In Frohnleiten brechen wieder „eisige“ Zeiten an: Die Pläne für eine neue Eishalle wurden fixiert. Eine private Investorin plant dort, eine Traglufthalle zu errichten – die Eishalle soll auch ganzjährig bespielbar sein. Die Grundstücke dafür stellt die Gemeinde Frohnleiten zur Verfügung. Dem hat nun auch der zuständige Beirat der Gemeinde zugestimmt. Der Vertrag ist unterschrieben, wie Bürgermeister Johannes Wagner (ÖVP) auf Nachfrage bestätigt: „Im November soll es dann wieder Eis geben.“
Dass künftig Eislaufen in Frohnleiten möglich bleibt, war Ende des Vorjahres mehr als ungewiss. Die Gemeinde hatte im November verkündet, die bestehende Eishalle zu schließen – aus Kostengründen. Die Nachricht war ein herber Schlag insbesondere für den Eishockey-Sport, rund zehn Vereine trainieren an dem Standort. Die Aufregung war groß. Es bleibt auch dabei, die bestehende Halle wird zur „Multifunktionalen Sporthalle“, auch dafür gibt es einen Investor. Direkt daneben, am Areal des Sport- und Freizeitparks, soll nun eben die neue Traglufthalle entstehen, die für Eishockey, Stocksport und Publikumslauf genutzt werden kann. Elitsa Polizoeva springt dafür als private Investorin ein. Sie wird die Eishalle bauen und betreiben. „Das ist eine tolle Sache für die Region“, so Wagner.
Der Beschluss dafür wurde im Beirat unter allen Fraktionen einstimmig gefasst. „Es ist eine gute Lösung für die Gemeinde und sicherlich die kosteneffektivste“, erklärt Niko Wieser (SPÖ). Auch Petra Mitteregger (FPÖ) begrüßt die Lösung: „Gerade für den Eissport und für viele sportbegeisterte Kinder und Jugendliche ist das ein wichtiges Signal. Es zeigt, dass durch das Engagement der Investorin eine Perspektive für den Eissport in unserer Stadtgemeinde bestehen kann.“ Kritik an den Plänen gab es im Vorfeld von Alexander Fleck (Grünen). Nun hat er im Beirat der Lösung aber zugestimmt: Mit der Traglufthalle sei er nicht glücklich, aber „sonst hätte ich gegen den Eissport gestimmt“, sagt er.
Warum Peggau weiter plant
Gleichzeitig zu dem Vorhaben in Frohnleiten, schmiedet auch Peggau Pläne für eine Eishalle. Ist man dort nun verärgert, dass Frohnleiten schneller war? „Nein, auf gar keinen Fall. Gott sei Dank, liegt jetzt eine Lösung am Tisch“, betont Bürgermeister Christoph Pirstinger (Heimatliste Peggau). Die Planung für eine Eishalle in Peggau will man nun aber trotzdem beenden – als eine Art Rückversicherung, falls das Vorhaben in Frohnleiten doch nicht klappen sollte. In Peggau müssten allerdings 2,8 bis 3 Millionen Euro investiert werden. „Das würden wir als Gemeinde sicher nicht allein tragen.“ Und wenn die Eishalle in Frohnleiten kommt? „Dann bauen wir auf keinen Fall. Es ist einfach wichtig, dass wir eine Möglichkeit zum Eissport haben“, so Pirstinger. Auch Wagner betont, dass man nicht in Konkurrenz zueinander stehe: „Es haben einfach alle versucht, eine Lösung zu finden.“
Der Frohnleitner Bürgermeister hat bereits mehrfach an das Land appelliert, dass es eine langfristige Zusage des Landes Steiermark zur Absicherung des laufenden Betriebes brauche. Beim Land selbst läuft derzeit eine Evaluierung für die steirischen Sportstätten, angekündigt wurden die Ergebnisse für Ende des ersten Quartals.