Allein, dass diese Frage gestellt wird, sorgt derzeit für kontroverse Diskussionen – weil vermeintliche „Kapitalismus-Sorgen“ von Europäern auf Leid und Todesängste im Nahen Osten treffen. Und doch kommt in wirtschaftlich ohnehin herausfordernden Zeiten eine eine ganze Branche nicht umhin, zu beobachten, ob und wie sich der aktuelle Krieg auf unser aller Urlaubsplanungen auswirkt. „Noch gibt es keine Stornierungswelle oder dergleichen“, wissen Wolfgang Grimus und Jürgen Löschnig als Geschäftsführer am Grazer Flughafen. Aber es gelte, wachsam zu bleiben – und auch mit „positiven Folgen“, zu rechnen, so verkehrt auch dieser Blick wirken mag: Denn angesichts von Dauerkrisen in der Welt könnten auch Steirerinnen und Steirer entscheiden, „öfter Städtetrips zu machen oder kleine Destinationen anzusteuern“ – von Graz aus.
„Plus von fünf bis sechs Prozent“
Derzeit jedenfalls bleibe „ihr“ Airport von negativen Folgen verschont, so Grimus und Löschnig – im Gegenteil: „Wir konnten in den ersten Wochen des neuen Jahres bislang einen Zuwachs von sechs Prozent bei den Passagieren im Vergleich zum Vorjahr verzeichnen.“ Hier mache sich eine Umkehr der Verhältnisse bemerkbar: Schwächelten früher Linienflüge ein wenig im Vergleich zu Charterreisen, gebe es nun eben Zuwächse auf der ganzen Linie. Insofern geben sich die Airport-Chefs auch generell für heuer optimistisch: „Wir gehen unterm Strich von einem Plus in der Höhe von fünf bis sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr aus. Das wir also letztlich ungefähr bei 880.000 Passagieren landen.“
Und dann kam Corona
Damit würde die Bilanzkurve weiter befeuert: Seit sechs Jahren zeigt sie in kleinen Schritten, aber doch nach oben – nach dem Einbruch in der Pandemie. Auf die bisherigen Rekordjahre 2018 und 2019 mit jeweils mehr als einer Million Passagiere folgte auch am Grazer Airport ein schmerzhafter „Absturz“: Im Jahr 2020 waren es nur 199.510 Damen und Herren, die in Feldkirchen bei Graz landeten oder abhoben. Es herrschte plötzlich wieder jenes beschauliche Treiben, das der Airport zuletzt Mitte der 80er-Jahre erlebte, wie eine aktuelle Statistik des Landes Steiermark zeigt (siehe auch Grafik): Wo im Jahr 1914 das erste Flugzeug gestartet und 1955 die erste Betonpiste Österreichs dieser Art über eine Länge von 1,5 Kilometern angelegt worden war, wurde 1977 die „Schallmauer“ von 100.000 Gästen durchbrochen.
Zu einem weiteren Höhenflug soll auch der Sommerflugplan beitragen, der Ende März in Kraft tritt: 35 Destinationen in 14 Ländern werden dabei von Graz aus direkt angeflogen – darunter auch Olbia auf Sardinien, eine nagelneue Destination. Darüber hinaus können Sonnenbrillen wie Wanderschuhe für Ziele in Griechenland, Spanien, Türkei, Kroatien, Frankreich, Italien, Ägypten, Malta, Bulgarien und Zypern gepackt werden.