Bei aller Dringlichkeit, meist an zappelnden „Tanzschritten“ zu erkennen, sollten Sie künftig ein paar Sekunden mehr einplanen – damit die Suche nach Kleingeld oder nach der Bankomatkarte keine mittlere Katastrophe auslöst. Denn ehe man das öffentliche WC beim Lendplatz betreten kann, werden in Zukunft 50 Cent fällig sein. Auch die Toiletten im Grazer Volksgarten werden aufgerüstet, in diesem Fall mit einer Videokamera. Mit beiden Maßnahmen reagiert die Stadt Graz auf den zunehmenden Vandalismus.

Denn dieser zeige sich „in seiner ekelerregendsten Form“, meinte der zuständige Stadtrat Manfred Eber (KPÖ) im Sommer 2025 mit Blick auf Graffiti, Kot an den Wänden sowie Utensilien von Drogenkranken in den öffentlichen Klos. Also kündigte er jene Abschreckungsmaßnahmen an, die auch ÖVP-Chef Kurt Hohensinner in ähnlicher Form schon gefordert hatte – und die nun tatsächlich umgesetzt werden: Wie man im Büro Eber bestätigt, wurde sowohl die Installierung einer neuen Bezahlschranke für das WC Lendplatz (eben mit Münzen oder Bankomatkarte zu nutzen) als auch die Ausstattung der Volksgarten-Anlage mit einer Videokamera in Auftrag gegeben.

500.000 Euro Schaden pro Jahr durch WC-Vandalismus

Kaputte WC-Scheibe im Volksgarten
Das frisch sanierte WC beim Volksgarten wurde längst wieder demoliert © Saria

„Nach einem Jahr wird evaluiert, welche Lösung besser funktioniert“, so Stadtrat Eber. „Uns ist wichtig, dass alle Menschen in Graz öffentliche WCs problemlos nutzen können und unsere Mitarbeiterinnen sowie Mitarbeiter im Reinigungsdienst ihren Job sicher ausführen können.“ Gerade der Einsatz des elektronischen Auges musste rechtlich sorgfältig abgeklärt werden. Das Ergebnis: Künftig wird nur der Eingangsbereich mit einer Videokamera überwacht, um notfalls die Übeltäter ausforschen und sich an ihnen schadlos halten zu können. Zuletzt musste die Stadt Graz ja knapp 500.000 Euro pro Jahr in Reinigungs- und Sanierungsarbeiten investieren.

Voraussichtlich in sechs bis sieben Wochen soll das „Wettrennen“ der beiden Testsysteme starten. Bis dahin seien Mitarbeiter der städtischen Ordnungswache angehalten, bei den beiden WC-Anlagen stärker präsent zu sein.