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Grazer Einkaufsgemeinschaft

Gutachten über Lyoness: Kein Pyramidenspiel

Die Grazer Einkaufsgemeinschaft Lyoness steht immer wieder wegen ihres Systems in der Kritik. Das Unternehmen sieht sich dadurch "stigmatisiert" und hat nun ein - weiteres - Gutachten in Auftrag gegeben.

© KLZ / Hassler
 

Die Grazer Einkaufsgemeinschaft Lyoness steht seit knapp zwei Jahren immer wieder wegen ihres schwer durchschaubaren Systems in der Kritik. In diesem Zusammenhang tauchte auch der Vorwurf auf, dass es sich dabei um ein Schneeballsystem handelt. Das Unternehmen sieht sich dadurch "stigmatisiert" und hat nun ein - weiteres - Gutachten in Auftrag gegeben. Dieses kommt zum Schluss, dass das Geschäftsmodell "strafrechtlich unbedenklich" sei und "insbesondere" nicht den Straftatbestand des Pyramidenspiels erfülle. Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) hat Lyoness genau deshalb im Visier.

"Die Ermittlungen laufen seit gut einem Jahr", sagte WKStA-Sprecher Erich Mayer der APA. Die Staatsanwaltschaft untersucht neben dem Pyramidenspielvorwurf auch noch, ob schwerer Betrug und Vergehen gegen das Kapitalmarktgesetz vorliegen. Ein Ende der Erhebungen ist nicht in Sicht. "Unsere Experten ermitteln noch, wie das Verrechnungssystem funktioniert hat", so Mayer. Aufgrund der verschiedenen Ebenen - von Gutscheinsystem bis Premiummitgliedschaft - gestalte sich das als nicht so einfach.

"Klar kein Pyramidenspiel"

Für Peter Lewisch, Professor am Institut für Strafrecht und Kriminologie an der Universität Wien, liegen die Dinge ganz klar: "Die Lyoness-Einkaufsgemeinschaft ist kein Pyramidenspiel im Sinne des §168a StGB (Pyramidenspiel)", schreibt er in seinem Gutachten, das der APA vorliegt. "Es liegt schon kein Gewinnerwartungssystem vor; die Einkaufsgemeinschaft beruht aber auch nicht auf dem Schneeballsystem." Weder hätten die Teilnehmer einen Einsatz zu leisten noch die Pflicht, neue Mitglieder "zuzuführen". Auch müssten sich diese nicht "in einer bestimmten Form verhalten", so der Professor. "Im Ergebnis verstößt die Lyoness-Einkaufsgemeinschaft - ohne Wenn und Aber - in keiner ihrer Varianten gegen §168a StGB."

Lewisch ist schon der zweite von Lyoness engagierte Gutachter, der sich mit dem Pyramidenspielvorwurf auseinandersetzte. Auch die erste Expertise "war positiv", so Lyoness-Sprecher Mathias Vorbach zur APA.

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