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SpektakulärFlugzeug wird auf Grazer Hoteldach zum Restaurant

Abgehoben: Ein ausrangiertes Flugzeug wird auf einem Hoteldach zur "Eventlocation" - und die Lieferung zum Sondertransport mit Straßensperren.

Flugzeug der Marke "Iljuschin": So oder so ähnlich wird die Novapark-Attraktion aussehen
Flugzeug der Marke "Iljuschin": So oder so ähnlich wird die Novapark-Attraktion aussehen © Symbolfoto: Fotolia
 

Ziemlich oft fällt der Satz: „Das ist aber noch geheim.“ Ja, dieses Unterfangen wurde bislang so gut es geht von der Öffentlichkeit abgeschirmt – ist es doch sowohl spektakulär als auch eine enorme logistische Herausforderung: Auf dem Grazer Hotel „Novapark“ landet in Kürze ein Flugzeug. Buchstäblich: Ein ausrangierter Flieger der Marke „Iljuschin“ wird auf dem Hoteldach in der Fischeraustraße in Graz-Gösting montiert und künftig für Gäste erlebbar gemacht.

Zuvor wird das zerlegte Trumm über den Semmering nach Graz gebracht: Dieser Sondertransport geht mitten in der Nacht über die Bühne – unter anderem müssen dafür Ampeln entfernt werden.

Novapark-Direktor Ricardo Nickel bestätigt auf Anfrage der Kleinen Zeitung das ungewöhnliche Vorhaben, will aber noch nicht alle Details verraten: „Zunächst wird das Flugzeug bei uns am Parkdeck abgeladen. Dann lassen wieder es zusammenbauen und in Originalgröße auf unser Dach montieren.“ Die „Iljuschin“ werde künftig jedenfalls für Gäste des Hotels geöffnet. „Als Restaurant oder auch als Eventlocation“, so Direktor Nickel.

Das Hotel "Novapark" in Graz-Gösting
Das Hotel "Novapark" in Graz-Gösting Foto © Novapark

Auf die Frage, ob man hier nicht preislich abhebe, lacht Nickel. „Es ist durchaus eine größere Investition, aber wir wollen uns halt von anderen unterscheiden. Außerdem passt dieser Schritt zu unserer gesamten Neuausrichtung.“ So wurden ja im Vorjahr der Kongress- wie der Restaurantbereich im Novapark erweitert und das Parkdeck errichtet. Derzeit wird gerade ein neuer Bettentrackt gebaut. „Wir wollen mit den neuen Zimmern auch in den 4-Stern-Plus-Bereich vorstoßen“, betont Direktor Nickel.

Die wohl spektakulärste Umbaumaßnahme ist aber der „Landeanflug“ des Flugzeugs vom russischen Hersteller Iljuschin. Darauf bereitet man sich auch schon im Grazer Rathaus vor: Offiziell ist derzeit nur von einem „Sondertransport“ die Rede, der Anfang April in den Nachtstunden über die Bühne gehen wird.

Jürgen Fuchs (Symbolfoto) Anfang April - mitten in der Nacht - wird der Rumpf des Fliegers nach Graz gebracht
Anfang April - mitten in der Nacht - wird der Rumpf des Fliegers nach Graz gebracht © Jürgen Fuchs (Symbolfoto)

Hinter den Kulissen aber runzelt man schon gewaltig die Stirn, kombiniert mit einer ordentlichen Portion Vorfreude: „So etwas erlebst du ja nicht alle Tage.“ Zwar wird das Flugzeug in Einzelteile zerlegt nach Graz geliefert – allerdings läuft allein die Anlieferung des Rumpfs unter „70-Meter-Sondertransport“.

Mit einigen Folgen: Das Flugzeugstück wird eben Anfang April um etwa zwei Uhr in der Nacht vom Semmering kommend nach Graz gebracht. Via Wiener Straße, Kalvariengürtel, Kalvarienbergstraße und Augasse bis zur Rückseite des Hotels.

Um das 70-Meter-Trumm halbwegs heil durch so manches Nadelöhr bringen zu können, wird vor allem der Kreuzungsbereich Kalvariengürtel/Kalvarienbergstraße zur Herausforderung: Nicht genug damit, dass dieses Areal in der Nacht vorübergehend gesperrt werden muss. Auf dieser Kreuzung entfernt man auch die Ampeln und Leitungen, die ansonsten dem Sondertransport im Weg stehen könnten.
Dann landet die Iljuschin beim Hotel Novapark. Das ist aber noch ziemlich geheim.

Kommentare (9)

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CuiBono
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Anstatt

dem Sondermüll tätens besser eine Photovoltaikanlage am Dach montieren.

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Carlo62
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Hier wäre wohl...

...der Genitiv angebracht!

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paulrandig
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CuiBono

Bitte Google Maps oder Earth konsultieren:
Die haben bereits eine ziemlich große Solaranlage. Kann allerdings nicht sagen, ob das Thermosolar oder Photovoltaik ist. Und wäre es PV, kämen schon wieder die nächsten Nörgler, die irgendwas bezüglich Ressourcen, Netzabpufferung durch Kohle-KWs oder umweltpopulistischen Irrweg mosern müssen.

Egal, was man macht, irgendwer muss dauernd sudern. Wem's nicht gefällt, der muss nicht hingehen. Und solange das am Dach oben ist, muss auch niemand raufschauen. Das dürfte den Suderern ohnehin entgegenkommen, denn Weitblick haben davon die Wenigsten, weil sie meistens nicht weiter als ihre Zehenspitzen schauen.

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furki
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Und was sagt denn die Baubehörde dazu?

Wenn da alles genehmigt ist, muss man schon echt am Einfühlungsvermögen bezüglich Orts- und Straßenbild zweifeln. Da kann man sich ja jetzt jeden Gag erlauben, gut, dass dem jetzt Tür und Tor geöffnet sind....einfach lächerlich, so eine Idee.

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artjom85
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Voraussicht scheint hier nicht bei jedem Menschen vorhanden zu sein.

Nicht nur für den Transport werden sowohl die Stadt als auch die Hotelbetreiber tief in die Tasche greifen müssen.
Auch die Wartung des nunmehr flügellahmen Vogels am Hoteldach wird den Betreibern noch Kopfschmerzen bereiten. Schade.

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gerbur
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Wenig originell!

Ausrangierte Flieger als "Eventlocation" waren vor 20 Jahren angesagt, aber für Gösting dürfte es zumindest ein paar Wochen einen Neuigkeitswert haben. Die Nachteile von solchen "Räumlichkeiten" sind bald spürbar! Der nächste Schrottplatz ist aber eh nicht weit!

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paulrandig
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Cooles Projekt.

Aber von einem "Trumm" zu schreiben ist meiner Meinung nach schon ein wenig zu flapsig für einen Zeitungsbericht. Was spräche gegen "ehemaliges Flugzeug", "Rumpf", "eindrucksvolles Objekt", "Luftfahrtüberbleibsel", "Straßenverkehrsherausforderung", "ausrangiertes Verkehrsmittel", "voluminöses Transportgut", "imposante Ladung",...?

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Dirk12
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Er hätte auch ohne weiteres "Schrotthaufen" schreiben können.

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paulrandig
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Dirk12

Es erfreut doch immer wieder solch qualifizierte Kommentare zu lesen...

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