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Extrem-Kletterer im Interview

Deshalb begeben sich "Urban Monkeys" gern in Lebensgefahr

Sie klettern ungesichert auf Hochhäuser, Kamine und neuerdings auf Grazer Wahrzeichen. Die „Urban Monkeys“ über ihr polarisierendes Hobby in der Grauzone der Lüfte. Von Ulrich Dunst

"Flying Dutchman" auf der Antennenspitze des 202 Meter hohen Millenium Towers in Wien
"Flying Dutchman" auf der Antennenspitze des 202 Meter hohen Millenium Towers in Wien © Urban Monkeys
 

Mit ihrem Video, in dem sie auf der Spitze des Grazer Lichtschwerts oder des Kunsthauses völlig ungesichert herumklettern, wurden die Wiener Extrem-Freikletterer „Urban Monkeys“ schlagartig in der Steiermark bekannt (wir berichteten). Im Interview erklären die Beteiligten Tom (30) und „Flying Dutchman“ (23) ihre „Beweg-Gründe“.

Urban Monkeys: Auf waghalsiger Klettertour

Urban Monkeys

Mit ihrem jüngsten Graz-Video sind die Extremkletterer "Urban Monkeys" nun auch hierzulande in aller Munde. Keine Freude mit dem ungefragten Aufstieg hat man beim Lichtschwert-Eigentümer, der Theaterholding.

Urban Monkeys

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Auf dem Kunsthaus in Graz

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Auf dem Lichtmasten der Merkur-Arena während des Sturm-Matches gegen den WAC

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"Abhängen" beim Taggerwerk

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Auf dem 202 Meter hohen Millenium-Tower in Wien

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Auf dem Hochhaus Neue Donau

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Auf dem Gittergerüst des Wiener Gasometers

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Auf der Spitze der Wiener Votivkirche

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Wie bei allen Sportarten, die mit einem falschen Schritt tödlich enden könnten, stellt sich die Frage nach dem Warum. Warum klettert ihr auf möglichst hohe Gebäude?
URBAN MONKEYS: Wir machen das, weil wir sportliche Herausforderungen lieben und gern im mentalen und körperlichen Grenzbereich agieren. Andererseits interessieren uns gesellschaftliche Tabus und wie Menschen reagieren.

Vor allem die Eigentümer vom Grazer Stadion, Lichtschwert & Co. waren „not amused“ . . .
URBAN MONKEYS: Es hat natürlich einen anarchistischen und gesellschaftskritischen Aspekt, wenn man ohne Erlaubnis und ungesichert auf hohe Gebäude klettert. Die Resonanz, die wir erhalten, ist daher sehr zwiegespalten. Interessant ist, dass sich Menschen, denen unsere Videos gefallen, quer durch alle Altersgruppen und Gesellschaftsschichten ziehen.

Wie viel Vorbereitungszeit brauchen Aktionen wie jene in Graz?
URBAN MONKEYS: Wir erstellen uns vorher eine Liste von Objekten, die uns interessieren. Ausschlaggebend sind Höhe, Architektur, Umgebung und der Schwierigkeitsgrad, was das Klettern betrifft. Die Aufnahmen im Stadion passierten jedoch ohne Vorbereitungszeit. Wir wussten gar nicht, dass an diesem Tag das Sturm-Fußballmatch war. Also haben wir es spontan durchgezogen. Die Leiter war einfach zu verführerisch.

Aber unten wartete die Security bzw. die Polizei. Werdet ihr häufig mit Klagen eingedeckt?
URBAN MONKEYS: Man befindet sich in einer gesetzlichen Grauzone, weil es kein ausdrückliches Gesetz gegen das Beklettern von Gebäuden gibt. Da man aber in den meisten Fällen fremdes Eigentum betritt, hat man mit Besitzstörungsklagen oder Geldstrafen zu rechnen, so man erwischt wird. Wir haben auch schon eine Nacht im Gefängnis verbracht, weil wir für Einbrecher gehalten wurden. Es ist nicht ratsam, dieses Hobby ohne guten Anwalt zu betreiben.

Aber wie kommt man ohne einzubrechen auf so hohe Gebäude?
URBAN MONKEYS: Wir haben noch kein einziges Schloss aufgebrochen. So etwas tun wir nicht. Wir finden immer einen Weg. Irgendwo ist immer eine Tür offen.

Auf eurer Facebookseite warnt ihr vor Nachahmungstätern. Warum?
URBAN MONKEYS: Weil man das nur mit extremer Vorbereitung machen kann. Wir sind permanent in der Kletterhallen oder am Berg und betreiben Kraft- und Ausdauersportarten jeglicher Art.

Und die mentale Vorbereitung auf die Höhe?
URBAN MONKEYS: Die Höhe musst du komplett ausblenden. Es wirkt auf den Videos immer nur so spontan und locker, weil man die lange Vorbereitungsphase nicht mitbekommt. Wir beginnen immer erst dann zu filmen, wenn wir ganz sicher sind, festen Halt zu haben.

Was ist wichtiger? Der Gipfelsieg oder das Dokumentieren des Gipfelsieges?
URBAN MONKEYS: Man besteigt ja auch einen Berg nicht ausschließlich wegen des Fotos am Gipfelkreuz. Der Hauptteil unserer Leidenschaft besteht genauso aus Interesse für Architektur und Fotografie wie fürs Klettern und Adrenalin. Irgendwann fanden wir es zu schade, unsere Erlebnisse nicht zu teilen. Mit Fotos und Videos wollen wir unsere Emotionen nachvollziehbar transportieren. Wenn uns Menschen berichten, dass sie Herzrasen von den Videos bekommen, wissen wir, dass es zumindest teilweise funktioniert.

Kommentare (3)

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checker43
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"Urban Monkey" klingt wirklich besser als "Stadtaffe".

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hr40a8qoy3ypfc9pinjv2gxptvfap9vq
11
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Ob ihnen das gefällt oder nicht -

ohne Einwilligung der Eigentümer ist es immer Besitzstörung.
Den Burschen ist nicht klar welche negative Vorbildwirkung sie haben. So blöd sind zu 99% nur Männer. Bei jedem Blödsinn der auf der Welt gemacht wird - fast nur Männer.
Frauen sind da halt intelligenter und denken auch über Folgen nach...

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Ichweissetwas
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Schon Profi-Bergsteiger stürzten in den Tod,

kann schnell gehen und man ist dabei wirklich selbst schuld!

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