In der Stattegger Straße in Graz-Andritz ist es Mittwochnachmittag zu einem Banküberfall gekommen. Wie die Landespolizeidirektion Steiermark Donnerstagfrüh mitteilte, war die Fahndung die ganze Nacht über gelaufen – bisher aber ohne Erfolg. Nun liegen erste Ermittlungserkenntnisse vor. Zudem fahndet die Polizei mit Bildern aus der Überwachungskamera öffentlich nach dem Täter.
Angestellte gefesselt
Zum Tatablauf: Kurz vor 15:45 Uhr betrat der bislang Unbekannte eine Bankfiliale in der Stattegger Straße. Zu diesem Zeitpunkt waren lediglich fünf Angestellte in der Filiale anwesend. Diese bedrohte der Mann mit einer Pistole und drängte sie gemeinsam in ein Büro. Dort kamen die Angestellten der Forderung nach, ihre Mobiltelefone abzugeben. Im Auftrag des Täters musste eine der Angestellten ihre Kollegen mit Klebeband an den Sesseln fixieren. Auch Wollhauben wurden dabei über das Gesicht der Opfer gestülpt und mit Klebeband fixiert.
Nach 30 Minuten geflüchtet
Bevor der Täter selbst die letzte Angestellte fesselte, nötigte er diese zur Öffnung des Banktresors und forderte den Zugang zu den Kundenschließfächern. „Danach brach der Täter einige wenige Kundenschließfächer gewaltsam auf und flüchtete nach knapp 30 Minuten samt Beute in bislang unbekannter Höhe“, heißt es von der Polizei. Die fünf Bankmitarbeiter ließ er gefesselt zurück. Sie konnten sich nach einiger Zeit selbst befreien und alarmierten die Polizei.
Fahndung läuft weiter
Unter Einbindung zahlreicher Streifen samt Spezialkräften und dem Polizeihubschrauber leitete die Polizei eine groß angelegte Alarmfahndung nach dem flüchtenden Täter ein. Auch Raubermittler des LKA Steiermark sowie Tatortbeamte haben umgehend die Ermittlungen aufgenommen. Diese verliefen bislang ohne konkreten Hinweis auf den Täter. Über Anordnung der Staatsanwaltschaft Graz wurden am Donnerstag daher Bilder des Täters für die öffentliche Fahndung veröffentlicht. Sie stammen aus der Überwachungskamera der Bankfiliale.
Personenbeschreibung des Täters
Beim Täter soll es sich laut Beschreibung um einen etwa 180 bis 185 Zentimeter großen Mann im Alter zwischen 25 und 50 Jahren handeln. Zum Zeitpunkt der Tat war er mit einer schwarzen Jacke, einer blauen Jeans und einer schwarzen Kappe bekleidet. Maskiert war der Mann, der von schlanker Statur mit hellem Hauttyp ist, mit einer blonden Perücke, einer randlosen Sonnenbrille in den Farben Orange/Rot sowie einer weißen FFP2-Maske. Darüber hinaus trug er flache Steckohrringe in Plattenform. Er sprach in steirischem Dialekt mit eher hoher Stimmlage und trug eine schwarze Sporttasche bei sich.
Hinweise erbeten
Hinweise zur Person oder zur Tat bzw. der anschließenden Flucht sind an das LKA Steiermark unter 059133/60-3333 erbeten.
Die Polizei bittet ausdrücklich, dass sich potenziell betroffene Kunden der Bank zum jetzigen Zeitpunkt nicht direkt bei der Polizei melden – Betroffene der Straftat werden gesondert verständigt.
Bewaffneter Banküberfall im Dezember
Es ist der zweite Banküberfall in Graz binnen weniger Wochen, nachdem es zuvor lange keine mehr geben hatte. Erst am 23. Dezember wurde eine Bankfiliale in der Zinzendorfgasse überfallen. Der Täter war bewaffnet, trug eine Latexmaske und Perücke und brach die Schließfächer im Keller der Raiffeisen-Filiale auf. Er konnte unerkannt entkommen und wird weiterhin gesucht.