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Bundesregierung will GesetzGrazer Hanf-Läden zittern vor Cannabis-Verbot

Die Cannabisbranche boomt. Doch die Bundesregierung plant ein Verbot von Hanfsamen und -pflanzen. Auch ein CBD-Ende steht im Raum. Grazer Geschäfte sehen die Entwicklung kritisch, die „Graslerei“ expandiert indes.

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Die Cannabisbranche im Großraum Graz war in den letzten Monaten im Aufschwung. Getragen vom globalen Wachstum erleben die Läden auch hier einen regelrechten Boom. Entstanden ist ein aufstrebender Wirtschaftszweig mit Arbeitsmarktpotenzial. Sogar eigene Automaten mit Hanf wurden in der Stadt aufgestellt.

Nach derzeitiger gesetzlicher Lage dürfen diese sogenannten CBD-Produkte sowie auch Hanfpflanzen und ihre Samen in Österreich legal verkauft werden, lediglich der Verkauf des Wirkstoffes THC ist weiterhin illegal. Das will die Bundesregierung ändern, der konkrete Wortlaut zum Suchtmittelgesetz im Regierungsprogramm lautet: „Verbot des Verkaufs von Hanfsamen und Hanfpflanzen“.

In den sogenannten „Grow-Shops“ läuten nun die Alarmglocken. Auch wenn man noch keine „Existenzängste“ habe, heißt es etwa im Geschäft „Botanic Matters“ in der Ungergasse.

10.000 Stecklinge pro Monat

Unterdessen zählt der „Hanfgarten“ in Feldkirchen bei Graz zu den fünf größten Vertreibern von Hanfsamen und -pflanzen. Rund 10.000 Stecklinge werden hier monatlich verkauft. Unternehmensgründer Andreas Troger zeigt sich allerdings gelassen. Er sehe keine rechtliche Grundlage, Hanfsamen zu verbieten. „Was würde etwa mit Sammlern passieren?“ Aus aktuellem Anlass seien aus seiner Sicht also keinerlei Argumente gegen einen solchen Verkauf gegeben. „Den Pflanzenverkauf rechtlich einzuschränken wäre ein absoluter Rückschritt für die Wirtschaft. Der Schwarzmarkt würde explodieren.“ Außerdem, so Troger, werde den betroffenen Unternehmen im Fall eines Verbotes mit Sicherheit eine vier- bis fünfjährige Übergangsfrist gewährt. In dieser müsse man gegebenenfalls weiterschauen.

Cannabis-Lexikon

THC
Tetrahydrocannabinol ist eine psychoaktive Substanz, die zu den Cannabinoiden zählt. Ihr wird der Hauptanteil an der berauschenden Wirkung von Cannabis zugeschrieben. Es gilt in Österreich als illegal. 

CBD
Cannabidiol ist ein minimal psychoaktives Cannabinoid aus dem weiblichen Hanf. Vor allem in der Medizin genießt die Substanz ein breites Anwendungsfeld: gegen Übelkeit, entzündungshemmend, krampf- und angstlösend. Es gilt in Österreich als legal.

Grow-Shops
In einem solchen Geschäft wird neben Hanfsamen und Stecklingen auch alles Weitere rund um den Anbau angeboten.

In der Graslerei in der Leonhardstraße ist man sich sicher: „Der Wirtschaftszweig spricht für sich.“ Und: „Wir haben sogar weiter expandiert und eröffnen demnächst eine zweite Filiale in Linz.“ Für die Betreiber würde sich allerdings ändern, dass die Stecklinge nicht mehr aus dem regionalen Umfeld bezogen werden könnten. „Wir müssten unsere Pflanzen in diesem Fall aus der Schweiz importieren. Das wäre auch schon alles.“ Ein skeptisches Schielen in Richtung Regierungspläne bleibt dennoch.

Justizministerium prüft Verbote

Im Justizministerium hält man sich ob der genauen Pläne noch bedeckt. „Die Thematik rund um dieses Verbot besitzt nicht oberste Priorität, wird aber untersucht und ist selbstverständlich für diese Legislaturperiode geplant, nicht umsonst steht es im Programm“, erklärt Sprecherin Josephine Raimerth. Hauptaugenmerk beim Thema „Suchtmittelgesetz“ lege man auf den Schutz von Minderjährigen, insofern werde momentan sowohl das im Regierungsprogramm dezidiert verankerte Verbot von Samen und Pflanzen als auch ein etwaiges Verbot von CBD vom Ministerium geprüft. Genaueres gebe es dazu allerdings (noch) nicht. Würde CBD tatsächlich auch verboten werden, so wären Unternehmen wie die Graslerei vom Aus bedroht.

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