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Graz

Die Hochzeit in der Mur

Die Laichzeit der Huchen macht aus dem trüben Wasser der Mur die Leinwand für ein großes Schauspiel. Von Robert Preis

Faszinierendes Schauspiel in der Mur
Faszinierendes Schauspiel in der Mur © Keppel
 

Es ist ein stilles Schauspiel und wird deshalb in der Öffentlichkeit kaum registriert. Die Laichzeit der Huchen erreicht in Graz derzeit ihren Höhepunkt. Es ist die „Hochzeit der Huchen“ und weil der Raubfisch auf der Liste der gefährdeten Arten steht, können Experten diese Phase nicht hoch genug schätzen. Auch wenn die Öffentlichkeit dem eher weniger Aufmerksamkeit zollt.

Huchen in der Mur

Huchen in der Mur

„Aber so ist es bei Fischen immer. Man kann sie nicht streicheln, deshalb stehen sie nicht so im Fokus“, findet mit Franz Keppel jemand, der es sich zur Lebensaufgabe gemacht hat, die Huchen zu beobachten. „Denn“, so Keppel, der als „Huchen-Franz“ bekannt ist, „der Huchen in Graz, das ist eine Weltsensation. Den gibts nur bei uns.“
Hucho hucho, auch Donaulachs genannt, war 2012 „Fisch des Jahres“ in Österreich, er bevorzugt schnell fließende Gewässer ist standorttreu und gilt als Einzelgänger. Und seit einer vom steirischen Umweltamt im Jahr 2010 in Auftrag gegebenen Studie steht fest: Die Population in der Grazer Mur ist absolut autochthon.

Huchen: Huchen-Hochzeit in der Mur

Franz Keppel
Franz Keppel
Franz Keppel
Franz Keppel
Franz Keppel
Franz Keppel
Franz Keppel
Franz Keppel
Franz Keppel
Franz Keppel
Franz Keppel
Franz Keppel
Franz Keppel
Franz Keppel
Franz Keppel
Franz Keppel
Franz Keppel
Franz Keppel
Franz Keppel
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Während der Laichzeit schlagen die Weibchen mit dem Schwanz flache Gruben und legen bis zu 1000 Eier. Nach 35 Tagen schlüpfen die Larven. Der „Huchen-Franz“ kennt in Graz drei Laichplätze, „einer ist in der Nähe des geplanten Kraftwerks“.

30 Kilo pro Hektar

Dass der Fisch nicht umsonst längst auf der Liste der vom Aussterben bedrohten Arten steht, kann Keppel aus eigener Erfahrung bestätigen. Schon sein Urgroßvater war Fischer, „und während er damals noch rund tausend Kilo pro Hektar Fisch vorfand, registrieren wir heute nicht mehr als 30 Kilo pro Hektar.“ Kein Wunder, dass Keppel für „Rettet die Mur“ sammelt und als Mitglied des Arbeiterfischereiverbandes jede Freizeitminute dem stillsten Teil unseres Naturraums widmet.

„Wenn der Huchen weg ist“, sagt er, „dann gibt es keinen Wildfischbestand mehr. Dann ist die Mur totes Wasser von einem Stauraumbecken zum anderen.“ Automatisch knüpft er daran die Sorge um das geplante Kraftwerk. „Ich befürchte, dass wir den Huchen nicht mehr allzu oft sehen werden.“

Kommentare (4)

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Nerroma
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Freifließende Mur

Unsere freifließende Mur ist ein Naturjuwell das wir erhalten sollten.Um dem Huchen seinen Lebensraum zu erhalten.Wer für den grünen Strom aus Wasserkraft ist der soll nach Marburg fahren und sich die Brühe der Drau ansehen eingesperrt in einer Betonwüste.Ist es nicht wunderschön im Sommer neben der Mur spazieren zu gehen und dem Rauschen des Wassers zuzuhören. Wasserkraft in diesem Fall nein Danke.

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Fliegenwasser
0
7
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Andernorts

Andernorts wird um fast 7 Millionen renaturiert (noe.orf.at/news/stories/2677885/) um der ursprünglichen Fischfauna wieder ein Chance zu geben (allerdings mit ungewissem Ausgang), wir in Graz haben Laichplätze bedrohter Tierarten direkt unter dem Schlossberg und wollen diese und das grüne Band entlang der Mur um bis zu 200 Millionen € für ein nicht wirtschaftliches Projekt vernichten. Das ist zur Zeit Grazer Stadtpolitik!

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jahcity
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2
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Einen Lobbymeister Nagl

ist so etwas völlig egal....

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Fliegenwasser
0
4
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Kann es auch ...

... es müssen nur genug Wähler und Konsumenten in Bezug auf das Projekt sensibilisiert werden.

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