Nein, unmittelbar mit dem zweiten Gleis in der Hilmteichstraße haben die Baumfällungen nichts zu tun, lediglich indirekt. Obwohl der Einsatz der Kettensägen südlich und nördlich der Auersperggasse angekündigt wurde, ist auch nach dem großen Schnitt die Aufregung groß. Erwin Wurzinger, Bezirksvorsteher von Mariatrost, ist erzürnt: „Die Holzfäller haben mir gesagt, dass Frau Schwentner dort eine dritte Fahrspur für Autos asphaltieren lässt.“ Und dass nicht nur auf Kosten der Bäume, sondern auch die Hundewiese müsse verkleinert werden.
Anrainer verstehen wiederum nicht, warum beim dortigen Supermarkt Billa ein Baumriese gefällt wurde, der weit weg von den Gleisen stand. Die Kleine Zeitung hat nachgefragt. Laut Holding waren 14 Bäume betroffen, zählt man allerdings die übrig gebliebenen Baumstümpfe, waren es deutlich mehr.
Für neue Spur für Linksabbieger mussten Bäume weichen
„Vorausschicken muss man, dass die Grünraumabteilung um jeden Standort gekämpft hat. Da wird nichts leichtfertig geschlägert“, heißt es aus dem Büro von Vizebürgermeisterin Judith Schwentner (Grüne). Und am Ende würden 36 Bäume nachgeplanzt, also fast dreimal so viele, wie jetzt gefällt wurden.
Hundewiese/Kreuzung Auersperggasse: Dort wird tatsächlich die Straße breiter, weil – um den Tram-Fahrplan einhalten zu können – eine neue Linksabbiegespur errichtet wird. Und zwar für Kfz, die vom LKH kommend in die Auersperggasse einbiegen wollen. Deshalb mussten „sieben Bäume und Gehölzsaum“ gefällt werden.
Haltestellenbereich: Dort wurden vier Bäume gefällt, „die auch in einem miserablen Zustand waren. Linden, die für den Standort nicht geeignet waren und seit zehn Jahren nicht gewachsen sind“, heißt es bei Schwentner.
Wendeschleife: Eine Kastanie wurde gefällt, auch dieser Baum hätte aufgrund seines schlechten Zustands die Bauarbeiten nicht überlebt, heißt es.
Billa: „Der schmerzt wirklich“, gesteht man im Büro Schwentner zu. Denn der Riese musste weichen, weil nach der Neuordnung der Verkehrswege mit dem zweiten Gleis kein Platz für eine Ladezone für den Supermarkt gewesen wäre. Als Ersatz setzt man zwei Platanen, die eine „neue Vorplatzsituation schaffen sollen“.
Es gibt noch weitere markierte Bäume: „Nicht von uns“, heißt es bei Schwentner
Was man im Büro Schwentner noch betont: Speziell Richtung LKH-Einfahrt gibt es noch mehrere Bäume mit Markierungen, „die sind aber nicht von der Grünraumabteilung.“ Da müsse sich jemand einen Spaß erlaubt haben, da sind keine weiteren Fällungen geplant.