AccessControl ac = AccessControl.getAccessControl(request);

Graz

Was wurde aus den Hausbesetzern?

Seit der Serie von Hausbesetzungen von 2007 bis 2009 blieb Graz davon verschont. Einen ähnlichen Fall wie jetzt in Wien erlebte man in Graz im Jahr 2005.

© Helmut Bast
 

Insgesamt 1700 Polizeibeamte gegen 19 Hausbesetzer. Mit einer derartigen Mannschaftsstärke räumte die Polizei in Wien am Montag ein von Punks und Anarchisten besetztes Haus. Ein Vorgehen, das österreichweit für Schlagzeilen und Kopfschütteln sorgte.

Der besondere Clou an der Sache: Jener Hausbesitzer, der sein Eigentum nun räumen ließ, hatte die Punks vor Jahren selbst eingeladen. Das Kalkül: Bei solchen Nachbarn werden selbst die letzten Altmieter freiwillig ausziehen. Der Plan hat übrigens nicht funktioniert.

In Graz gab es einen ähnlichen Fall, nämlich beim Punkhaus in der Kärntner Straße 1, mittlerweile abgerissen und bis heute leerer Bauplatz. Die Firma Wegraz ließ die Punks 2003 ins Haus. Die Altmieter verließen tatsächlich das Haus. Eine polizeiliche Räumung musste man trotzdem nicht durchführen. Die Punks wurden von der Stadt anderweitig untergebracht, die Wegraz wartete mit dem Abriss so lange, bis eine Versorgung der Punks gesichert war.

Serie von Besetzungen

Gleich eine ganze Serie von Hausbesetzungen erlebte Graz dann von 2007 bis 2009.

Im April 2007 in der Elisabethinergasse: Die Besetzer räumten hier noch freiwillig. Polizeiliche Räumungen gab es dann in der Grenadiergasse (Juli 2007) und Grazbachgasse (Oktober 2007), Annenstraße 3 (April 2008), Merangasse (Oktober 2008) und schließlich Grabenstraße 56 (März 2009). Die immer gleiche Forderung der Besetzer: ein autonomes Kulturzentrum.

"Seit dieser Zeit hat Graz keine echte Hausbesetzung mehr erlebt", sagt der Grazer Stadtpolizeikommandant Kurt Kemeter. "Die autonome Bewegung zog sich zurück. Ich muss auch sagen, dass Räumungen bei uns nie so eskaliert sind wie jetzt in Wien, wo ja auch unsere Grazer Kollegen im Einsatz waren."

"Die Hausbesetzer in Graz waren nie so radikal wie in Wien", weiß Sozialarbeiter Otmar Pfeifer, der als Punk-Betreuer bekannt wurde. "Da die Besetzer mehrmals an der routinierten Räumung durch die Polizei scheiterten, gaben sie offensichtlich auf."

Zwischen 0 Uhr und 6 Uhr ist das Erstellen von Kommentaren nicht möglich.
Danke für Ihr Verständnis.