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Steirer des Tages

Vor Elias und Lukas (12) gruseln sich die Kinofans

Die Zwillinge Elias und Lukas Schwarz aus Gaishorn über die spielerischen Dreharbeiten zum düsteren Film „Ich seh Ich seh“, der derzeit im Kino zu sehen ist. Von Martin Mandl und Nina Müller

Lukas Schwarz, Elias Schwarz
Lukas und Elias Schwarz © AP
 

"Ich weiß nicht. Sie ist so anders. Die ist nicht unsere Mama.“

Es ist mehr als nur unheimlich, was sich die beiden Zwillinge unter der Bettdecke zuflüstern: Nicht nur das Aussehen ihrer Mutter hat sich nach einer Gesichts-OP stark verändert, ist kalt und abweisend statt warmherzig und mütterlich. Aus der anfänglichen Angst entwickeln die beiden Buben aber einen noch stärkeren Zusammenhalt. Sie wollen die Mama dazu bringen, dass sie beweist, wer sie ist. Oder sonst ...

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Lukas und Elias Schwarz aus Gaishorn, die jungen Hauptdarsteller im österreichischen Horrorthriller „Ich seh Ich seh“ haben sich schon im Frühjahr 2013 bei Castings gegen 125 andere Zwillingspaare durchgesetzt. „Bei den Zwillingen haben wir nach einer Unschuld gesucht, die später auch Abgründe offenbaren kann. Lukas und Elias Schwarz waren ideal“, sagt das Regieduo Veronika Franz und Severin Fiala: „Sie sind am Land aufgewachsen, hatten vor kaum etwas Angst und wirkten gleichzeitig zerbrechlich. Diese Mischung hat uns fasziniert.“

Und tatsächlich, die beiden Jungs haben es faustdick hinter den Ohren. Schon beim ersten Probedreh waren Lukas und Elias voll in ihrem Element. Damit, dass es sich beim Film um einen Horrorthriller handelt und Szenen teilweise beängstigend bis brutal waren, hatten beide keine großen Probleme. „Das Drehbuch wurde uns ja vorenthalten, die Szenen immer nur kurz vorher besprochen“, erklärt Elias.

Das ermöglichte es den Regisseuren, „die Kinder langsam und spielerisch an die Geschichte heranzuführen,“ wie Franz und Fiala sagen. Das Filmteam wohnte mit den Buben im Filmhaus: „Es war uns wichtig, dass sie das Gefühl hatten, in ein ganz normales Haus einzuziehen, nicht in eine Kulisse.“ Beim Drehen wurde auf eine spielerische Herangehensweise geachtet: „Dafür haben wir uns auch die Zeit genommen.“

„Die Drehs waren auf Spaß aufgebaut“, sagt auch Lukas, der vom Ergebnis überrascht ist. „Ich hätte mir nicht gedacht, dass der Film nach dem Schneiden so wird, aber er ist richtig cool geworden.“ Dass am Set der Schmäh lief, zeigt eine Szene, in der die Brüder laut rülpsen. „Die ist entstanden, als wir mit dem Tonmann um die Wette gerülpst haben“, lacht Elias.

Zur Gänze haben die Zwillinge den Film – der erst ab 16 Jahren freigegeben ist – noch nicht gesehen. „Nur bis zu 70. Minute.“ Aus kinderpsychologischen Gründen wurden mit beiden sämtliche Szenen nachbesprochen. Auch Schulkollegen würden oft fragen, ob die Film-Gewalt nicht in echt weh tut. „Sicher gibt es Angenehmeres, aber das gehört dazu“, erzählt Elias. Sein Bruder Lukas lehnte im Unterschied zu ihm seinen Part in einer Szene ab.

 

Großer Auftritt in Venedig: Produzent Ulrich Seidl, Hauptdarstellerin Susanne Wuest, Lukas Schwarz, Regisseur Severin Fiala, Elias Schwarz, Regisseurin Veronika Franz (v.l.) Foto © APA/EPA/FERRARI

Der Film lief bislang auf 22 Festivals in den USA und Europa, wurde mehrfach ausgezeichnet und von der Kritik gefeiert – auch die Schauspielleistung der Zwillinge: So lobte das „profil“ „die Unberechenbarkeit in den seltsam ernsten Gesichtern von Lukas und Elias Schwarz“. Die Erfolgsgeschichte des Films geht aber weiter: Hollywood-Mogul Harvey Weinstein hat sich kürzlich die Verwertungsrechte für Nordamerika gesichert.

Auch die Brüder möchten dem Schauspielen „auf jeden Fall“ treu bleiben, auch wenn es zurzeit noch keine Angebote in diese Richtung gibt. Und wie sieht es mit Autogrammen aus? „Da haben wir schon einige Anfragen bekommen.“

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