In einer Welt, wo aus Pistazienschalen plötzlich Steine werden, in der sich ein Föhrenzweig gepaart mit grünem Tonpapier in eine buschige Palme verwandelt, und Eisstiele sich zu spitzen Giebeln formen, da ist das Christkind zuhause. Die Krippe, sozusagen das Fertigteilhaus fürs Jesuskind im Miniaturformat. Wir haben engagierten Innenausstattern bei der Arbeit über die Schulter geschaut. Gefragt sind Fingerspitzengefühl und die Liebe zum Detail.

Rohbau steht. Der Rohbau steht bereits. Grundmauern, Türen und, man höre und staune, die Glühbirne, die überm Kopf des Jesuskindes baumeln wird, ist auch schon montiert. Seit einem Monat scharen sich zwölf kleine Baumeister jeden Mittwoch um Adi Barazzutti, Krippenbaumeister des Krippenvereins Stein an der Enns. Er ist Leiter der Minimundus-Baustelle. Mini die Krippe, maxi die Freude, mit der ans Werk gegangen wird.

Platzerl fürs Kripperl. Am heutigen Tag wird ausgemalt und das Dach gedeckt. Gott sei Dank, denn das Verputzen ist bei den Kleinen gar nicht so gut angekommen. Aber fürs Jesuskind macht man ja schließlich alles, und die Kinder denken ans Endprodukt, das motiviert. Tobias Perhab zum Beispiel weiß schon genau, welches Platzerl seine Krippe, Modell "heimatlich", bekommt: "Die kommt in die Küche. Da steht sie dann und jeder kann sie anschauen. Voll gut." Bei der kleinen Lena Sagaster muss da schon logistisch vorgeplant werden. Gibt es da doch schon einige andere Krippen-Immobilien, deren Standort schon gesichert ist. Wir fassen zusammen: Da wäre eine alte Krippe (Wohnzimmer), eine von Bruder Tim (Küche) und die von Lena, die ins Vorhaus kommt. Freier Blick auf die Garderobe. So leuchten einem die Heiligen Drei Könige jeden Morgen beim Schuhe anziehen den Weg.