Im Jahr 2023 startete ein in Österreich „einzigartiges Projekt“, wie die Beteiligten damals betonten: In der Grazer Annenstraße wurde die neue „Gesundheitsdrehscheibe“ eröffnet. Als kostenlose und niederschwellige Einrichtung mit Pflegefachkräften, Physio- und Psychotherapeuten sowie Sozialarbeitern, die mit Rat und Tat zur Seite stehen sollten – bei körperlichen wie mentalen Beschwerden, aber auch mit dem Ziel, beim Zurechtfinden im oft komplexen Gesundheitssystem zu helfen.
Drei Jahre später ziehen nun die Verantwortlichen Bilanz: „Unser Gesundheitssystem ist stark – aber nicht für alle gleich leicht zugänglich. Wer krank ist, braucht Unterstützung – nicht ein Labyrinth aus Zuständigkeiten oder Rechnungen. Gesundheit darf keine Frage der Brieftasche sein. Die Gesundheitsdrehscheibe sorgt dafür, dass Menschen schneller zur richtigen Hilfe kommen und stärkt so die Chancengerechtigkeit im Zugang zur Versorgung“, betont der Grazer Gesundheitsstadtrat Robert Krotzer (KPÖ).
„Individuelle Starthilfe“
„Das Grazer Gesundheitsamt beschränkt sich nicht auf seinen nüchternen gesetzlich vorgegebenen Auftrag, sondern strebt danach, im Sinne der WHO Gesundheit für alle zu ermöglichen. Die Gesundheitsdrehscheibe ist ein wichtiger Schritt in diese Richtung, wir leiten an und wir zeigen den Weg zu mehr Gesundheit, zu Gesundheitsleistungen und zum gesunden Verhalten. Und das mit individueller Starthilfe und weitgehend ohne Barrieren“, ergänzt Eva Winter, Leiterin des Grazer Gesundheitsamtes. Aus diesem Grund sei die Vermittlung von sozialen Angeboten ein zentraler Bestandteil der Arbeit – dazu gehörten etwa Bewegungsangebote, psychosoziale Beratung oder Unterstützung für pflegende Angehörige.
„Orientierung entscheidend“
„Nicht jedes Problem lässt sich rein medizinisch lösen. Gerade wenn körperliche, psychische und soziale Faktoren zusammenkommen, ist Orientierung entscheidend. Die Gesundheitsdrehscheibe der Stadt Graz bietet dafür Zeit, Qualität in der Beratung und Unterstützung bei der Suche nach passenden Angeboten“, erklärt schließlich Angela Koch, Leiterin der Gesundheitsdrehscheibe.