Trotz VolksbefragungLand bietet Grund von Alt-Grottenhof zum Verkauf an

Umstrittenes Grundstück wurde zum Verkauf ausgeschrieben. 18,5 Millionen Euro will das Land dafür erlösen.

Wie geht es weiter in Alt-Grottenhof
Wie geht es weiter in Alt-Grottenhof © Stadt Graz(Foto Fischer
 

Seine Ankündigung, eine fünf Hektar große Ackerfläche in Wetzelsdorf verkaufen zu wollen, die dem Land gehört und von der Landwirtschaftlichen Fachschule Alt-Grottenhof genutzt wird, macht Landesrat Johann Seitinger nun wahr. Das Grundstück ist zum Verkauf ausgeschrieben. 18,5 Millionen Euro will man damit mindestens erlösen.

Mit dem Geld will Seitinger die Modernisierung der landwirtschaftlichen Fachschule finanzieren. Gelingt das nicht, sei der Schulstandort gefährdet, so der Landesrat. Bürgermeister Siegfried Nagl und Vize Mario Eustacchio hatten zwar angeboten, dem Land bei der Finanzierung des Umbaus unter die Arme zu greifen und das Grundstück zu kaufen. Allerdings nicht zum Preis, der für Bauland zu erzielen ist, sondern um etwa ein Drittel der nun im Raum stehenden 18,5 Millionen Euro. Ein Angebot, das man seitens des Landes ausschlug.

Neuer Flächenwidmungsplan

Nicht nur einen Finanzpolster, sondern auch einen langen Atem wird ein möglicher Investor allerdings brauchen. Das betreffende Grundstück zählt im Grazer Stadtentwicklungskonzept zwar zu den Potenzialflächen, die unter bestimmten Bedingungen von der Stadt Graz für eine künftige Bebauung ins Auge gefasst werden. Derzeit schreibt aber der dieser Tage in Kraft getretene Flächenwidmungsplan fest, dass auf dem Grundstück nicht gebaut werden darf. Eine Umwidmung ist bei der derzeitigen politischen Konstellation im Gemeinderat auszuschließen. Bei einer Volksbefragung sprachen sich darüberhinaus im heurigen Jänner 96,5 Prozent der Wetzelsdorfer gegen eine Umwidmung aus.

Warum er das Grundstück verkauft, obwohl sich die Bezirksbewohner gegen jede Veränderung ausgesprochen haben, begründet Seitinger folgendermaßen: "Selbstverständlich respektiere ich Bürgermeinungen, schließlich ist man als verantwortungsbewusster Landespolitiker aber auch hin und wieder genötigt, entgegen einzelner Bürgerbewegungen Entscheidungen zu treffen, die für die Zukunft der nächsten Generation von essenzieller Bedeutung sind. Dazu zählen mit Sicherheit Bildungsinvestitionen, da diese die fruchtbarste Basis dafür darstellen, die große Herausforderung der Zukunft zu meistern.

Kritische Töne zum Schritt Seitingers kommen von Stadträtin Elke Kahr (KPÖ), die sich für die Volksbefragung stark gemacht hatte. Vor allem die Anpreisung der Fläche als „ein ruhiges, künftig äußerst attraktives Wohngebiet“ in der Verkaufsmappe, prangert Kahr an. „Als Eigentümer steht es Landesrat Seitinger frei, diese Flächen zu veräußern. Ob die Flächen verbaut werden können , hat jedoch der Grazer Gemeinderat in der Hand", betont die Stadträtin. KP-Gemeinderat Kurt Luttenberger will gar einen Dringlichen Antrag in der morgigen Gemeinderatssitzung einbringen. Inhalt: Der Grazer Gemeinderat soll sich dazu bekennen, die Flächen in ihrer derzeitigen Form erhalten.

Ein Plan, der bei Bürgermeister Siegfried Nagl (ÖVP) auf Unverständnis stößt. "Die KPÖ meldet sich jetzt zu Wort, hat aber dem Flächenwidmungsplan nicht zugestimmt, der dafür sorgt, dass dieses Grundstück 15 Jahre lang nicht verbaut wird. Auch gegen einen Ankauf der Fläche durch die Stadt Graz hat sich die KPÖ ausgesprochen", unterstreicht der Bürgermeister.

 

 

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stadtkater
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Pfauengarten

2.0

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4e45bafc255dca8d9edb6766106b4ac2
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Wie sehr der Övp die Bevölkerung

am Herzen liegt sieht man an Kurz, Schützenhöfer und Nagl. Wir sind ihnen scheißegal. Zuerst muss ihr Klientel bedient werden. Ich bin mir sicher - der Grund ist schon lange verkauft - die Ausschreibung nur pro forma....

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sternguckerlein
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Direkte Demokratie, Volksbefragungen...

... ja, aber bitte nur, wenn das Ergebnis den Politikern in den Kram passt! *Sarkasmus off*

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karlmayerkainach
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Voksbefragungen

solche Volksbefragungen gehen immer nach dem Florianiprinzip aus. Denn wer will schon Wohnhäuser anstatt Grünflächen als Nachbarn, Hauptsache, man wohnt selbst im Grünen. Stillstand pur also.

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Jak39
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Das Motto

der Bezirke Strassgang u. Wetzelsdorf: Grün raus, Beton rein. "Hütteldorf am Buchkogel"

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alsoalso
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Vergleichbar mit :

Ein Bauer baut einen neuen Stall, verkauft dafür aber einen Teil seiner Wiesen! Woher sollen dann die Tiere das Futter holen? Das kann wirklich nur dem Schreibtischbauern LR Seitinger einfallen. Er ist damit ein großes Vorbild für die auszubildenden Jungbauern. Und : Für den Erhalt des Grottenhofes setzen sich die Kommunisten ein ! die Welt steht nimmer lang........

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Jak39
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Vergleichbar mit:

Ein Bauer kauft eine Melkmaschine u. gibt seine einzige Kuh i. Zahlung.

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walter1955
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das heisst einfach

familiensilber verscherbln

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