Bis zu 75 ZentimeterWarum der Citypark unter Wasser stand

Nach einer stressigen Nacht mit Aufräumarbeiten, hat der Citypark wieder geöffnet. Bis zu 60 Personen halfen mit, die Wassermassen zu beseitigen.

© KLZ/LR/Künzel
 

Es ist eine wahre Glanzleistung, die bis zu 60 Helfer in der Nacht auf Dienstag im Citypark vollbracht haben. Das Einkaufszentrum im Herzen der Stadt zog an diesem Montagabend nämlich nicht wegen mehr als 100 Shops und Gastro-Betrieben die Aufmerksamkeit auf sich - sondern, weil es von Wassermassen heimgesucht wurde. Ein Facebook-Video vom überfluteten Center wurde mittlerweile mehr als 750.000 Mal angesehen. Am Tag nach dem sintflutartigen Zwischenfall haben alle Geschäfte wieder geöffnet: "Und das Wasser ist weg", betonte Centerleiter Waldemar Zelinka.

Er hatte eine harte Nacht hinter sich: "Wir waren bis 3 Uhr nachts im Einsatz und legten um 5 Uhr früh wieder los, damit wir um 9 Uhr mit möglichst wenig Komplikationen wieder öffnen konnten." Damit das gelang, war das Citypark-Team auf Unterstützung angewiesen. Zahlreiche Mitarbeiter aus den Partnershops, die Berufsfeuerwehr und die Betriebsfeuerwehr des Murpark waren unterstützend mit den Aufräumarbeiten beschäftigt: "Und, was mich besonders freut, 20 muslimische Jugendliche haben sich sofort bereiterklärt, um unentgeltlich mitzuhelfen."

Überschwemmung im Citypark:: Das sagen die Geschäftsleute

"Kappaun MAN"

"Bei uns kam das Wasser, anders als im Erdgeschoss, von oben! Bis zwei Uhr in der Früh waren wir mit Wischen und Trocknen beschäftigt. Der Parkettboden in unserem Geschäft ist zerstört und muss neu verlegt werden."

Julian Melichar

"City Blumen"

Katrin und Michelle bei den letzten Aufräumarbeiten. Der Blumenladen kam mit einem blauen Auge davon. Schäden gibt es so gut wie keine. Und das, obwohl das Geschäft direkt neben dem Eingang liegt, von wo aus die Wassermassen ins Innere des Shoppingcenters strömten.

Julian Melichar

"City Blumen"

"Ich arbeite seit dreizehn Jahren hier im City Park, aber sowas habe ich noch nie erlebt. Das Wasser kam vor allem über den Eingangsbereich, später dann über die hauseigenen Kanäle zu uns herein und stand zehn Zentimeter hoch."

Julian Melichar

"O Bag"

"Wir wissen noch nicht genau wie beschädigt unsere Präsentationstische wirklich sind. Neben dem Wasser gelangte vor allem sehr viel Dreck und Laub ins Geschäft."

Julian Melichar

"O Bag"

"Die Zusammenarbeit mit dem Säuberungsteam des City Parks funktionierte einwandfrei."

Julian Melichar

"Hubert Auer"

"Für mich war diese Situation nicht gänzlich nachvollziehbar. Gut möglich, dass bei den Umbauarbeiten etwas falsch konstruiert wurde. Alles auf den Mühlgang und das Wetter zu schieben ist natürlich leicht."

Julian Melichar

"Desigual"

In den meisten Geschäften kann bereits wieder ungestört eingekauft werden. Nicht so beim Kleidergeschäft "Desigual", das statt mit normalen Fliesen mit einem Teppichboden ausgestattet ist.

Julian Melichar
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Der Schreck ist im Shoppingcenter aber noch nicht ganz verdaut: "Am Nachmittag gehe ich mit Versicherungsvertretern und Sachverständigen durch das Einkaufszentrum", so Zelinka. Danach könnte es eine erste Schätzung des Sachschadens geben.

Was im Citypark gestern geschah

Warum aber stand das Grazer Einkaufszentrum derart unter Wasser? Vereinfacht gesagt haben die frischen, kleinen Blätter der frühlingshaften Bäume und die Hagelkörner das Abwassersystem teilweise verstopft. Das hat zur Überschwemmung in der Garage geführt, woraufhin die Wassermassen vor allem ins Erdgeschoss geschossen sind. Auch das Kanalsystem machte zwischenzeitlich schlapp, das Wasser wurde so über Kanaldeckel ins Innere des Gebäudes gedrückt.

In Folge waren die Rolltreppen und Lifte außer Betrieb, die Geschäfte versuchten die Wassermassen aus ihren Räumlichkeiten zu wischen. "Trotzdem hatten die meisten Geschäfte bis Ladenschluss geöffnet", so Zelinka, der am Dienstag auch den Kontakt zu den betroffenen Geschäftsleuten suchte.

Der Wasserstand im Citypark lag im Erdgeschoss bei erwa 10 bis 16 Zentimetern. Besonders hart getroffen hat es die Zufahrt zum Ladehof des Citypark - sie stand gut 75 Zentimeter unter Wasser, in der Garage wiederum wurden bis zu 40 Zentimeter Wasser gemessen. Aufgrund dieser Wassermengen sind noch nicht alle Rolltreppen wieder in Betrieb, wohl aber die Lifte. "Weil viele Geschäfte einen Fliesenboden haben, waren die Aufräumarbeiten relativ einfach", so Zelinka. Mancher Holzboden müsse aber noch getrocknet und im schlimmsten Fall ausgetauscht werden, betont der Centerleiter.

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Danke für Ihr Verständnis.

Feja
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Danke an alle Helfer

Vor allem die Freiwilligen.

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3770000
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Das wird bald Alltag...

... da durch Klimawandel und abkühlendem Golfstrom einerseits die Werrerkapriolen massiv zunehmen und durch die systematische Versiegelung aller Böden riesige Betonbecken geschaffen werden. Versicherungskosten werden bald massiv hinaufschnellen. Und am schlimmsten ist, dass nunmehr schon überall dazugeschrieben wird, ob jemand muslimisch ist oder nicht. Auch wenn es gut gemeint ist: das sind nur mehr Kapriolen des Rassismus.

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MajorTom78
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Zur Korrektur

Der Golfstrom kühlt nicht ab, er verlangsamt sich, was wiederum das Klima in Europa beeinflusst...

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RMK
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Starkregen

.. hat es in Graz auch in der Vergangenheit gegeben. Meistens waren die Aussenbezirke, wie u.a. Andritz betroffen.

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