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SelzthalUneinigkeit über die Positionierung der Ex-Eisenbahnermetropole

Vorschlag von Finanzminister Löger, auch auf den Tourismus zu setzen, stößt nur bei ÖVP auf Gegenliebe. Bürgermeisterpartei SPÖ will Selzthal klar als Wohnsitzgemeinde positionieren.

Selzthal bietet idyllische Ausblicke, die Bahn dominiert nach wie vor den Ort © Gerhard Pliem
 

Also sprach Österreichs Finanzminister Hartwig Löger im Sommergespräch mit der Kleinen Zeitung: Sein Heimatort Selzthal biete neben guter Infrastruktur und Verkehrslage „viele touristische Reize. Dieses große Potenzial gilt es zu nutzen und zu fördern“, so Löger.

Daraus hat sich jetzt ein Richtungsstreit entwickelt. Denn nur die ÖVP ist im Ort grundsätzlich bereit, den Tourismusweg zu beschreiten. Die dominierende SPÖ hat daran wenig Interesse und will sich klar als Wohnsitzgemeinde in die Auslage stellen. Zur Ausgangslage: Die ehemalige Eisenbahnermetropole Selzthal ist eine der SPÖ-Hochburgen der Steiermark. Bürgermeister Gernot Hejlik holte bei der letzten Gemeinderatswahl mehr als 80 Prozent der Stimmen. Die ÖVP gewann unter Johann Mitterhauser dazu und erhöhte ihren Anteil auf drei von fünfzehn Gemeinderäten.

Gernot Hejlik, macht kein Hehl daraus, dass er vom Tourismus-Vorschlag wenig hält: „Außer ein paar Wanderwegen ist wenig da. Auch der Aufbau von Industrie funktioniert nicht, weil unsere Brücken zu wenig tragfähig sind und Tonnagenbeschränkungen haben. Es geht jetzt darum, uns als attraktive Wohnsitzgemeinde zu positionieren.“ Gemeinderat Filip Rozic (SPÖ) stimmt ihm zu: „Tourismus auf keinen Fall“, auch nicht Eisenbahn-Nostalgiefahrten, wie es sie schon gab: „Das hat damals unter Initiator Rudi Bachler funktioniert, weil er eine wichtige Position bei der Bahn hatte. Als der weg war, waren es auch die Nostalgiefahrten.“

Eine ganz andere Position vertritt Johann Mitterhauser (ÖVP): „Wir brauchen dringend sanften Tourismus mit einem Radweg nach Admont und attraktiven Angeboten für Familien, etwa im Freizeitzentrum. Da ist was drinnen.“ Einen Schritt hat er bereits persönlich gesetzt: Nachdem das Gasthaussterben in Selzthal das letzte verbliebene Wirtshaus dahingerafft hat, will er es wieder aufsperren: „Ich glaube an Selzthal. Das bin ich meiner Gemeinde schuldig.“

Johann Mitterhauser will ein Gasthaus im Ortskern wieder aufsperren Foto © Gerhard Pliem

 

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