitens der Stadt Graz.

Bislang wurde diese in Form einer "Weihnachtsbeihilfe" oder eines Energiekostenzuschusses an die SozialCard-Besitzer ausbezahlt. Ab sofort aber wird das System umgestellt: Anstelle von Bargeld erhalten die derzeit 12.700 Berechtigten künftig "zweckgebundene Gutscheine", die sie in Grazer Geschäfte einlösen können.

Jürgen Fuchs Sozialstadtrat Kurt Hohensinner (ÖVP)
Sozialstadtrat Kurt Hohensinner (ÖVP) © Jürgen Fuchs

"Wir wollen, dass das Geld dort ankommt, woe es auch wirklich hin soll", betonte am Freitag Sozialstadtrat Kurt Hohensinner (ÖVP). Denn bislang habe man nicht verhindern können, dass etwa ein Familienvater die Weihnachtsbeihilfe in Alkohol investiert. Die neuen Gutscheine allerdings können in Zukunft in zahlreichen Geschäften für zahlreiche Produkte und Lebensmittel eingelöst werden - aber nicht für Alkohol, Tabak und auch nicht für Glücksspielprodukte.

"Es wird dadurch kein Cent weniger ausbezahlt als bisher", betont Stadtrat Hohensinner. So erhalten ja betroffene Familien eine Weihnachtsbeihilfe über 50 Euro sowie zusätzlich 10 Euro ab dem vierten Kind. Heuer ab November werden diese 50 bzw. 60 Euro eben nicht überwiesen, sondern in Form von Gutscheinen überreicht.

Ballguide/Stefan Pajman FPÖ-Klubchef Armin Sippel
FPÖ-Klubchef Armin Sippel © Ballguide/Stefan Pajman

Diese Umstellung wird in weiterer Folge im nächsten Jahr auch auf den Energiekostenzuschuss und bei der Schulbeihilfe zutreffen. All diese Leistungen müssen auch künftig beantragt werden: ÖVP und FPÖ beendeten ja im Zuge des ersten Reformschritts die automatische Ausbezahlung an SozialCard-Besitzer ab. "Mit dem vorliegenden Konzept werden alte Automatismen im Sozialbereich korrigiert", ist sich FPÖ-Klubchef Armin Sippel sicher.

Kommentare (2)

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lucie24
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Stigmatisierung

1. Geht es keinem was an wer auf Sozialhilfe angewiesen ist und wer nicht. Durch die Bezahlung mittels Sozialgutscheinen geht diese Anonymität verloren... Nicht im Sinne der neuen Datenschutzverordnung und der Menschenwürde oder?
2. Dann kauft der besagte Alkoholiker-Vater mit den Gutscheinen zwar zweckgebunden Schulsachen, spart sich aber dadurch trotzdem bares Geld, dass er 1:1 in Alkohol investieren kann. Jeder der glaubt, dass dieses Problem mit Sozialgutscheinen gelöst wird hat einfach keine Ahnung von der Realität!

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hakre
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finde ich sehr gut!

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